Wie der Strom vor 111 Jahren nach Gschwend kam

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Wenn Karl Altvater und Heinz Rittinger über Elektrotechnik erzählen und ihre Schätze zeigen, vergeht die Zeit wie im Flug. ÌFoto: aks
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Am Sonntag startet im Heimatmuseum die neue Sonderausstellung samt Nachhaltigkeitstag.

Gschwend-Horlachen. „Elektrotechnik ist das Schönste, was es gibt“, schwärmt Karl Altvater und seine Augen strahlen, während er in den Originalverträgen blättert, die dokumentieren, wie der Strom vor 111 Jahren den Weg nach Gschwend fand. Per Lichtschalter wurde es damals hell in den Stuben. Zu diesem Lieblingsthema hat Altvater aus seinen Schätzen im Heimatmuseum eine neue Sonderausstellung aufgebaut, die nun am jeweils ersten Samstag im März, im April und im Mai besichtigt werden kann. Führung durch den Sammler und seinen Kollegen inbegriffen.

Denn wenn Karl Altvater von der Elektrotechnik schwärmt, nickt Heinz Rittinger bestätigend mit dem Kopf. Der Elektromeister aus Großerlach hat 1996 zum Innungsjubiläum der Backnanger Zunft zum ersten Mal alte Elektrogeräte öffentlich gezeigt - und dabei die Erfahrung gemacht, dass dieses Thema das Publikum ungemein fesselt. Seitdem sammelt Heinz Rittinger Historisches, das durch zeitlose Schönheit, Erfindergeist und noch immer funktionierende Technik fasziniert: Seine Rasierapparate, Toaster oder Reisebügeleisen sind echte Hingucker.

Und die Zeit verfliegt im Nu, wenn die beiden professionell gebildeten Herren zwischen Schaukästen und Stellwänden ihrer Leidenschaft frönen. Immer wieder, wenn sich genügend Interessenten in einer - coronabedingt kleinen - Gruppe zusammengefunden haben, werden sie an den kommenden drei Museumssonntagen Führungen anbieten, die etwa eine halbe Stunde lang dauern. Klar, dass dabei jede Frage kompetent beantwortet und vieles erklärt wird, was die Besucher garantiert noch nicht wussten.

Doch ist, dem sich weiter entwickelnden Museumskonzept folgend, die vielseitige Sonderausstellung nicht das einzige, was das Heimatmuseum zusätzlich zu bieten hat. Kombiniert wird der Museumssonntag auch mit einem „Aktionstag Nachhaltigkeit“, erklärt Schriftführerin Sandra Brix. Die Gschwender Akteure haben sich zu diesem Zweck mit dem „Um-Welthaus Aalen“ zusammengetan, das Veranstaltungen und Aktionen zur Umweltbildung organisiert und globales Lernen fördert.

Eines der Projekte in diesem Zusammenhang sei die Kooperation mit Museen, beschreibt Andreas Wenzel und hat nach Horlachen Transparente mitgebracht, die deutlich machen, wie sich die 17 weltweit formulierten Grundsätze für die Entwicklung einer nachhaltigen Gesellschaft in die Ausstellung einbauen lassen: Im Tante Emma-Laden des Heimatmuseums finden sich da zum Beispiel die Informationen zu nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion; bei den Webstühlen können sich die Besucher über menschenwürdige Arbeit und nachhaltiges Wirtschaftswachstum informieren. Weitere Themen sind Hygiene, Gesundheit, Wohlergehen oder sauberes Wasser.

Jede Menge zum Lesen und Hören, denn auch Andreas Wenzel bietet am Sonntag Führungen an und hat im Zug des weltweiten Freiwilligen Diensts zudem Praktikanten aus dem Sudan und aus Georgien zum Gespräch mitgebracht. ⋌Anke Schwörer-Haag

Geöffnet hat das Heimatmuseum am Sonntag, 6. März, wie immer von 14 bis 17 Uhr. Im Museumscafé bewirtet der Verein diesmal selbst mit Produkten aus nachhaltiger Produktion und heimischer Landwirtschaft.

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