Bilanz einer schwierigen Freibadsaison

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Waldstetter Freibadteam und Verwaltung blicken auf eine unbefriedigende Badesaison: Erst ging sie wegen Corona verspätet los, dann musste der Betrieb im Schichtbetrieb mit einer verminderten Höchstzahl an Badegästen laufen.

Erst verspätet durfte das Waldstetter Freibad unter strengen Pandemie-Maßgaben in die Saison starten. Dank des guten Wetters gibt's immerhin eine Woche Badespaß obendrauf.

Waldstetten

Die Freibadsaison hat Waldstetten viel abverlangt. Bürgermeister Michael Rembold, der am Montag Bilanz zog, war glücklich, die "verspätet begonnene Badesaison positiv über die Bühne gebracht" zu haben. Es sei die schwierigste überhaupt gewesen, sagte er am Rand des 50-Meter-Beckens.

Im Bad tummelten sich am späten Vormittag etwa zwei Dutzend vornehmlich ältere Badegäste. Denn Waldstetten spendiert seinen Bürgern ein Bonbon: "Angesichts der positiven Wetterprognose halten wir das Bad eine Woche länger geöffnet", sagte Rembold. Normalerweise sei mit dem Ferienende Schluss.

Für die Gemeinde wird die Saison auch finanziell unbefriedigend. Zwar habe ein Freibad noch nie kostendeckend betrieben werden können, aber gegenüber 30 Prozent Kostendeckung in normalen Jahren rechnet Rembold nun mit nur zehn Prozent. Circa 100 000 Euro weniger werden 2020 eingenommen. Also ungefähr so viel, wie die Gemeinde in normalen Jahren an Eintrittsgeldern kassiert. Dieses Jahr klingeln nur knapp 43 000 Euro in der Kasse. Auch die Besucherzahlen waren mit knapp 15 500 Besuchern deutlich geringer. Normalerweise liegen sie um die 100 Prozent darüber.

Es fehlen Einnahmen durch die verspätete Eröffnung Anfang Juni. Und der coronabedingte Zwei-Schicht-Betrieb – von 9 bis 13 und von 13 Uhr bis Betriebsschluss – habe die Besucherzahlen verringert.

Dafür wurden Einzelpreise verlangt. 2,40 Euro vormittags, 3,60 Euro nachmittags, Jahres- oder Kombikarte gab es nicht, denn das Hallenbad habe nicht parallel betrieben werden dürfen, sagte Rembold. Dennoch werde nicht daran gedacht, etwa im nächsten Jahr die Eintrittspreise zu erhöhen: "Wir gehen davon aus, dass 2021 ein Übergangsjahr wird. Vielleicht müssen wir ja auch dann unter Pandemiebedingungen arbeiten", befürchtet der Bürgermeister.

Sie haben sich alle an die regeln gehalten.

Kevin Liedle, Schwimmmeister

Erstmal ständig Handwerker

Er bedankte sich bei seinen Mitarbeiten, die halfen, das Bad im Vorfeld coronagerecht herzurichten. Mehrere Mitarbeiter seien ausgefallen. Dazu gab es anfängliche Schwierigkeiten mit der Betriebsanlage: "Wir hatten ständig Handwerker hier", erinnerte sich Rembold.

Der neue Schwimmmeister Kevin Liedle bewertete seine erste Saison im Waldstetter Bad positiv: "Ich habe mich wohlgefühlt." Er dankte den Badegästen: "Sie haben sich alle an die Regeln gehalten." Für eine Ortschaft mit 7100 Einwohnern seien zwei Bäder einerseits eine Herausforderung, andererseits ein Qualitätsmerkmal, stellte Rembold fest. Das Hallenbad verfüge nicht über personelle Reserven und werde daher erst am 2. November, nach den Herbstferien, zunächst für den Schulbetrieb öffnen. Für die Öffentlichkeit stehe es ab Dienstag, 3. November, zur Verfügung.

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