Einsatzfahrzeug steht abfahrbereit im Ortskern

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Hinterm Bezirksamt ist nun das Einsatzfahrzeug der Helfer-vor-Ort-Gruppe in Wißgoldingen in einer eigenen Garage stationiert und bereit für Einsätze. Am Samstag war offizielle Übergabe.
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Die 19-köpfige Helfer-vor-Ort-Gruppe (HvO) in Wißgoldingen hat nun endlich eine eigene Garage.

Waldstetten-Wißgoldingen. An 365 Tagen im Jahr spenden 19 Mitglieder der Helfer-vor-Ort-Gruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Wißgoldingen ihre Freizeit für Notfälle. Um die lange Anfahrtszeit der Rettungswagen zu überbrücken, werden die Ehrenamtler zeitgleich von der Notrufzentrale alarmiert. Sie kümmern sich um die Erstversorgung an Unfallorten oder medizinische Notfälle am Ort, bis der Rettungswagen aus Gmünd oder Mutlangen eintrifft. Wertvolle Zeit wird so genutzt, schließlich zählen bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen und auch nach schweren Unfällen Sekunden bei der Versorgung.

Am Samstag trafen sich die Mitglieder an ihrer neuen Garage hinterm Bezirksamt, in der ab sofort der Einsatzwagen für die Helfer-vor-Ort-Gruppe zur Abfahrt bereit steht. In rund 700 ehrenamtlichen Arbeitsstunden kümmerten sich die DRKler rund um Leiter Martin Fichtlscherer darum, dass endlich ein eigenes Domizil für den Wagen zur Verfügung steht.

Bislang war das Einsatzfahrzeug bei dem Helfer platziert, der Dienst hatte. Was bedeutete, „dass man sich kaum vom Haus wegbewegen konnte, schließlich wusste man nie, wann man alarmiert wird“, beschreibt Fichtlscherer. Eine maßgebliche Einschränkung, die zum „normalen“, ehrenamtlichen Dienst der HvO hinzukam. „Das ist jetzt eine große Erleichterung“, ist Fichtlscherer zufrieden. Die Garage wird per Zahlencode geöffnet. Das Einsatzfahrzeug steht abfahrbereit da. Schlüssel steckt. Per Kurzmitteilung wird im Fall einer Alarmierung abgeklärt, wer am nächsten zur Garage Dienst tun kann. Und schon geht der Einsatz unkompliziert los.

Bürgermeister Michael Rembold und Ortsvorsteherin Monika Schneider zeigten sich begeistert vom zentralen Standort im Ortskern Wißgoldingens. 5000 Euro wurden aus dem Haushaltssäckel der Gemeinde genommen, um die Arbeit der HvO-Gruppe bezüglich dieser Garage zu unterstützen. Schließlich galt es, aus einem einfachen Carport eine Garage zu erstellen, mit danebenliegender Lagermöglichkeit. Es galt unter anderem, Wände einzureißen, wie Fichtlscherer beschreibt.

Die Garage fürs Einsatzfahrzeug verfügt zudem über Heizung und Strom. Wichtig, da die Gerätschaften für die Soforthilfe meist mit einem Akku ausgestattet sind. Oder mit Batterien. „Die müssen bei acht bis zehn Grad plus gelagert werden“, erklärt der Einsatzleiter. Denn es helfe die beste Ausrüstung nichts, etwa ein Defibrillator, wenn dessen Akku leer ist. Fichtlscherer dankt vor allem den drei Personen, die im Prinzip täglich auf der Baustelle waren: Stefan Fauser, Guido Deininger und Alexander Stütz. „Wir haben Gott sei Dank viele Handwerker in unseren Reihen“, ist er sehr dankbar für den professionellen Einsatz am Bau.

25 bis 30 Einsätze pro Jahr

Rembold erinnert sich bei der Übergabe der Garage an die Schnelligkeit der Truppe. Kaum war die Entscheidung gefallen, dass dieser Carport zur Verfügung gestellt wird, da kamen sie schon mit dem Meterstab“, schildert er. Dies zeige deutlich, wie sehr der HvO-Gruppe dieser Bau am Herzen liege. „So kann es gehen, wenn eine wertschätzende Gemeinde auf ein engagiertes Ehrenamt trifft“, lobt er die gute Zusammenarbeit. Fichtlscherer gibt den Dank zurück und verweist auf den Zuschuss der Gemeinde. „Das wäre sonst hartes Brot gewesen“, betont er. Denn die HvO-Gruppe finanziert sich fast ausschließlich aus Spenden. Von der Gemeinde gibt’s 1500 Euro im Jahr als Entschädigung. Die Ersthelfer haben zwischen 25 und 30 Einsätze im Jahr, die komplett ehrenamtlich von den ausgebildeten Sanitäterinnen und Sanitätern geleistet werden. Zur Feier des Tages spendiert Josef Rieger, der vor 65 Jahren die Ortsgruppe in Wißgoldingen gründete, am Samstag ein Vesper für alle. Anja Jantschik

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