Viel Nachwuchs im Stall

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Lisa und die rote Zora freuen sich über Streicheleinheiten, die es täglich gibt.

Rektorin Nina Dolderer und ihre Kollegen kümmern sich mit vielen Ehrenamtlichen um die Tiere des Schulbauernhofs in Täferrot. 2020 war "ein fruchtbares Jahr".

Täferrot

Dieses 2020 war nicht das schlimmste Jahr unseres Lebens", stellt Nina Dolderer fest. Die Rektorin weigert sich, in das allgemeine Klagelied über die Corona-Pandemie einzustimmen. Mehr noch, sie beschreibt, wie viele Aktionen trotz der Auflagen möglich waren. Zum Beispiel die "Weihnachtsfeier", die einfach in den Wald an die frische Luft verlagert worden war. Und zu der als Krönung sogar noch der Nikolaus dazustieß. "Die Kinder waren begeistert."

Zudem konnte so viel Honig wie noch nie erzeugt werden dank der beiden Bienenvölker. Und die Einschulung wurde in der Halle gefeiert. Wie das ging? "Die Kinder kamen einfach einzeln auf die Bühne."

Auch zeigt der Blick in den Stall des Schulbauernhofs, dass 2020 "ein sehr fruchtbares Jahr war". Denn es gab viel Nachwuchs bei den Schafen. Mittlerweile ist deren Zahl auf 14 angestiegen. Gestartet war man mit dreien vor einigen Jahren. "Jetzt haben wir eine kleine Herde. Das ist artgerecht", freut sich die Schulleiterin.

Der Schulbauernhof macht seinem Namen alle Ehre, denn zu den Bienen und Schafen gesellen sich noch Mara, Schneewittchen und Heidi. Die drei Ziegen. Ronja und Pixi, die beiden Katzen, äugen sehr gern zu den zwölf Hühnern und zu den stolzen Hähnen Franz-Josef und Karamell. Oder machen ihren Streifzug durch den Stall, um den drei Kaninchen einen Besuch abzustatten.

Kurzum, den Bewohnern des Schulbauernhofs ist die Pandemie schnuppe. Sie genießen nach wie vor die Streicheleinheiten der Besucher. Und wenn es dem kleinen Ziegenbock mal langweilig ist, streckt er einfach seine Hörner in Holzspalten und wetzt sie. Klar, dass da auch mal was schiefgeht und er stecken bleibt. Aber kein Problem, im Stall schaut regelmäßig jemand vorbei und kann dann Hilfestellung leisten. Auch außerhalb der Zeiten, in denen ausgemistet oder gefüttert wird. "Wir sind jeden Tag mehrfach im Stall", bekräftigt die Schulleiterin und verweist auf die "Stallpatin", ihre Kollegin Petra Travnicek.

Schule ist viel mehr als nur ein Lernraum.

Nina Dolderer, Rektorin

Auch wenn es aktuell keinen Schulalltag gibt – und es ihn auch wochenlang im vergangenen Jahr nicht gab, kümmert man sich liebevoll um alle Tiere. Möglich ist dies dank sehr viel ehrenamtlichen Engagements. Dorfbewohner und Eltern sowie das Lehrerkollegium blicken nicht auf die Uhr, wenn es um den Schulbauernhof geht. "Denn die Tiere kümmern sich nicht um den Stundenplan." In einem Kalender wird seit jeher der Stalldienst eingetragen. "Und der ist bis auf wenige Tage bereits bis Juni vollgeschrieben", ist Nina Dolderer begeistert von der Einsatzwilligkeit.

Natürlich gibt es für die Rektorin und ihr Team jede Menge zu tun, auch wenn aktuell "nur" zehn Kinder in der Notbetreuung sind. Denn der Lernstoff wird zwar nicht im Präsenzunterricht erteilt, aber eben anderweitig vermittelt. Zum einen werden wöchentliche Lernpakete vergeben, zum anderen gibt es auch diverse Videokonferenzen. Sprich, die Digitalisierung hat auch vor der Täferroter Schule mit ihren 82 Schülern nicht Halt gemacht. "Zudem halten wir Kontakt durch Anrufe oder über E-Mail", beschreibt die Schulleiterin.

Aus ihrer Sicht gehe es um sehr viel mehr als um das Vermitteln des Lernstoffes. "Kinder müssen gemeinsam spielen, lachen und auch lernen", erklärt sie, dass Schule nicht nur Lern-, sondern auch Lebensraum ist. "Wir vermissen die Kinder sehr. Uns fehlt das Lachen in den Fluren", beschreibt sie. Lieber gestern als heute würde das Lehrerkollegium wieder mit dem Präsenzunterricht starten.

Und die Tatsache, dass die Anzahl der Kinder in der Notbetreuung immer mehr anwächst, ist für Nina Dolderer der Beweis "wie sehr die Eltern unter Druck stehen". Denn niemand bringe sein Kind zu Pandemiezeiten in die Schule, wenn es nicht unumgänglich sei. Auch sie kann ein Lied davon singen, ist sie doch selbst Mutter. Und kennt somit die Betreuungsnöte der Eltern nur zu gut.

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