Feuerwehr verteilt FFP-2-Masken in Täferrot

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Kisten voller FFP-2-Masken: Die Briefe verteilten die Kameraden der Feuerwehr Täferrot im Hauptort, Utzstetten und Tierhaupten.

Bürgermeister Markus Bareis initiiert Briefe mit Masken. Einsatzkräfte werfen sie in die Briefkästen.

Täferrot. Elf Feuerwehrangehörige rund um Kommandant Michael Kochendörfer trafen sich am Samstag am Gerätehaus in Täferrot. Ein Einsatz der besonderen Art stand auf dem Programm. Denn es ging nicht um einen Löschangriff oder eine technische Hilfeleistung. Vielmehr drehte sich der Einsatz um den Schutz der Bevölkerung. Denn es galt, 954 FFP-2-Masken in die Briefkästen am Hauptort sowie in Utzstetten und Tierhaupten zu werfen. Alle Täferroter ab sechs Jahren erhielten eine Maske.

Nachdem die Regierung beschlossen hatte, dass ab Montag nur noch mit medizinischen oder FFP2-Masken eingekauft sowie der öffentliche Personennahverkehr genutzt werden darf, stand das Telefon bei Bürgermeister Markus Bareis nicht mehr still. Viele informierten den Schultes, dass sie noch nicht über eine solchen Maske verfügen. Und bislang nur mit Tüchern oder selbstgenähten Masken unterwegs gewesen waren. "Und für viele ältere Mitbürger ist die Bestellung im Internet keine Offerte. Hier wird noch regional eingekauft", schildert Markus Bareis. Es komme hinzu, dass viele Täferroter nur einmal pro Woche zum Einkaufen kommen. "Und ab Montag ist die medizinische Maske oder FFP-2-Maske Pflicht. Also musste gehandelt werden." Bareis griff zum Telefon und nutzte die Bestellmöglichkeit der Masken beim Landratsamt. "Übers Landratsamt war der Preis vernünftig", schildert er. Der nächste Anruf galt der Raiffeisenbank Mutlangen. Hier erbat er sich Unterstützung in Spendenform für den Kauf. "Es ging um rund 800 Euro." Und tatsächlich erklärte sich die Raiba bereit, "den größten Teil" der Kosten als Spende zu übernehmen. Somit ist der Maskenkauf aus Sicht der Gemeinde fast kostenneutral. Dem natürlich klar ist, dass man seiner Aktion auch kritisch gegenüberstehen kann. Doch er argumentiert damit, dass die Gemeindegröße Täferrots überschaubar sei. Zudem sieht er die geschenkte Maske für Täferroter ab sechs Jahren als Dank seitens der Gemeindeverwaltung dafür, dass sich die Bürgerschaft in den vergangenen Corona-Monaten nahezu "vorbildlich" an die Auflagen gehalten habe.

Mitstreiter fand Bareis in den Erzieherinnen des Kindergartens rund um die Leiterin Isabell Menschl. Denn diese sorgten dafür, dass die Masken in jeweilige Kuverts wanderten, inklusive Anschreiben der Verwaltung. Außerdem holten sie die bestellten Masken im Landratsamt Aalen mit dem Auto ab. Aktion statt Kurzarbeit war die Devise.

Frust über Verordnungen

Klar, dass die Logistik für die zweitkleinste Gemeinde im Ostalbkreis eine große Herausforderung war. Wie sollten die Masken in den Kuverts in den Briefkästen landen? Die Lösung: Ein Anruf bei Feuerwehrkommandant Michael Kochendörfer genügte. "Das ist für uns eine Selbstverständlichkeit", versicherte der Kommandant. Der Einsatz sorgte zudem dafür, dass man sich wenigstens wieder einmal sah. "Denn wir können ja keine Übungen durchführen", bedauerte Kochendörfer.

Die Frustration über die Verordnungen der Regierung sind Markus Bareis anzumerken. Er schimpft über Politiker, die aus der Pandemie einen Wahlkampf machen. "Die sollen agieren und nicht reagieren", wünscht er sich.

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