Weg mit dem Müll: Täferrot räumt auf

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Mitglieder der Dorfgemeinschaft Utzstetten und der Modellbaufreunde mit BM Bareis (2.v.r)
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Rund 60 freiwillige Helferinnen und Helfer beteiligen sich an der Müllsammelaktion in Täferrot und Umgebung. Bürgermeister Bareis spricht von „katastrophalen“ Zuständen.

Täferrot

Ob die für die vielen Helfer bestellten Fleischküchle wohl ausreichen? Diese Frage stellte sich am Samstag der Täferroter Bürgermeister Markus Bareis angesichts der großen Zahl an fleißigen Landschaftsputzern. Sie alle hatten sich in den Morgenstunden auf dem Weg gemacht, um ihren Ort von sämtlichem Müll zu befreien. Oder um es auf gut schwäbisch zu sagen: um sich an der Landschaftsputzete zu beteiligen.

Insgesamt 50 Personen hatten sich im Vorfeld für die Müllsammelaktion angekündigt, sagt Bareis zufrieden. Tatsächlich kamen mehr als 60 Helferinnen und Helfer. Neben den vielen Familien packten auch „alle Vereine, Dorfgemeinschaften und die Feuerwehr“ der Gemeinde mit an – zur Freude des Bürgermeisters.

Dass die Landschaftsputzete in Täferrot, Utzstetten und Tierhaupten durchaus notwendig war, wurde aufgrund der von den Helferinnen und Helfern zusammengetragen Müllberge ersichtlich. Schlepper um Schlepper mitsamt Anhängern fuhr auf den Parkplatz vor der Werner-Bruckmeier-Halle, um dort seine Ladung abzuladen. Es war der Sammelpunkt sämtlichen Unrats, den letztlich Mitarbeiter der Abfallbewirtschaftung im Ostalbkreis, der GOA, abholten.

Nach zwei Jahren ohne vom Landkreis angeordnete Kreisputzete seien die „Müllzustände“ in Täferrot und Umgebung „katastrophal“, erklärt Bareis den – wie er es nennt – „Alleingang“ der Gemeinde.

Was alles ans Tageslicht befördert wurde, versetzte Sammler und Bürgermeister in Erstaunen. Neben den „üblichen Verdächtigen“ wie Getränkedosen und Flaschen, Verpackungen und Zigarettenkippen füllten zum Beispiel auch Silofolien die Müllsäcke zügig. Auch ein alter Traktorreifen war dabei. Ob der alte Reifen eines Schleppers zu dem Teil eines Heuschwaders gehört, konnte nicht abschließend geklärtwerden

Die Dorfgemeinschaft Utzstetten zeigte sich besonders „erfolgreich“. Ihre Mitglieder sammelten unter anderem verrostete Ölfässer, Wellplatten aus Kunststoff, große Aluminiumschienen und vermooste Styroporblöcke auf. „Und wer bitte 'verliert' einen Feuerlöscher im Gelände?“ Eine mögliche Antwort: Es sei für viele eben billiger ihren Sperrmüll in die Landschaft zu kippen, als Entsorgungsgebühren zu bezahlen, vermutet Bernd Bareis von der Dorfgemeinschaft Utzstetten.

Seit zwei Jahren sei er „Müllpate“, meint Harald Fehlinger, der regelmäßig auf dem Weg zu seinem Gartengrundstück seine Greifzange und Müllsäcke mitnimmt. „Einer muss ja damit anfangen, den Müll zu sammeln, den andere rücksichtslos in die Landschaft werfen“, sagt er und hofft, dass der eine oder andere „Verursacher“ ihn dabei beobachtet und „es bei denen dann Klick im Kopf macht“.

Als „Unverschämtheit“ empfindet es die siebenjährige Klara, wenn Leute einfach ihren Abfall in die Landschaft kippen würden. Aus eigenem Antrieb hat sich die Grundschülerin bereits vor einigen Tagen auf dem Weg zum Flötenunterricht mit einem Müllsack „bewaffnet“ und alles aufgesammelt, was auf dem Weg zur Grundschule so rumlag. Jetzt hofft die Siebenjährige, dass möglichst viele Menschen – auch diejenigen, die für den Müll eigentlich verantwortlich warn und sind – ihr dabei zugeschaut haben „und sich jetzt so richtig schämen“, für das, was sie getan haben.

Die Leute sollten

Klara (7 Jahre),, Müllsammlerin
„Einer muss ja damit anfangen, den Müll zu sammeln, den andere rücksichtslos in die Landschaft werfen“: Harald Fehlinger und die anderen fleißigen Helferinnen und Helfer häufen regelrechte Müllberge auf dem Parkplatz vor der Werner-Bruckmeier-H

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