Von „Weißen Flecken“ bis zum sozialen Miteinander

+
Stefan Jenninger zieht nach einem Jahr Bilanz seines Bürgermeisterpostens.
  • schließen

Schechingens Bürgermeister Stefan Jenninger blickt im Gespräch auf das erste Jahr seiner Amtszeit.

Schechingen. Vor einem Jahr hat Stefan Jenninger seine Arbeit als Bürgermeister von Schechingen aufgenommen. Anlass für ihn, einen Blick zurück und einen Blick nach vorn zu werfen. Wobei er verdeutlicht, dass es gleich zwei Faktoren gegeben habe, die ihm den Start etwas anders gestalteten, als erwartet. Denn zum einen legte die Corona-Pandemie quasi das Miteinander halbwegs auf Eis, und zum anderen kam zwei Wochen nach dem Amtsantritt Sohn Paul auf die Welt. Sonst „gab es für mich keine Überraschungen“, verweist er auf seine einschlägige Verwaltungsausbildung.

Stefan Jenninger ist zufrieden mit bereits Erreichtem. Etwa, wenn er an die Aufstellungsbeschlüsse für neues Wohn- und Gewerbeland denkt. Er berichtet von „harten, aber konstruktiven Gesprächen“ mit den Grundstückseigentümern. Zufrieden ist er auch mit den Bemühungen ums schnelle Internet: Im März soll der Tiefbau für das Breitband starten. Gefördert aus dem „Weiße-Flecken-Programm“. Sogar am „Graue-Flecken-Programm“ für die restliche Unterversorgung arbeite man. „Da werden 2022 die Planungen vorangetrieben.“

Auf die Frage, ob er jetzt in Schechingen wohne, schüttelt Jenninger verneinend den Kopf. Mit Gattin Isabel lebe er quasi in zwei Haushalten. „Wir haben das Glück, dass sie eine Wohnung in Aalen hat und ich die Wohnung meiner Großeltern in Adelmannsfelden.“ So werde gependelt. Und Jenninger findet, dass es seine Vorteile habe, nicht dort zu wohnen, wo man arbeite. „Man kann unabhängiger agieren.“ Deshalb plane er derzeit keinen Hausbau in Schechingen. „Uns zieht es eher nach Aalen.“

Seine Aufzählung der im ersten Amtsjahr erledigten Dinge ist lang. So habe man etwa ein Sanierungsgutachten fürs Freibad in Auftrag gegeben, wofür mit mindestens 2,5 Millionen Sanierungskosten gerechnet werden müsse. Die DEHOGA-Beratungsgesellschaft berate die Gemeinde bezüglich der Arbeit im Kiosk. Im November wird das Ergebnis der Untersuchungen im Gemeinderat erläutert.

Erfreut ist Jenninger, dass nun die Fusion der beiden Kindergärten beschlossene Sache ist. Unter der Trägerschaft der katholischen Kirche. Architekt Jochen Hermann aus Lorch werde sich um den Anbau ans „Regenbogenland“ kümmern, informiert er. Dieser sei seit 2016 „am Thema dran“. Jenninger sieht viele Synergieeffekte, wenn alle Kinder einen Kindergarten besuchen. Etwa, dass diese dann auch die Mensa an der benachbarten Schule nutzen können. Die Planung für den Anbau wird im Dezember präsentiert, ein Zuschussantrag ans Land soll bis Ende Januar gestellt werden.

Ebenfalls einen Zuschussantrag will Jenninger für einen Feuerwehrhausanbau stellen. Außerdem ist er zuversichtlich, dass das Strukturgutachten bezüglich eines Anschlusses von Schechingen an die Verbandskläranlage in Horn positive Signale bringen werde. Ein Anschluss würde Entlastung fürs eigene Bauhofpersonal bringen.

In Sachen innerörtlichem Bauland hat Jenninger wenig Hoffnung, an Grundstücke aus privater Hand ranzukommen. „Aber vielleicht bewegt sich was, wenn die Grundsteuer C für unbebaute Grundstücke eingeführt wird.“ Um so erfreuter sei der Umstand, dass im Schlossgarten drei Mehrfamilienhäuser von der Kreisbau mit Tiefgarage und 23 Wohneinheiten erstellt werden. Auch Kanalsanierungen seien nun auf den Weg gebracht. Etwa in der Sebastianweilerstraße für gut eine Million Euro.

Und auch das soziale Miteinander sei wieder erstarkt. Im November starte das Bürgerruf-Auto wieder, außerdem soll am 27. November der Weihnachtsmarkt sein.

Jenninger lobt zudem das gute Miteinander im Rathaus. „Auch wenn die Schlagzahl erhöht wurde“, wie er findet. Anja Jantschik

Zurück zur Übersicht: Schwäbischer Wald