Nachwuchs und ein neuer Zaun

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Schulleiterin Nina Dolderer freut sich sehr über den neuen Zaun für das Außengehege bei den Ziegen, der nun Tiere und Kinder schützt.

Neuerungen im Schulbauernhof in Täferrot. Und wie in der Krise die Versorgung der Tiere durchorganisiert ist, obwohl der Schulbetrieb eingestellt werden musste.

Täferrot

Noch nicht einmal 24 Stunden ist es alt - und schon stolziert das kleine Kamerun-Schaf "Madita" hinter seiner Mutter "Milka" her. Neugierig wird es von den anderen Lämmern "Hanni" und "Nanni" sowie "Lasse" und "Bosse" beäugt, beschnuppert und abgeleckt. Diese idyllische Szene spielt am Montagfrüh im Stall des Schulbauernhofs in Täferrot. Obwohl die Grundschule aufgrund des Coronavirus geschlossen ist und kein Unterricht läuft, herrscht im Schulbauernhof Alltag.

Die drei Ziegen, zwei Kaninchen, die beiden Bienenvölker, die sechs Schafe, fünf Lämmer und zwei Schafböcke sind versorgt - kauen genüsslich auf Gras und Heu herum, picken Körner oder genießen die Sonnenstrahlen. Auf dem Tagesplan steht ausmisten, Tiere füttern, Getreide ausstreuen und vieles mehr. Und natürlich wird besonders nach dem kuschligen Zuwachs "Madita" geschaut, die am Sonntag um 16 Uhr auf die Welt kam. "Wir haben alles durchorganisiert", beschreibt Schulleiterin Nina Dolderer.

Sie ist allen Helferinnen und Helfern überaus dankbar, dass diese auch während der Corona-Krise auf dem Schulbauernhof mit anpacken. Sie selbst, aber auch die Kollegen, Eltern, Vanessa Lang, die hier ihr Freiwilliges Soziales Jahr macht, und vor allem Pädagogin Petra Travnicek, die die "Stallpatin" ist, kümmern sich täglich um das liebe Vieh. Im Schichtdienst, denn es wird selbstverständlich Wert darauf gelegt, dass immer höchstens zwei Personen im Stall sind. Und ausreichend Abstand voneinander halten. Nina Dolderer erklärt zudem, dass die Tiere des Schulbauernhofs das Coronavirus nicht übertragen können.

"Es ist alles klasse organisiert", bestätigt auch Bürgermeister Markus Bareis. Er selbst hat kürzlich gemeinsam mit Manuel Feuersänger, dem Vorsitzenden des Fördervereins für den Schulbauernhof, und den Eltern die Ärmel hochgekrempelt, um den Zaun für das Außengehege der Ziegen zu stellen. Den "letzten Schliff" haben dann die Pädagogen mit den Kindern erledigt. Etwa das Tor gesetzt.

Erfreut berichtet Nina Dolderer darüber, dass die Zukunftsstiftung Landwirtschaft einen Teil des neuen Zauns, der künftig um das komplette Gelände des Schulbauernhofs verlaufen wird, sponsert. Damit sind die Tiere und die Kinder optimal geschützt.

Tipi als grünes Klassenzimmer

Wir wären auch auf eine Ausgangssperre vorbereitet.

Nina Dolderer, Rektorin

Der derzeit ganze Stolz der Grundschule findet sich im Außenbereich: Ein Tipi mit einem Durchmesser von etwa sechs Metern, das gern als grünes Klassenzimmer genutzt wird. Eine Spende des Elternbeirats hat die Anschaffung ermöglicht. Sie bietet Unterschlupf und einen Hauch von Abenteuer auf dem Schulgelände. Beim Weihnachtssingen war es beliebter Treffpunkt. "Es wird sehr gut angenommen", sagt die Schulleiterin. Jetzt soll noch der kleine Hang drumherum ein Beerensträucher-Gärtchen und eine Blühwiese bekommen.

Und sollte es doch noch zu einer Ausgangssperre kommen, ist Nina Dolderer gerüstet. "Ich habe bereits drei Dokumente vorliegen, die sich auf das Tierschutzgesetz Paragraf 2 beziehen: "Wer Tiere hält, muss diese ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen." Sprich, die Kollegen, die dann jeweils mit der Schicht im Stall betraut sind, können das Dokument bei Kontrollen vorweisen.

Allgemein stellt Nina Dolderer fest, dass alle hoffen, dass die Coronakrise schnell überwunden ist und der Unterricht nach den Osterferien wieder aufgenommen werden kann. "Die Kinder fehlen mir und meinen Kollegen schon sehr", bedauert sie.

Langweilig wird es der Schulleiterin und dem Team aber nicht. Die Notbetreuung, die Schulorganisation, die Aufgaben, die für die Kinder vorbereitet werden müssen, halten alle auf Trab. Nach den Tieren wird geschaut und dabei erledigt, was in den vergangenen Wochen aus Zeitmangel liegen geblieben ist.

Kamerun-Schaf "Madita" ist am Sonntag geboren und fühlt sich im Stall bei seiner Mutter und den anderen Lämmern "Hanni" und "Nanni" sowie "Lasse" und "Bosse" total wohl.
"Sophie von Schlappohr" genießt die Sonne.

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