Und plötzlich ein bedrohliches Grollen

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Vor allem auf der Frickenhofer Höhe rund um Schechingen hat das Gewitter am Mittwochabend folgenreich gewütet. Einige Impressionen der turbulenten Stunden.

Schechingen/Abtsgmünd/Eschach

Durch bis zu 80 Zentimeter Hagel müssen sich die Feuerwehrleute in Schechingen graben, damit das Regenwasser aus der Langenstraße ablaufen kann. Stundenlang dauert der Einsatz, um die drastischsten Folgen des Unwetters zu beseitigen, das am Mittwoch gegen 20.30 Uhr die Gemeinde buchstäblich heimsuchte. Mehr als 50 Liter Wasser war in kürzester Zeit pro Quadratmeter niedergeprasselt. Vermischt mit Hagel blockierte die Flut fast alle Regeneinläufe der Straßen. Mehr als 16 Einsatzstellen mussten die 43 Kameradinnen und Kameraden unter Leitung von Kommandant Daniel Dolderer nacheinander abarbeiten.

Auch im sonst so idyllischen Freibad, das direkt an der Langenstraße liegt, spielten sich dramatische Szenen ab. Bademeister Dieter Krieger hatte zwar das Chlorgas gesichert, die Technikanlage ausgeschaltet und die Filter aus der Gefahrenzone gebracht - „das mache ich immer, wenn ein Gewitter kommt“, erzählt er. Froh, dass alles geschafft war, habe er dann nach Hause gehen wollen. Doch was dann geschah, hat der Profi in seinen ganzen 39 Dienstjahren noch nicht erlebt: Plötzlich hörte er ein bedrohliches Grollen und unbeschreibliche Wassermassen schossen aus dem Hang, der das Bad vom Baugebiet Schlossgarten trennt. Der Haldenbach, der von dort unter dem Freibad durchfließt, schäumte über das Bachbett und flutete die Wiesen, das Sportbecken und das Technikgebäude. „Zum Glück hatte ich vorher alles Wesentliche retten können“, sagt Dieter Krieger, den der Blick über sein Reich am Tag danach trotzdem frustriert. Gemeinsam mit seiner Tochter Leonia hatte er wochenlang geschuftet, um das Bad für die Gäste perfekt zu präsentieren. Jetzt muss die ganze Arbeit von vorne beginnen: Das Wasser muss abgelassen, das Becken geschrubbt und wieder gefüllt werden. Minimum zwei Wochen Arbeit, schätzt Leonia Krieger, die hofft, dass Ehrenamtliche mit anpacken, wenn es um das Säubern der Liegewiesen geht. „Ich hab noch nie so viele Blätter auf dem Boden gesehen“, stöhnt sie. Man werde allerdings, sagt Bürgermeister Stefan Jenninger, mit dem Aufräumen abwarten, bis die Gewitterneigung abnimmt. Er ist froh, dass es keine Verletzten gab und hofft, dass von den noch vorhergesagten Gewittern kein weiteres Unheil droht.

Nicht nur in Schechingen, auch in den Gemeinden drumherum hatten vor allem die Freiwilligen Feuerwehren und die Bauhofbeschäftigten während des Unwetters und am Tag danach alle Hände voll zu tun. An der B 19 zwischen Wöllstein und Abtsgmünd zum Beispiel hatten die sonst harmlosen Bäche sich in reißende Ströme verwandelt und mit Geröll, Erde, Hagel und Wassermassen die Straße blockiert. Oder im Bereich der Baustellen fanden die Eschacher Floriansjünger, die obendrein ihre Schechinger Kameraden unterstützten, komplett überschwemmte Gruben und reißende Flüsse vor. Alle Hände voll zu tun hatten auch die Kameraden in Mutlangen und Pfersbach, die mehr als 20 Einsätze leisteten und zudem im Zuge der Überlandhilfe die Werksfeuerwehr von Bosch unterstützten.

Die Verwüstungen im Bild (von links oben): im Technikraum des Freibads, an der B 19 bei Abtsgmünd, das Sportbecken in Schechingen, die Kindergartenbaustelle in Eschach, Wasser und Hagel in der Langenstraße in Schechingen sowie die Liegewiese im Freibad.

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