„Großartige Eigenleistung“ am und im Feuerwehrhaus

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Bislang gab es 6000 ehrenamtliche Arbeitsstunden am Feuerwehrgebäude in Wißgoldingen. Und man ist noch nicht fertig. (v.li.) Markus Heilig, Marc Wittlinger, Patrick Mesa und Achim Krummschmied.
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Die Mitglieder der Wißgoldinger Feuerwehr leisten über 6000 ehrenamtliche Arbeitsstunden.

Waldstetten-Wißgoldingen. Beim Rundgang durchs Feuerwehrhaus in Wißgoldingen zeigt sich, was alles bewerkstelligt werden kann, wenn man ein gemeinsames Ziel hat. Das Gebäude ist nicht nur saniert, sondern auch nach den Vorgaben des Feuerwehrwesens erweitert. Es findet sich nun eine „Schwarz-Weiß-Trennung“. Sprich, die Feuerwehrangehörigen müssen sich nicht mehr im Einsatzfall in der Fahrzeughalle an den Spinden umziehen, sondern haben – getrennt nach Geschlecht – eigene Umkleideräume.

Frauen auf dem Vormarsch

Hinzu kommen separate Sanitärbereiche und Alarm-Zugänge. Letztere garantiert Sicherheit für die Einsatzkräfte, die nun über eine separate Tür im westlichen Anbau in ihre Umkleideräume kommen – und nicht in die Fahrzeughalle, wo die Fahrzeuge bereits zur Ausfahrt bereitstehen. „Jetzt ist die Sicherheit garantiert“, zeigt sich Kommandant Markus Heilig erleichtert.

Aktuell gibt’s 38 aktive Einsatzkräfte, davon fünf Frauen. Und die sind auf dem Vormarsch, wie der Blick auf die 15-köpfige Jugendfeuerwehr zeigt. Denn diese hat bereits neun weibliche Angehörige. Unter der Leitung von Corinna Dangelmaier werden sie auf den Einsatz vorbereitet und ausgebildet.

„Ohne ihn wäre das alles ein Ding der Unmöglichkeit“, blicken Abteilungskommandant Heilig und sein Stellvertreter Marc Wittlinger auf Achim Krummschmied. Er ist der ehrenamtliche Bauleiter, koordiniert und bereitet die Arbeitseinsätze bei den Bauarbeiten vor. „Heute knacken wir die 6000-Stunden-Marke“, verdeutlicht dieser, wie sich die Feuerwehrangehörigen in die Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahme einbringen.

Dieser Einsatz wird von Bürgermeister Michael Rembold und Ortsbaumeisterin Maren Zengerle gleich mehrfach hervorgehoben: „Es ist einfach immens“, beschreibt Rembold. „Sie sind einfach immer da“, erklärt Zengerle. Als Beispiel nennt sie neben dem Streichen und diversen Abbrüchen auch das klopfen der Schlitze, etwa für die neue Zuleitung zur jetzt installierten Luft-Wärme-Pumpe. Überhaupt, so Zengerle weiter, seien die Feuerwehrler immer sofort zur Stelle, wenn es unvorhersehbare Arbeit gibt. „Was bei einer Sanierung immer vorkommt.“

Corona bremst aus

Klar, dass Corona die Arbeit nicht einfacher machte. So konnten immer nur sehr kleine Arbeitsgruppen ans Werk gehen. Und als es ein Kontaktverbot gab, ging eben gar nichts. Dazu kamen Preiserhöhungen beim Material und Lieferschwierigkeiten.  „Eigentlich wollten wir an Weihnachten fertig sein“, erinnert der Abteilungskommandant. Unterm Strich, so Rembold, haben sich die Kosten für die Erweiterung und Sanierung um 100 000 Euro auf nunmehr eine Million Euro erhöht. Und trotzdem: „Da sind wir noch mit einem blauen Auge davongekommen“, ist er erleichtert.

Auch die Jugend hat nun ihren eigenen Schulungsraum, getrennt von den Aktiven. Die Küche im großen Schulungs- und Kameradschaftsraum ist nun eingebaut. Die Akustikdecken sind installiert. Und von der Decke ragen Kabel herab, die auf das Anbringen der Beleuchtung warten.

Vieles ist so gut wie fertig

Die Sanitäranlagen sind derweil so gut wie fertig. Jetzt gibt’s auch ein behindertengerechtes WC im Erdgeschoss. Büro und Funkraum sind ebenfalls so gut wie fertig. „Beim Innenausbau sind wir zu 95 Prozent fertig“, berichtet Heilig. Doch die Arbeit geht dann im Außenbereich weiter. Unter Mithilfe der Firma Martin Mager wird dieser dann modelliert und letztlich durch die Ehrenamtlichen der Belag aufgebracht. „Aber bis zur Einweihung ist alles fertig“, sichert der Abteilungskommandant zu.

Gut so, denn der Termin für die Einweihung mit geladenen Gästen steht mittlerweile fest: Es wird der 27. Mai sein, ein Freitag. Zusätzlich dazu bieten die Wißgoldinger Feuerwehrangehörigen am Sonntag, 29. Mai, einen Tag der offenen Tür an. Coronakonform dürfen Bürger dann das Gebäude besichtigen können und sich davon überzeugen, dass die Feuerwehr in Wißgoldingen „zeitgemäß ausgestattet und für den Einsatz bereit ist“, freut sich Markus Heilig. Auch Dank einer „großartigen Eigenleistung“, wie Michael Rembold festhält.⋌Anja Jantschik

Restarbeiten in der Fahrzeughalle.

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