Henne Hildegard ist der Hammer

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Mit diesem Stall und anschließenden Freilauf begann das Hobby von Fabian Max. Alle 18 Stunden könne eine Wachtel ein Ei legen. Und das lässt sie einfach fallen, wo sie gerade steht. Das Eiersammeln wird zur Suchaktion.

Wie Fabian Max aus Uztstetten zur Wachtelzucht kam und welche Verwendungen er sich für die vielen Wachteleier hat einfallen lassen.

Täferrot-Utzstetten

Wenn Fabian Max aus Utzstetten seine Wachteln besucht, wird deutlich, wie klein die Tiere sind. Oder wie groß ihr Besitzer ist. Die kleinste Wachtelrasse bringt gerade mal 250 Gramm auf die Waage, nach oben ist die Grenze bei 550 Gramm gesetzt, erzählt der junge Mann. In den Händen des knapp zwei Meter großen Hobbyzüchter verschwinden einige der gefiederten Tiere nahezu komplett. Bis auf die "Ur-Mutter" seiner Wachteln, Hildegard, die kommt sogar auf Zuruf und posiert dann auch ganz professionell vor der Kamera.

Bei einer Praktikumszeit auf einem Bauernhof verliebte sich der damals 15-jährige in die Tiere. "Es ist spannend, sie beim Aufwachsen zu beobachten", sagt er. Zudem begeisterte den jungen Mann die Heilwirkung, die von Wachteleiern bei verschiedenen Hauterkrankungen und Allergien ausgehen kann. 2016 hat Fabian Max mit der Wachtelzucht begonnen und dann "ein paar Jahre pausiert". Im vergangenen Jahr begann "Wachtel-Max" im "großen Stil" erneut mit der Zucht der Tiere. Eine große Voliere wurde gebaut, so sind die Tiere geschützt vor Fressfeinden und haben trotzdem ausreichend Bewegungsfreiheit, denn "großartige Künstler der Luft sind sie nicht" lacht Fabian, dafür sind die gefiederten Freunde auf dem Boden schnell und wendig.

Da sind sie, knapp 300 Wachteln in den unterschiedlichsten Größen und Farben und wenn sich Fremde dem Gehege nähern, beginnen sie aufgeregt zu pfeifen. Am lautesten präsentieren sich die Gockel. "Im wahren Leben haben aber die Hühner die Hosen an", schmunzelt Fabian. Ein Teil tut sich gütlich an den aufgestellten Futterautomaten, andere flitzen über den Boden, wieder andere nehmen ein entspanntes "Sandbad".

Aus den anfänglichen zehn Wachteln wurden bei Fabian immer mehr, mit einem Brutautomaten zieht er kleine Küken nach und freut sich an der "Legekraft" seiner Tiere. Alle 18 Stunden legt eine Wachtel ein Ei, meint Fabian, im Gegensatz zu Hühnern, die dazu 24 Stunden benötigen. Bei knackig kalten Temperaturen gehen die Wachteln in den "Energiesparmodus", dann werden weniger Eier gelegt. Mit steigenden Temperaturen "legen die Wachteln los", daher werden die Tiere im Winter in der geschützten Voliere gehalten. Im Sommer dürfen sie auch einmal ins frische Grün.

Wir haben täglich Ostern

Isabell Sapper, Wachtelfarmerin

Nach rund 18 Monaten lässt die Legeleistung der Wachteln nach. Oma Hildegard hat das Alter längst erreicht, darf aber bei Wachtel-Max und Freundin Isabell Sapper das Gnadenbrot genießen. Damit es den Tieren gut geht, haben Fabian und Isabell ausreichend zu tun. Regelmäßig muss gemistet werden, Trinkwasser und Futter wird täglich, wenn erforderlich auch mehrmals, erneuert. Außerdem müssen alle Tiere regelmäßig auf ihren Gesundheitszustand überprüft werden. Und dann die Eiersuche: "Wir haben täglich Ostern", lacht Isabell. Denn im Gegensatz zu Hühnern legen Wachteln ihre Eier nicht in den Legenestern ab, "sie lassen ihre Eier fallen, wo sie gerade sind", sagt Isabell, "die Suche gestaltet sich äußerst spannend".

Im Winter kann Wachtel-Max rund 80 Eier täglich einsammeln. Zu Spitzenzeiten im Sommer bis zu 150. Was tun mit so vielen Eiern? Der Schreiner kam auf eine clevere Vermarktungsidee: Am Verkaufsautomat am elterlichen Haus in Utzstetten im Eschacher Weg sind rund um die Uhr Wachteleier erhältlich. Die marmorierten Eier sollen in der Osterzeit gefärbt und/oder als Dekoration dienen. Auf Bestellung gibt's Wachteleierlikör, Nudeln aus Wachteleiern sollen demnächst das Sortiment erweitern. Für den Sommer könnten sich Isabell und Fabian vorstellen, auch Speiseeis mit in ihr Wachteleier-Angebot zu übernehmen.

Über weitere Angebote und Verkaufsstellen informiert die Wachtelfarm Max über WhatsApp, Mobilfunknummer (0174) 3791999, sowie über das soziale Netzwerk Facebook.

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