44-Jähriger ersticht Betreuerin in Waldstetten

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Schrecklicher Vorfall am Mittwochvormittag in Einrichtung der Stiftung Haus Lindenhof. Der 44-jährige Mann konnte nach Flucht beim Sportplatz festgenommen werden.

Waldstetten. Ein schrecklicher Vorfall ereignete sich am Mittwochvormittag in der Prodi-Werkstatt der Stiftung Haus Lindenhof. in der Rechbergstraße in Waldstetten. Nach bisherigen Erkenntnissen hat dort ein 44-jähriger Mann eine 61-jährige Frau mit Messerstichen so schwer verletzt, dass sie rund eine Stunde später in der Klinik an diesen Verletzungen starb.

Polizeisprecher Holger Bienert schildert den Ablauf nach den bisher vorliegenden Informationen so: Der Mann, der seit geraumer Zeit in der Werkstatt arbeitet und betreut wird, suchte die Frau in deren Büro auf. Es gab ein Gespräch, dann zog der 44-Jährige "unvermittelt" ein Messer hervor und stach auf das Opfer ein. Für diesen Ablauf gebe es auch Zeugen, so Bienert auf Nachfrage. Der Mann flüchtete danach aus der Werkstatt. Die Polizei suchte ihn mit einem Großaufgebot, mehr als zehn Streifenwagen und weitere Kräfte waren dabei im Einsatz.

Eine Streifenwagenbesatzung konnte ihn ungefähr eine Viertelstunde später im Bereich des Sportplatzes im Brunnenweg festnehmen. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen wird beim zuständigen Gericht einen Unterbringungsbefehl in einer psychiatrischen Einrichtung für den Festgenommenen beantragen, kündigte sie am Mittwoch an. Der Beschuldigte werde an diesem Donnerstag dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar. "Auch das Motiv ist noch Gegenstand der Ermittlungen", sagt Holger Bienert. Die Kriminalpolizei sperrte den Bereich der Werkstatt nach der Tat für die Spurensicherung ab. Die Werkstatt wurde geräumt. Die Betreuer und die Menschen, die in der Werkstatt gearbeitet haben, wurden ins Gemeindehaus gebracht und von einem Kriseninterventionsteam psychisch betreut.

Unglaublich bestürzt

Die Vertreter der Stiftung Haus Lindenhof zeigten sich am Nachmittag erschüttert über das Geschehen. Die Stiftung gab diese Stellungnahme heraus: "Die Mitarbeitenden und Beschäftigten der Prodi-Werkstatt sowie alle Mitarbeitenden der Stiftung Haus Lindenhof sind natürlich unglaublich bestürzt und geschockt über dieses tragische Unglück. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen des Opfers." Weitere Aussagen seien derzeit nicht möglich, auch um die laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei nicht zu beeinträchtigen.

Ein Angebot zur Teilhabe am Arbeitsleben

Die Prodi-Werkstatt gehört zur Stiftung Haus Lindenhof und bietet nach deren Angaben Berufsbildungs- und Arbeitsplätze. Das Angebot richtet sich besonders an Menschen mit psychischer Behinderung. Auch Menschen, die aufgrund einer Erkrankung vorübergehend oder langfristig nicht am allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sind, können dort am Arbeitsleben teilhaben, ebenso Menschen mit Hörbehinderung. In der Werkstatt selbst werden diese Arbeitsbereiche angeboten: Montage, Kunststoff- und Metallbearbeitung, Konfektionieren und Verpacken. Außerdem gibt es Außenarbeitsplätze und die Möglichkeit zu Tätigkeiten in inklusiven Betrieben.

Die Polizei sperrte den Bereich um die Prodi-Werkstatt in der Rechbergstraße nach der Tat für die Spurensuche ab. Die Menschen, die in der Werkstatt waren, wurden im Gemeindehaus betreut.

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