Corona mit Reimen und Karikaturen zu Leibe gerückt

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V. l.: Bürgermeister Michael Rembold, Autor Robert Nachtigall, Hauptamtsleiterin Tamara Stöckle und Gestalter Thomas Simmler freuen sich am neuen Heimatbüchlein.

Der Waldstetter Robert Nachtigall hat mit spitzer Feder die Pandemie begleitet.

Waldstetten. Soll er, soll er nicht? Robert Nachtigall hat gehadert, ob er tatsächlich ein Büchlein zur Corona-Pandemie herausgeben soll. Dann hat er sich gesagt, „wenn 's net rausgibsch, wird die Pandemie au net besser“. Außerdem „druckt's mich dann so“, dass er zur Feder greifen muss. Diese Sätze sagen einiges darüber aus, was Leserinnen und Leser des „3G-Buch: gekauft, gelesen, geschmunzelt“ erwartet. Denn der Waldstetter, der unter anderem durch scharfzüngige Büttenreden, die „Notzeitung“ zur Waldstetter Fasnet oder sein voriges Buch „...wenn's Waldstett‘ net scho geba tät!“ bekannt ist, hat sich nun humorvoll mit Gedichten und Karikaturen an der Pandemie abgearbeitet.

So erklärt Nachtigall etwa den Unterschied von Korona und Corona in Reimform. Ersteres etwa die Bezeichnung für den Strahlenkranz der Sonne, letzteres im christlichen Sprachgebrauch der Heiligenschein. Und „hundsgemein ist nur das Covid Nummer eins neun“. Nachtigall streift über das Thema Hamsterkäufe, macht aus Kunstwerken mit Sprechblasen versehene Karikaturen und lässt etwa Jesus in da Vincis berühmten Bild vom letzten Abendmahl zu den Jüngern sprechen: „Wie oft soll ich es euch denn noch sagen? Es sind nur Gruppen von maximal drei Personen erlaubt.“ Eine andere Karikatur lobt Schultes Michael Rembold, weil der den Wasserpreis gesenkt hat, wo sich in der Pandemie doch alle fleißig die Hände waschen sollen.

Der Bürgermeister spart seinerseits auch nicht mit Lob für Nachtigalls „große Begabung, mit Worten umzugehen“, zumal in Reimform. „Humoristisch, aber mit Hintersinn“, sei das Buch, das mit finanzieller Unterstützung von Gemeinde und Kreissparkasse zustande gekommen sei. Rembold spricht auch vom schmalen Grat, an eine Pandemie humoristisch heranzugehen. Was Nachtigall, wie dieser selbst sagt, auch deshalb gelinge, weil seine Frau vorab die Texte lese, „und die ist sehr kritisch“.

In Buchform gebracht hat die Texte und Karikaturen Thomas Simmler vom „Schnappschuß“ in Waldstetten. Weil sich dauernd Neues zur Pandemie ergeben hatte, habe es schon nicht zu Nachtigalls 80. Geburtstag im Oktober gereicht, aber diesen Januar sollte „ein Knopf dran“. Simmler ist sich jedoch ziemlich sicher, „dass noch das ein oder andere kommt“. Schließlich spricht Nachtigall selbst im Vorwort von einer Zwischenbilanz.

Die Matinee mit Robert Nachtigall im Waldstetter Bürgerhaus ist am Sonntag, 27. März, um 10.30 Uhr. Den Erlös der dort verkauften Bücher für je 14,60 Euro spendet der Autor zur Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge in Waldstetten.

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