Auf den Spuren der Sieger-Köder-Krippen

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Die Waldstetter LandFrauen bei ihrem Ausflug, der sie zu mehreren, vom Künstlerpfarrer Sieger Köder gestalteten Krippen im Ellwanger Raum führte - mit Abschluss in Herdtlinsweiler.

Die LandFrauen Waldstetten machten sich zu einer Krippenfahrt auf. Was es alles zu sehen gab.

Waldstetten. Zu einem besonderen Ausflug hatten die LandFrauen Waldstetten eingeladen: eine Krippenfahrt in den Ellwanger Raum zu den von Sieger Köder gestalteten Krippen. Das erste Ziel war Hohenberg, wo die Landfrauen von Hermann Sorg, einem Freund und Wegbegleiter Köders, erwartet wurden. Er führte die LandFrauen in die Krippenwelt von Sieger Köder ein.

1975 kam Sieger Köder als Pfarrer in die Gemeinden Hohenberg und Rosenberg. Er begann, zunächst mit Kindern, später mit den „Krippenfrauen“, Figuren für die Krippe zu gestalten. Aus einem einfachen Drahtgerüst, Pappmaché und mit Kleidern aus echten Stoffen entstanden Gestalten, welche die statischen Figuren der alten Krippe an Lebendigkeit weit übertrafen.

Die ganze Heilsgeschichte

Mittlerweile ist der gesamte Altarraum ausgestaltet, da Sieger Köder nicht nur die Geburt Jesu, sondern die ganze Heilsgeschichte darstellen wollte. Links sind mit Adam und Eva, die soeben aus dem Paradies vertrieben wurden. Daneben steht Abraham, der ein Gesims stützt, auf dem Personen des Alten Testaments sitzen. Auch die Arche Noah fehlt nicht. Ganz oben sitzt Johannes der Täufer, der mit einem überdimensionierten Zeigefinger auf die Krippe zeigt. Direkt vor dem Altar steht die Krippe selbst, dargestellt als eine Art Höhle aus Wurzeln, aus denen Christrosen wachsen. Ein weiterer Höhepunkt sind die Fenster, die Sieger Köder ebenfalls neu schuf.

Nach dieser Besichtigung fuhren die LandFrauen ins alte Schulhaus, wo die Landfrauen aus Hohenberg und Rosenberg mit Kaffee und selbst gemachten Kuchen aufwarteten. Da es in der Hohenberger Kirche kalt war, war der heiße Kaffee sehr willkommen. Frisch gestärkt ging es zur Wallfahrtskirche Schönenberg. Hier steht über der Gnadenkapelle eine große Krippe. Ihre heutige Gestalt erhielt sie nach einem Umbau 1992/93, der unter der künstlerischen Leitung von Pfarrer Sieger Köder stand.

Wendealtar

So entstand ein riesiges Krippenpanorama, das Plastik und Malerei miteinander verbindet. Sofort erkennbar ist, welche Figuren neu von Sieger Köder geschaffen wurden. Im Mittelpunkt sind neben der Krippe auch die Wurzeln Jesse zu sehen, wo aus dem toten Stamm das neue Leben in Form einer weißen Christrose erwächst. Gleichzeitig befindet sich hier eine Öffnung für die Führungsstangen, mit denen das doppelseitige Altarblatt gewendet werden kann. Aktuell zeigt die Krippe das weihnachtliche Geschehen, ab Maria Lichtmess wird wieder auf die Himmelfahrtsszene gedreht.

Vom Schönenberg fuhren die LandFrauen weiter zur Kapelle im Kinder- und Jugenddorf Marienpflege in Ellwangen. Hier gestaltete Sieger Köder ein Weihnachtsbild mit dem Heiligen Franziskus, dem „Erfinder“ des Krippenspiels: Der Heilige Franziskus soll 1223 - also vor genau 800 Jahren - in Greccio, etwa 90 Kilometer nördlich von Rom, die Heilige Nacht mit einfachen Menschen und mit den Tieren aus der Weihnachtserzählung gefeiert haben. Künstlerpfarrer Sieger Köder hielt dieses Geschehen in einem Wandbild in der Franziskuskapelle im Kinder- und Jugenddorf Marienpflege fest und übersetzte es ins Heute.

Zum Abschluss begaben sich die Landfrauen ins Hofcafé in Herdtlinsweiler, wo es vor oder nach der Bewirtung ebenfalls Krippen zu besichtigen gab.

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