Beim Verschenktag Schätze auf der Straße heben

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Verschenktag
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Bei der Aktion am Sonntag können Bürger Ungenutztes vors Haus stellen - zur Freude anderer.

Waldstetten. Früher, als Sperrmüll noch an bestimmten Tagen in der gesamten Gemeinde abgeholt wurde, gehörte es zum Straßenbild: Leute schlenderten an den vor die Tür gestellten Sachen vorbei und nahmen mit, was andere nicht mehr brauchten. So landete Nachbars verschossenes Sofa in einem Partykeller, fand Tante Luises schnörkeliges Teeservice einen Liebhaber und das alte Radio einen Bastler, der die elektronischen Kleinteile ausschlachten wollte. So ähnlich soll es am Verschenktag in Waldstetten und Wißgoldigen an diesem Sonntag, 18. September, laufen. Nur eben ohne Müll.

Rund 40 Haushalte machen mit

Für Entdecker von Alltagsschätzen wird einiges zu finden sein- wenn das Wetter der Aktion dem Verein Nachhaltige Zukunft Waldstetten (NaZuWa) als Veranstalter nicht komplett einen Strich durch die Rechnung macht. Denn rund 40 Haushalte haben sich bereits angemeldet, erzählt dessen Vorsitzender Thomas Schneider. Der Verschenktag geht so: Wer etwas kostenlos abzugeben hat, stellt es am Sonntag zwischen 10 und 16 Uhr auf einem Tisch oder Tuch vor seinem Haus bereit, deutlich versehen mit dem Hinweis „zu verschenken“.

Es gehe darum, Dinge lieber zu verschenken, statt sie wegzuwerfen, vermittelt Schneider den Nachhaltigkeitsaspekt. „Vielleicht gefällt’s ja jemand anderem“, lautet die Devise für den Verschenktag. Und das könne ebenso die alte Waschmaschine sein wie kleinere Dinge.

Schneider hat auch schon zwei Kisten gefüllt. Unter anderem habe er noch einen alten Laptop – vielleicht könne ja jemand den Lüfter brauchen. Hinter dem Gedanken steckt die Erfahrung, „dass sehr viel nicht richtig entsorgt wird, mit dem man noch was anfangen könnte“. Der NaZuWa-Vorsitzende ist überzeugt, dass die Aktion gut ankommen wird. Zum einen kam die Idee dazu beim Bürgerdialog im April aus den Reihen der Waldstetter. Zum anderen habe das auch schon in anderen Gemeinden, etwa Mutlangen, funktioniert. Dazu kommt Schneiders persönliche Erfahrung, dass vor der Garage bereitgestellte und mit einem „Zu Verschenken“-Schild versehene Haushaltsdinge gut weggehen. Außerdem weiß Schneider, dass die Waldstetter sonntags gern durch den Ort schlendern.

Damit alle die teilnehmenden Haushalte leicht finden, veröffentlicht der Verein NaZuWa eine Karte, auf der aus Datenschutzgründen zwar nicht die Adressen, aber die Straßen zu sehen sind, in denen Dinge zum Verschenken stehen. Der Großteil der Angemeldeten sei aus dem Waldstetter Zentrum, wenige aus Wißgoldingen und Weilerstoffel, sagt Schneider. Natürlich können auch Kurzentschlossene teilnehmen und Sachen bereitstellen. Sie müssen eben auf zufällig vorbeischlendernde Passanten hoffen, erklärt er den kleinen Unterschied. Für alle Teilnehmenden gleich ist: Am Ende der Aktion um 16 Uhr müssen sie alles Liegengebliebene wieder zu sich nehmen. Und für die Auslage gibt Schneider den Rat: Wenn es noch gebraucht wird, „nicht das alte Fahrrad danebenstellen“. ⋌Anja Müller

Weitere Infos zum Verein unter www.nazuwa, dort sind auch alle Straßen aufgeführt, in denen Teilnehmende des Verschenktags angemeldet sind.

Eine Handy-Sammelaktion bietet der Verein an seinem Stand beim Waldstetter Herbstfest am Sonntag, 25. September.

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