Ungenehmigte Geländeauffüllungen beschäftigen den Rat

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In der Gschwender Schule wird das Obergeschoss geräumt, um Heizkosten zu sparen.

Gschwend. Die letzte Sitzung vor der Sommerpause verlief äußerst ungewöhnlich. Denn kaum hatte Bürgermeister Christoph Hald die Beratung eröffnet, da ging bei drei Gemeinderäten der Feuerwehr-Piepser los. Schnurstracks standen die Männer auf und eilten zum Einsatz.

„Wir sind immer noch beschlussfähig“, stellte der Schultes daraufhin kurz fest. Und bemerkte dabei, dass insgesamt sechs Gemeinderäte Angehörige bei der Freiwilligen Feuerwehr sind. Kaum hatte er dies formuliert, ging auch bei den besagten anderen Dreien der Alarm los, und sie verließen schnellen Schrittes die Sitzung.

„Damit habe ich schon gerechnet“, kommentierte Hald. Um dann erleichtert anzumerken, dass man immer noch beschlussfähig sei. Also widmete sich das Gremium schließlich der beiden Baugesuchen, die für Kopfzerbrechen sorgten. Denn es handelte sich um Nachgenehmigungen für bereits erfolgte Erdauffüllungen. Eigentlich, plädierte der Bürgermeister, müsse man ein „klares Signal setzen“ und diese nicht genehmigen. Denn das Gremium sieht sich vor vollendete Tatsachen gesetzt. „Da ist der Ehrliche der Dumme.“ Doch dieser Linie wollte der Gemeinderat nur in einem Fall folgen. Im anderen sah man, einer Stimme Mehrheit, einen Rückbau als unverhältnismäßig an, da die landwirtschaftliche Lagerhalle, die auf der ungenehmigt aufgefüllten Fläche gebaut werden soll, bereits genehmigt ist. Hald erinnerte, dass letztlich das Baurechtsamt entscheide, der Gemeinderat also nur das Einvernehmen erteilen oder vorenthalten kann. Es könnte also sein, dass trotz positiven Votums des Gremiums dennoch ein Rückbau gefordert wird.

Keine Diskussion gab es zum gemeindeeigenen Baugesuch für einen Wohnmobilstellplatz am Badseeparkplatz. Sechs Plätze mit einer Länge von zehn Metern und einer Breite von fünf Metern sollen entstehen. Die Gemeinderäte votierten einig dafür. Unterhalb der Stellplätze soll eine Stromversorgungssäule mit sechs Steckdosen sowie eine Mastleuchte und eine Infotafel eingebaut werden. Im nordöstlichen Bereich gibt es eine Ver- und Entsorgungsstation für die Wohnmobile.

Grundschulklassen ziehen um

Um auf die aktuelle Situation reagieren zu können, will die Gemeinde Energiesparmaßnahmen umsetzen. Im Blick sind die gemeindeeigenen Einrichtungen. Da etliche Gemeinderäte mit Löscharbeiten beschäftigt waren, soll über die Abschaltung der Warmwasseraufbereitung in Gemeinde- und Sporthalle später diskutiert werden. Allerdings informierte Christoph Hald, dass durch einen Teilumzug der Klassen ins Erdgeschoss der Heinrich-Prescher-Schule darauf verzichtet werden kann, den oberen Stock zu beheizen.

Die Firma Schwarz aus Aalen wird sich für 134786 Euro um die Umsetzung der Friedhofsplanung kümmern. Sie hatte sich als günstigste Bieterin herausgestellt. Die Vergabesumme liegt rund 2700 Euro über der Kostenrechnung, was das Gremium zufriedenstellte. Zumal momentan die Kosten für Bauarbeiten stetig am Steigen sind.

Kämmerin Jasmin Jeske wird in den Mutterschutz gehen. Um aber die Jahresrechnung für 2019 erstellen zu können, wird nun ein externer Dienstleister ins Boot geholt. „Bis Weihnachten haben wir diese dann vorliegen“, kündigte Halt an. Karl Altvater forderte eine Ausschreibung für eine beschränkte Kämmereistelle auf zwei Jahre. „Die Ausschreibung geht raus. Aber wir wissen nicht, ob und wie viele Bewerbungen kommen“, sagte Christoph Hald dazu. Deshalb habe er sich bei dem externen Dienstleister auch bereits erkundigt, ob dieser die Jahresrechnungen 2020 und 2021 erstellen könnte. Was positiv signalisiert worden sei. Ob der Auftrag für die diese beiden Jahre allerdings erteilt wird, wird die Entwicklung zeigen. Der Auftrag wurde nur für 2019 erteilt.⋌⋌Anja Jantschik

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