Von Glocken, Gräbern und Gebeinen

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Der Friedhof in Zimmerbach erhielt in den letzten Jahrzehnten einige Erweiterungen und Neuerungen
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Warum der zentrale Friedhof von Durlangen im Teilort Zimmerbach liegt und wie der Gottesacker im Laufe der Zeit sein jetziges Gesicht erhielt. Was für die Zukunft geplant ist.

Durlangen-Zimmerbach

Die Gesamtgemeinde Durlangen mit seinen Teilorten Zimmerbach und Tanau kann auf drei katholische Gotteshäuser blicken. Die älteste Kirche steht in Tanau, die St. Anna Kirche wurde im 12. Jahrhunderterbaut. Die größte Kirche stellt die Pfarrkirche St. Cyriakus in Zimmerbach dar und das jüngste Gotteshaus ist die, 1957 dem Hl. Antonius geweihte Kirche in Durlangen. Bestattungen können auf dem Friedhof in Tanau, der die St. Anna Kirche umgibt, vorgenommen werden. Der Zentralfriedhof der Gemeinde ist allerdings der Friedhof in Zimmerbach.

Die Geschichte des Zimmerbacher Gottesackers reicht weit in die Vergangenheit zurück. Bis ins Jahr 1859 war der Friedhof von Zimmerbach im dortigen Ortskern beheimatet. Die Chronik der katholischen Kirchengemeinde berichtet davon: „Der Gottesacker des Pfarrdorfes Zimmerbach steht beinahe mitten im Dorf und fast in der Mitte desselben steht die Pfarrkirche. Er ist mit einer guten Mauer umfasst und liegt ungefähr um drei Schuh – knapp einen Meter - höher als die nächst angrenzenden Häuser“.

Bereits Mitte der 1850er Jahre kam der Friedhof an seine Fassungsgrenzen, mit dem Bau der neuen St. Cyriakus-Pfarrkirche wurde zeitgleich der Friedhof in Richtung Durlangen verlegt. Die kirchliche Weihe war im Januar 1859. Angrenzend an den alten Friedhof sei auch das alte Pfarrhaus der Gemeinde gestanden, bis durch den Neubau der St. Antonius Kirche in Durlangen gleichzeitig ein neues Pfarrhaus errichtet wurde, erzählt der frühere Gemeinderat Adolf Gottwald. Das alte Pfarrhaus ging in der Folgezeit in Privatbesitz über. Auf dem ehemaligen Dorffriedhof wurden eine Obstplantage und ein Pfarrgarten angelegt. Um die Gartenanlage der Umgebung anzupassen, wurde das Erdreich abgetragen, wobei einige Knochen von früher hier Beerdigten freigelegt worden seien.

Bei der späteren Erneuerung in den 1990er Jahren des Geländes und der Umwandlung zu einem Dorfplatz wurde die Einfriedung des Geländes erneut verändert. Die frühere Treppe zum alten Friedhof wurde reaktiviert und das Gelände erneut abgetragen, auch hier seien erneut menschliche Gebeine zum Vorschein gekommen. Die im übrigen sorgsam behandelt und wieder zur ewigen Ruhe im Gelände gebettet worden seien.

Bis in das Jahr 1990 wurde der „neue“ Friedhof in Zimmerbach mehrfach ertüchtigt und erweitert. Eine geringfügige Erweiterung erfolgte bereits 1892 eine weitere Vergrößerung gab es in 1960er Jahren. Der Bau der Aussegnungshalle folgte. Diese konnte im Herbst 1966 geweiht werden. Zum Gedenken der Opfer der Weltkriege ließ die bürgerliche Gemeinde 1968 ein Ehrenmal errichten, das seit 2019 um die kleinere Kirchenglocke aus Zimmerbach erweitert wurde.

Das alte Friedhofskreuz wurde zeitgleich an den Hauptweg versetzt, erzählt der katholische Pastoralreferent Gerhard Jammer. Anfang 1990 übergab die katholische Kirchengemeinde Durlangen-Zimmerbach den Friedhof an die bürgerliche Gemeinde Durlangen, berichtet Bürgermeister Dieter Gerstlauer. Dies sei im Wege einer schriftlichen Vereinbarung über die Verwaltung und Unterhaltung des kirchlichen Friedhofs erfolgt. Da damals die Grabfelder auf dem Friedhof nahezu vollständig belegt waren, war im darauffolgenden Jahr bereits die erste Erweiterung des Friedhofs fällig. Später folgte eine zweite Erweiterung. An der Aussegnungshalle und dem Glockentürmchen und bei den Wegen waren Unterhaltungs-Instandsetzungs- und Erneuerungsarbeiten nötig. Um allen Bestattungsformen gerecht zu werden, wurden auf dem kirchlichen Friedhofsteil vier Urnenwände samt Vorplatz mit insgesamt 48 Urnenkammern errichtet.

Dieses Jahr nun möchte die Gemeindeverwaltung im alten Friedhofsteil das marode Wege- und Leitungsnetz instand setzen und, wo erforderlich, im Vollausbau erneuern. Barrierefreiheit soll durch den Abbau von Treppenstufen erzielt werden. Dazu gehört auch einbehindertengerechter Zugang vom östlichen Parkplatz. Der Vorplatz vor der Aussegnungshalle – derzeit mit Stufenabsatz – soll niveaugleich hergestellt werden. Das dort angeschlossene Wegenetz wird entsprechend höhenmäßig angepasst. Im Gebäude wird ein Behinderten WC eingerichtet.

Um dem steigenden Bedarf bei dieser Begräbnisform gerecht zu werden, soll eine weitere große Urnenwand aufgestellt werden.

Von der Dorfgemeinschaft Zimmerbach wurde die zweite, größere Glocke der Pfarrkirche am Dorfplatz installiert, eine Gedenktafel für die hier noch ruhenden Seelen soll ebenfalls von der Dorfgemeinschaft in nächster Zukunft angebracht werden, meint Adolf Gottwald als Vorsitzender des Zusammenschlusses der Zimmerbacher Bürgerinnen und Bürger.

Geplant ist eine Gedenktafel für die hier noch ruhenden Seelen.“

Adolf Gottwald,, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft
Der Friedhof in Zimmerbach erhielt in den letzten Jahrzehnten einige Erweiterungen und Neuerungen
Der Friedhof in Zimmerbach erhielt in den letzten Jahrzehnten einige Erweiterungen und Neuerungen
Der Friedhof in Zimmerbach erhielt in den letzten Jahrzehnten einige Erweiterungen und Neuerungen
Der Friedhof in Zimmerbach erhielt in den letzten Jahrzehnten einige Erweiterungen und Neuerungen
Der Friedhof in Zimmerbach erhielt in den letzten Jahrzehnten einige Erweiterungen und Neuerungen
Die große Glocke auf dem Zimmerbacher Dorfplatz erinnert an die hier Bestatteten, eine Gedenktafel soll folgen
Friedhof Zimmerbach

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