Fischer und Behörde warten gespannt

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Noch ist der Rehnenmühlenstausee gesperrt. Zum Glück locke das Wetter nicht viele Leute, sagen die Fischer.
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Was nach den mehrfachen Vorkommen von Fischsterben am Rehnenmühlenstausee mittlerweile unternommen wurde und was noch im Gange ist

Täferrot

Still ruht der See, mag sich der Spaziergänger denken - sich dann womöglich aber, trotz der Idylle, erinnern an manch negative Schlagzeile im vergangenen Jahr. Immer wieder hatten die Aktiven des Bezirksfischereivereins Lein-Rems, der den Rehnenmühlensee bewirtschaftet, die traurige Aufgabe, tote Fische einzusammeln. Zuerst war das Gewässer durch illegal entsorgte Ölkanister verschmutzt, dann musste das Ökosystem das Löschwasser eines Großbrands verkraften, im Dezember wurden dann Holzschutzmittel in den Fischen entdeckt, die im November verendet sind. Und Ende Februar waren erneut tote Fische entdeckt und Proben genommen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Unbekannt ermittelt.

Sind die Behörden eigentlich noch dran an dem Fall? Das ist eine Frage, die immer wieder aufkommt. „Ja, das sind sie“, antwortet Susanne Dietterle, die Sprecherin des Landratsamts, das als Untere Naturschutzbehörde zuständig ist. So seien nach dem Fischsterben im November alle holzverarbeitenden Betriebe entlang der Gewässerläufe, aus denen sich der Rehnenmühlenstausee speist, kontrolliert worden. Aber nirgends habe man eine unsachgemäße Lagerung feststellen können, versichert Dietterle.

Noch einmal waren am 5. März Schlammproben aus dem Gewässer zur Untersuchung eingeschickt worden. Im Ergebnis konnte keine erhöhten Konzentrationen der untersuchten Holzschutzmittel festgestellt werden. Eine Ursache für das Fischsterben im Frühjahr habe bislang nicht gefunden werden können.

Die Aktiven des Bezirksfischereivereins kennen dieses Ergebnis, haben aber ihre Zweifel. „Wir überlegen, ob wir noch mal eine Schlammprobe nehmen - und zwar im Dammbereich, wo das Wasser ruhiger ist und sich mehr Stoffe ablagern“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Martin Achatz. Abhängig sei die Vergabe dieser Analyse aber davon, ob die Fische zum Verzehr geeignet sind, die jetzt aus See geangelt werden.

Um diese Frage beantworten zu können, habe man ein lebensmittelrechtliches Gutachten in Auftrag gegeben, informiert Susanne Dietterle. Dafür mussten mehrere Fische der unterschiedlichen Arten lebend gefischt und zur Untersuchung eingeschickt werden. Hier müsse eine definierte Stichprobengröße erreicht sein, damit das Ergebnis am Ende auch repräsentativ ist. „Die Ergebnisse dieser Untersuchungen und das daraus resultierende Gutachten zur Verzehrfähigkeit stehen noch aus, werden aber in Kürze erwartet“, sagt die Behördensprecherin.

Der Bezirksfischereiverein wartet gespannt. Martin Achatz hat mittlerweile Kontakt zum Landesfischereiverband Kontakt aufgenommen und dem Vorsitzenden die Vollmacht zur Akteneinsicht erteilt. Denn letztlich geht es auch um Geld. Rund 4000 Euro betrage allein der Schaden an toten Fischen, hinzu kommen die Pacht, der Nutzungsausfall. Denn derzeit ist der See immer noch gesperrt.

Wir erwarten das Gutachten in Kürze.“

Susanne Dietterle,, Landratsamt

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