In der Klimakrise angekommen

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Ziele, Chancen und Fördermöglichkeiten eines kommunalen Wärmeplans sind Thema im Gremium.

Täferrot. Die Zahlen, die Thomas Wolter und Florian Schirle von der Fachhochschule Aalen und zuständig für die kommunale Wärmeplanung (KWp), dem Täferroter Gemeinderat präsentierten, waren deutlich und besorgniserregend. Seit Beginn der Industrialisierung in der Mitte der 1800-Jahre sei eine zunehmende globale Wärmeentwicklung zu verzeichnen, zeigen die Fachleute auf. Der aktuell signifikante Anstieg von Wald- und Flächenbränden sowie die zunehmenden Starkregenereignisse mit teilweise verheerenden Hochwassern machen deutlich „wir sind in der Klimakrise angekommen“.

Der Weg, dieser fatalen Entwicklung entgegenzuwirken, bedeute weg von fossilen Brennstoffen zur Stromgewinnung und hin zu mehr erneuerbaren Energiequellen. Mit dem Beitritt zum KWp könnte Täferrot von fachkundigen Planungsbüros eine Bestandsanalyse erstellen lassen, die aufzeigt, wie hoch der generelle Energiebedarf in der Gesamtgemeinde ist. Dabei würde jedes Gebäude auf Täferroter Gemarkung auf seinen Energiebedarf hin beleuchtet.

Ein zweiter Schritt wäre die Überlegung, wo Täferrot selbst Energie erzeugen könnte. Auf dieser Basis könnte die Gemeinde ein Maßnahmenpaket erstellt bekommen, um bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Thomas Wolter mahnte zur Eile, denn alle Maßnahmen, die jetzt starten, würden frühestens in 35 Jahren wirken, „von der Energiewende wird die nachkommende Generation profitieren“.

Abhängig von der Konvoigröße, sprich wie viele Kommunen sich dem kommunalen Wärmeplan anschließen, könnten für die Planungen bis zu 80 Prozent Zuschüsse abgegriffen werden. Zudem werde in naher Zukunft eine KWp für die Kommunen verpflichtend sein.

Es sei eindeutig an der Zeit etwas zu tun, äußerte Bürgermeister Markus Bareis seine Meinung. Mit der KWp hätte die Kommune die Chance, „etwas zu tun“. Dieser Ansicht war das Gremium einstimmig und signalisierte die Tendenz, sich der KWp anzuschließen.

Michael Kochendörfer zeigte sich etwas besorgt, was die Kosten der benötigten Infrastruktur betrifft - auch mit Blick auf Privatpersonen. Die KWp sei als „Wegweiser“ zu sehen, was für die Gemeinde machbar ist, erläuterte Florian Schirle.

Themenwechsel: Positiv präsentierte sich der Finanzzwischenbericht für Täferrot. Die Jahresrechnung 2021 verdeutliche, man werde einen ausgeglichenen Haushalt erreichen. Stand 31. Dezember 2021 lag der Schuldenstand bei 523 941 Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 513 Euro entspricht. Auch die Prognose für dieses Jahr sein „nicht so schlecht, wie erwartet“. Einige Anschaffungen konnten günstiger getätigt werden, als erwartet. Die Kosten der Unterbringung von Flüchtlingen wurden vom Land übernommen.

Die Prognose sieht vor, dass Täferrot in diesem Jahr keine Schulden machen muss, der Schuldenstand könnte zum Jahresende auf 462 368 Euro sinken und damit die Pro-Kopf-Verschuldung auf 446 Euro.

Wie im gesamten Landkreis, gibt es auch in Täferrot keinen Wohnraum mehr für Geflüchtete, erklärte Bareis und gab bekannt, dass trotzdem allen Kommunen Flüchtlinge zugewiesen werden sollen. Die Unterbringung werde sich als schwierig erweisen.

Das angeordnete Wasserentnahmeverbot aus öffentlichen Gewässern betrifft auch Täferrot, die Gefahr eines „Umkippens“ des Stausees sei aber noch nicht gegeben.

Um den Rottalweg einer Grundinstandsetzung zukommen zu lassen, wurden die Arbeiten vergeben. ⋌Andrea Rohrbach

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