Von Feenstaub und alter Technik

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Der 27. Mühlentag wurde am Montag bei der Meuschenmühle eröffnet (v.li.): Dietrich Frey, Ronald Krötz und Beate Kohler.
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Am Pfingstmontag öffneten die „klappernden“ Denkmäler zum 27. Mühlentag ihre Pforten. Große Resonanz bei den Führungen.

Alfdorf/Gschwend. Da passte einfach alles: Angebot, Wetter und Stimmung. Der 27. Mühlentag begeisterte viele Besucher, die sich mit dem Auto, aber auch mit Fahrrad oder Wanderschuhen am Pfingstmontag aufgemacht hatten, um die historischen Denkmäler auf den Gemarkungen Alfdorf und Gschwend zu besichtigen.

Ob an der Voggenbergmühle, an der Hummelgautsche oder auch beispielsweise an der Meuschenmühle, wo der offizielle Auftakt am Pfingstmontag stattfand – allerorten wimmelte es vor interessierten Gästen. Und die kamen nicht zu kurz, denn vieles war geboten. An der Meuschenmühle wurde im Halbstundentakt durch die Mühlentechnik geführt. Und in den Außenbereichen der Mühlen gab’s jede Menge Information zum Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald und auch vom Schwäbischen Wald Tourismus. An manchen Orten wurden die Prospekte sowie Wander- und Radkarten geradezu aus den Händen gerissen. „Klasse, wie sich die Besucher interessieren“, geriet so Daniela Kories vom Schwäbischen Wald Tourismus ins Schwärmen.

Alle Generationen genossen die Gastfreundschaft an den Mühlen. Eltern und Kinder übten sich hier beim Stockbrotbacken, da beim Schiffe basteln, die dann ins Gewässer gesetzt wurden. Und mittendrin zwei gut gelaunte Bürgermeister: Ronald Krötz aus Alfdorf und Christoph Hald aus Gschwend, die den interkommunalen Schulterschluss beim 27. Mühlentag übten. Gemeinsam nahmen sie so auch die Technik in der Meuschenmühle aus dem 12. Jahrhundert in Augenschein, zu der es viele Information von den Naturparkführern Walter Hieber und Wolfgang Grabe gab.

Mittendrin die Schwäbische Waldfee, Kim Rützler, die beim Kinderfest in Auenwald am 8. Mai „inthronisiert“ wurde. Klar, dass sie auch Feenstaub bei sich hatte, und damit manches Kind bezauberte. „Ich liebe meine Heimat“, stellte sie unumwunden fest. Dies war auch der Grund gewesen, warum sich die 25-jährige Marketingmanagerin als Fee aus Oppenweiler beworben hatte.

Historisches Vermächtnis

Mit Rat und Tat standen die Naturparkführer Walter Hieber, Dr. Manfred Kautter, Eva Rombach und Wolfgang Grabe der Besucherschar an der Meuschenmühle zur Seite. Mit dem Rucksack auf dem Rücken schaute auch der Alt-Landrat des Rems-Murr-Kreises vorbei. Johannes Fuchs genoss die Bewirtung ebenso wie die übrige Besucherschar. Und lauschte den Eröffnungsworten von Bürgermeister Ronald Krötz, der sich bei den Mühlenbesitzern Beate Kohler und Stephan Heimerl bedankte. Denn diese haben sich nicht nur für den Erhalt und die Restaurierung eingesetzt, sondern öffnen auch die Mühle für Besucher um das historische Vermächtnis der Altvorderen der heutigen Generation zugänglich zu machen. Mit seiner Drehorgel sorgte Stephan Heimerl zudem für nostalgische Klänge, die einfach grandios zum Mühlentag passten.

Neue Vorsitzende

Beate Kohler ist es auch, die nun in die Fußstapfen von Dietrich Frey tritt. Er ist der Vorsitzende des Historischen Vereins Welzheim, der seit 27 Jahren den Mühlentag organisiert. Und der ihr am Pfingstmontag offiziell den Stab weitergab. Beziehungsweise das „Kerbholz“ – passend zur Mühlengeschichte. Frey informierte auch darüber, dass unter seinem Vorsitz seit 1993 insgesamt sieben Mühlräder, Mühlkanäle und Mühlteiche restauriert wurden.

„Ohne Unterstützung geht nichts“, beschrieb er, wie groß das ehrenamtliche Engagement des Mühlenbauteams ist, dass sich nun dem Mühlrad der Hundsberger Sägmühle widmen wird.

Im Halbstundentakt gab’s Infos zur Mühlentechnik von den beiden Naturparkführern Walter Hieber und Wolfgang Grabe.

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