Biker sicher fahren lassen

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Die Motorrad-Saison ist gestartet. Der Parkplatz am Aasrücken ist bei Bikern ein beliebter Park- und Rastplatz.

Was die Gemeinde Waldstetten plant, um zu laute und zu schnelle Motorradfahrer auszubremsen und um für mehr Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu sorgen.

Waldstetten

Viele Monate haben die meisten Biker auf das Frühjahr gewartet. Seit März können sich jetzt viele Motorradfahrer – dank ihrer Saisonkennzeichen – den "Wind um die Nase blasen lassen". Das Frühlingserwachen der Natur auf zwei Rädern zu entdecken, hat seinen besonderen Reiz. Doch neben der Gefahr auf den noch kalten und verunreinigten Straßen zu Fall zu kommen, weckt der Saisonstart bei einigen Fahrern den Übermut. Die Folge sind teilweise Zweiradrennen und Fahrer, die mit zu lauten Maschinen unterwegs sind. Diese "Zweiradhelden" machen jedoch lediglich einen kleinen Teil der gesamten "Motorradzunft" aus, bringen diese aber im Gesamten in Verruf.

Die Luft wird "immer dünner"

Das Landesverkehrsministerium und einige Kommunen einigten sich daher im Juli 2019 auf die "Initiative Motorradlärm". Diese hat über den Winter für die Motorradfahrer erschreckende Ausmaße angenommen, erklärt Bernhard Feifel, Verantwortlicher des Biker Union-Regionalbüros Schwäbisch Gmünd. Stand November 2020 sind bislang 158 Mitglieder der Initiative beigetreten, davon 144 Städte und Gemeinden, zwölf Landkreise und der Regionalverband Südlicher Oberrhein. "Somit wird die Luft für uns Motorradfahrer immer dünner", meint Feifel.

Das Ziel der "Initiative Motorradlärm": Die rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um Motorradlärm wirkungsvoll einzudämmen. Unter anderem gibt es hierbei Forderungen nach leiseren Motorrädern, einem leiseren Fahrstil der Biker und konsequenteren Sanktionierungen für rücksichtsloses Fahren.

Auch die Gemeinde Waldstetten hat sich der baden-württembergischen "Initiative Motorradlärm" angeschlossen, Bei einem Gespräch mit der Biker Union im Juni 2020 bekräftigte Bürgermeister Michael Rembold, dass Motorradfahrende in der Region herzlich willkommen seien und dass es nicht das Ziel sei, Fahrverbote oder Streckensperrungen anzuordnen. Denn diese träfe auch die überwiegende Mehrheit der Motorradfahrer, die sich an die Regeln halten.

Die Gemeinde Waldstetten erlebte den diesjährigen Saisonstart als "ruhig und verhalten", erklärt Michael Rembold auf Nachfrage. Auffälligkeiten oder Beschwerden aus der Bevölkerung habe es bisher nicht gegeben. Die Gemeinde Waldstetten, so der Bürgermeister, habe dennoch die vergangenen Monate intensiv dafür genutzt, um verschiedene Maßnahmen umzusetzen, die den Verkehrslärm reduzieren und Temposünder ausbremsen sollen. Gleichzeitig, so Rembold weiter, solle mit diesen Maßnahmen die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer erhöht werden.

Erhöhte Aufmerksamkeit

In der Mitte der beliebten Biker-Strecke, der L 1159 zwischen Winzingen und Straßdorf, liegt Wißgoldingen. Die dort an den Ortseingängen installierten Geschwindigkeitsmessanlagen bestätigen eine erhöhte Aufmerksamkeit von Autofahrern und Bikern. "Darüber hinaus haben wir uns intensiv mit unserem Ortschaftsrat Gedanken gemacht, wie man schwächere Verkehrsteilnehmer wie Kinder und ältere Menschen bei Übergängen besser schützen kann", erklärt Rembold. So soll es zeitnah am Ortseingang von Rechberg kommend eine Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer geben. "Das Land und der Kreis haben dieser Maßnahme bereits zugestimmt", sagt der Bürgermeister.

Damit nicht genug: Bei einer geplanten Verkehrsschau mit dem Landkreis und der Stadt Schwäbisch Gmünd soll es um weitere Maßnahmen zur Entschärfung der Landesstraße zwischen Wißgoldingen und Rechberg gehen. Auf dieser Strecke waren im vergangenen Jahr zwei Motorradfahrer tödlich verunglückt. Daher sei es Rembold ein Anliegen, diese Strecke "genau in den Blick" zu nehmen.

Querungshilfen installiert

Zum Schutz für Fußgänger und zur Geschwindigkeitsreduzierung wurde in der Vergangenheit eine neue Querungshilfe an der Ortseinfahrt Waldstetten von Straßdorf kommend gebaut. Als weitere Maßnahmen hat sich die Gemeinde für einen Radschutzstreifen in der Straßdorfer Straße entschlossen, ein weiterer ist in der Ortsdurchfahrt von Wißgoldingen geplant.

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