Rehnenmühlenstausee: Alle Grenzwerte unterschritten

+
Jede Menge tote Fische trieben zuletzt im Februar dieses Jahres im Rehnenmühlenstausee.
  • schließen

Chemische und veterinärmedizinische Untersuchungsanstalt hat die Ergebnisse des Fischfangs vom Frühjahr aus dem Rehnenmühlenstausee übermittelt. Was die Fischer sagen.

Täferrot. Das ist doch mal eine gute Nachricht, die Susanne Dietterle hier weitergeben kann. Die Pressesprecherin des Ostalb-Landratsamts zitiert aus dem jetzt vorliegenden Bericht der chemischen und veterinärmedizinischen Untersuchungsanstalt (CVUA) in Freiburg: „An den beprobten Fischen aus dem Rehnenmühlenstausee wurden keine Pestizidrückstände gefunden. Die Stichproben werden als verkehrsfähig eingestuft“. Verkehrsfähig heiße dann auch verzehrfähig, präzisiert die Verwaltungsfachfrau. Die Angler des Bezirksfischereivereins Lein-Rems dürfen ihre Karpfen, Rotaugen und Karauschen - aber auch die anderen Fische, die sie im See fangen, selbst essen oder an andere weitergeben.

Der Blick zurück unterstreicht den Wert dieser Feststellung: Mehrfach hatten die Fischer in den vergangenen Jahren am Rehnenmühlensee tote Fische entdeckt und eimerweise einsammeln müssen. Da war zuerst das Gewässer durch illegal entsorgte Ölkanister verschmutzt worden. Dann musste das Ökosystem das Löschwasser eines Großbrands verkraften. Und ein halbes Jahr später, im November, waren es Holzschutzmittel, die den Fischen den Tod brachten. Rückstände wurden in den Organen und auch im Muskelfleisch der Tiere gefunden. Der See wurde für Angler gesperrt. Ende Februar schwammen dann zu allem Übel erneut unzählige Kadaver im Seeuferbereich. Die Suche nach der Ursache gestaltete sich diesmal extrem schwierig. In den Schlammproben, die damals aus dem Gewässer gewonnen wurden, konnte jedenfalls keine erhöhte Konzentration irgendwelcher Chemikalien festgestellt werden. Weshalb man dann das Hauptaugenmerk auf die noch lebenden Fische richtete: Die Mitglieder des Bezirksfischereivereins angelten verschiedene Fischarten in der jeweils für eine Stichprobe vorgeschriebenen Zahl. Alle Fische wurden nach Freiburg zur Untersuchung eingeschickt.

„!!!!Rehnenmühle wieder zur Befischung frei!“, freuen sich naturgemäß die Verantwortlichen des Bezirksfischereivereins nun über das Ergebnis. Schließlich hatten sie „ihren“ See acht Monate lang nicht bewirtschaften dürfen. „Zum Glück kommt uns das Forstamt entgegen und verzichtet auf ein Jahr Pacht“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Martin Achatz dankbar.

Womit aber immer noch genügend Kosten am Verein hängen bleiben. Allein den Schaden an den toten Fischen hatte Achatz schon im Frühjahr auf 4000 Euro beziffert. Denn um den See ökologisch im Gleichgewicht zu halten, setzen die Bezirksfischer regelmäßig unterschiedlichste Arten - Karpfen etwa, Schleien oder Weißfische - in verschiedenen Altersstufen ein. Kalkuliert wird dieser Nachbesatz anhand der Fangergebnisse der einzelnen Mitglieder.

Ob er einen Fang aus dem Rehnenmühlenstausee ohne Bedenken essen würde? Diese Frage beantwortet Martin Achatz mit einem klaren Ja. Kein einziger Grenzwert sei überschritten, zitiert er aus der Analyse, die der Vorstand ebenso wie das Landratsamt im Detail schriftlich bekommen hat. Nicht von allen Süßwasserfischen, die in deutschen Gewässern gefangen werden, könne man das sagen, meint der Bezirksfischer. Und wohl auch nicht von Fischen, die irgendwo auf der Welt gefangen und im Supermarkt tiefgefroren angeboten werden.

Die Ergebnisse des chemischen und veterinärmedizinischen Instituts aus Freiburg belegen: Die Bezirksfischer haben ihre Idylle zurück.

Zurück zur Übersicht: Täferrot

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare