Verabschiedung von Ralph Leischner: Ein erfolgreicher Navigator geht von Bord

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Leinzeller Vereine hielten pfiffige Überraschung und ein Programm für Ralph Leischner bereit.
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Mit tollem Programm sagt Leinzell Adieu zu Bürgermeister Ralph Leischner.

Leinzell. Ralph Leischner saß 16 Jahre im Chefsessel in Leinzell. Am Samstag hieß es für die Bürgerschaft, Kommunalpolitiker und Kollegen Abschied nehmen, denn er hat sich aus gesundheitlichen Gründen für den Ruhestand entschieden. „Du hosch dei Sach‘ scho reachd gmachd“, hielt sein Stellvertreter Wilhelm Schneele, der durch den Festakt führte, das höchste schwäbische Lob für ihn bereit. Und eröffnete so den großen Reigen an Grußworten, in denen nie die Attribute „menschlich, engagiert, freundlich“ fehlten.

Denn die Tatsache, dass während seiner Amtszeit 15 Millionen Euro in der kleinsten Flächengemeinde des Ostalbkreises geflossen waren, und hierfür zehn Millionen Euro an Zuschüssen eingenommen werden konnten, war die eine Seite. Aber, dass Ralph Leischner selbst gern die Ärmel hochkrempelte und ehrenamtlich mithalf, war die andere. Immer wieder wurde an diese Wesensart erinnert. Egal, ob von Landrat Dr. Joachim Bläse, der mit der Entlass-Urkunde „die Eintrittskarte in den Ruhestand“ bereithielt, wie es Leischner beschrieb. „Er war sich nie zu schade, selbst Hand anzulegen“, erinnerte auch der Landrat. Bläse rief große Ereignisse wie die 750-Jahr-Feier in Erinnerung. Zählte den Zusammenschluss der Bildungseinrichtungen zur Verbundschule mit einhergehenden Baumaßnahmen oder die großen Investitionen in die Abwasserbehandlung und die Friedhofsanierung auf. „Er ist ein kluger Kopf und hat alle Maßnahmen mit Augenmaß angegangen.“ An die Leinzeller gewandt stellte Bläse fest: „Sie hatten einen Bürgermeister, bei dem der Mensch und nicht Paragrafen im Mittelpunkt standen.“

Als „Meister der Bürgermeisterschaft“ titulierte ihn Dieter Gerstlauer, Bürgermeister von Durlangen und Sprecher des Gemeindetags. Er habe klare Ziele gesetzt, war diplomatisch, kommunikations- und konfliktaustragungsfähig, motivierend und entscheidungsfreudig. Leischners Kompass sei das Wertesystem gewesen. Bestmöglich habe er nach diesem die Route bestimmt. Wie ein Navigator und Pilot in einem Langstreckenflugzeug. Erleichtert bemerkte Gerstlauer: „Ich verliere dich nicht als Mensch und Freund, nur als Kollegen.“

Beste Wünsche für die Zukunft gab’s auch von den beiden Geistlichen Elfi Bauer und Sijuh Mathew sowie vom Schulleiter Philipp Mathes und Göggingens Schultes Danny Kuhl für den Verwaltungsverband Leintal- Frickenhofer Höhe.

An der Tischtennisplatte

Einen Paukenschlag zum Abschied hielten die über 30 Vereine bereit: Ein pfiffiges Potpourri aus Gardetanz von den Leinzeller Murren, beschwingten Klängen des Musikvereins, einer launigen und wehmütigen Büttenrede der Murr Heike Hilbig, die gemeinsam mit Rudi Kienle durchs Programm führte und vieles mehr. Zum Glanzlicht wurde die Aktion an der Tischtennisplatte: Der passionierte Spieler Leischner trat gegen seine Lauchheimer Kollegin Andrea Schnele an. Mehr ging nicht. Klar, dass da die Gäste, darunter viele Bürgermeisterkollegen, Landtagsabgeordneter Tim Bückner, Familienangehörige und Weggefährten einen tosenden Applaus spendierten. Amüsiert auch Gattin Angelika, an deren Adresse großer Dank ging.  Wilhelm Schneele stellte fest: „Ohne dich hätte er es schwer gehabt. Trotz allem Ärger im Amtsalltag, war er immer voller Frohsinn und gut gelaunt.“

Es wäre nicht Ralph Leischner, hätte er nicht das erhaltene Lob  sofort geteilt. So stellte er fest, dass die Zuschüsse nur dank der Unterstützung seines Kämmerers Stefan Schürle geflossen, Entscheidungen im Gemeinderat gefallen sind. Zudem folgte eine lange Aufzählung aller Mitarbeiter, vom „Hallenchef“ Markus Weiland und dem Bauhof bis zum Verwaltungsteam. „Es waren 16 spannende und aufregende Jahre.“ Anja Jantschik

Tischtennismatch mit Kollegin Andrea Schnele aus Lauchheim.
Volles Haus bei der Verabschiedung von Bürgermeister Ralph Leischer in Leinzell. Hier mit Gattin Angelika und Landrat Dr. Joachim Bläse.

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