Mehrere Wohnideen fürs Löwen-Areal

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Neue Wohnformen auf dem Löwen-Areal sind Themen in Wißgoldingen.

Für betreutes Wohnen bietet das Gelände im Wißgoldinger Ortskern nicht genug Platz.

Waldstetten-Wißgoldingen. Was kann da entstehen?“, diese Frage zum Wißgoldinger Löwen-Areal hat Albrecht Reuß, Geschäftsführer des Planungsbüros Citiplan,  dem Ortschaftsrat in der Kaiserberghalle erläutert. Das Büro hat die Aufgabe, das Grundstück an einen Verkäufer zu bringen, was nicht ganz einfach ist, denn der Raum ist begrenzt, auch wenn die Gemeindeverwaltung „in langer Arbeit“ Grundstücke „zusammengesammelt“ habe. Herausgekommen ist „kein Ritter-Sport-Grundstück“, sagte Reuß. Das Areal an der Ecke Zur Vorstatt/Schmiedgasse/Petershofgasse ist nicht quadratisch-praktisch und es sollen bei der Machbarkeitsstudie auch in der Bürgerwerkstatt geäußerte Wünsche berücksichtigt werden. Betreutes Wohnen benötige zu viel Platz.  Mehrgenerationenwohnen war „der Gedanke, der gezündet hat“. Die Idee, die das Büro Citiplan daraus entwickelt hat: Wohnungen in zwei miteinander verbundenen Gebäuden über Laubengänge und einen innenliegenden Hof für Begegnungen, außerdem ein Gemeinschaftsraum und ein Büro für den Träger des nachbarschaftlichen Wohnens.

In einer ersten Variante  stehen die Gebäude senkrecht zueinander. Eine Tiefgarage sei dank des Höhenprofils „relativ entspannt zu erreichen“, sagte Reuß. Die Zahl der möglichen Stellplätze beschränke jene der Wohnungen. Ein Gemeinschaftsraum könnte zur Straße hin liegen. Gespräche mit Vertretern der Stiftung Haus Lindenhof als Träger des nachbarschaftlichen Wohnens im Bürgerworkshop hätten ergeben: Diese wolle kein Betreuungsangebot machen, aber helfen, „dieses niederschwellige Zusammenleben zu organisieren“ und zwei, drei Wohnungen an die jeweils unterbesetzte Generation vermieten, „damit das Mischungsverhältnis im Gebäude gesund bleibt“.

Die zweite Variante, eine „dörflichere Art zu bauen“, sieht zwei Gebäudeteile vor, die mit nur einem Eingang und einem Aufzug auskommen, darum brauche es „ein Scharnier“, an dem beide Teile ausgerichtet sind. Zwar biete auch diese Variante ein interessantes Innenleben, verliere aber eher den Zusammenhang zum Außenbereich, sagte Reuß.

Zum Ort passe ein klarer, moderner Baukörper mit zwei Vollgeschossen sowie Satteldach mit Gauben. Fassaden aus Holz seien im Vergleich zu Beton „das optisch Harmlosere“.

Der gestutzte Wunschbaum

Ortschaftsrätin Lisa Heilig forderte, die Verkehrs- und Parksituation zu bedenken. Pflegedienste etwa sollten oberirdisch parken können. Ein paar Möglichkeiten gebe es längs des Gebäudes, sagte Reuß dazu. Auf Ortschaftsrat Volker Pitzals Frage nach einem Café antwortete er: „Nichts ist komplett vom Tisch.“ Allerdings sehe er bei dem Projekt eher die nachbarschaftliche Initiative als etwas Kommerzielles. Heilig antwortete auf eine Frage aus der Bürgerschaft, ein Laden sei im Bürgerworkshop nicht vorgesehen gewesen, weil er Wohnraum wegnehme, zumal sich dieses Thema bisher schon als schwierig erwiesen habe. Reuß ergänzte: Für Nahversorgung werde an anderer Stelle an Konzepten gearbeitet. Der „Wunschbaum“ fürs Löwen-Areal müsse auf Machbares zusammengestutzt werden. Ortsvorsteherin Monika Schneider fasste zusammen: „Beim Löwen-Areal geht‘s in erster Linie darum, dass sich ein Interessent für die Bebauung findet.“

Der Ortschaftsrat sprach sich einstimmig dafür aus, die Machbarkeitsstudie für beide Varianten weiter zu verfolgen. Schließt sich der Waldstetter Gemeinderat dem an diesem Donnerstag an, könnte im Sommer eine Wegmarke erreicht sein, sagte Reuß. Entweder ist das Interesse so groß, dass es in ein Ausschreibungsverfahren mündet. Oder es müssen Interessenten gesammelt und ein Bauträger oder eine Bürgerbaugemeinschaft gefunden werden. „So ist das in einem kleinen Ort, wo der Markt das nicht von allein löst.“ an

Nichts ist komplett vom Tisch.“

Albrecht Reuß,, Büro Citiplan

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