Daheim statt im Nachbarkreis

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Heimatnahes Impfen: Gisela und Ernst Zeller aus Wißgoldingen bekommen alles gezeigt.
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Auftakt des Impfzentrums in der Waldstetter Stuifenhalle: 226 Termine von Freitag bis Sonntag stehen fest. Bürgermeister Rembold bieten Arztpraxen im Ort Mitnutzung an.

Waldstetten

Wir hätten viermal nach Heidenheim fahren müssen", sagt Horst Bieg. Jetzt sitzt der Senior aus Weilerstoffel neben seiner Frau Christa in der Stuifenhalle im Ruhebereich. Beide haben eben ihre Corona-Schutzimpfung bekommen.

Am Freitag hat die Arbeit im Waldstetter Impfzentrum begonnen, bis einschließlich Sonntag sind 226 Impftermine angesetzt, je 72 am Freitag und Samstag, 82 dann am Sonntag. Im Einsatz sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sowie 20 Waldstetter DRKler, die abwechselnd Dienst tun. "In der Krise zeigt sich, wo unsere richtig starken Ortsvereine sind – in Waldstetten ist das sehr gut", sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Steffen Alt.

Der Brief aus dem Rathaus mit dem Impfangebot kam gerade noch rechtzeitig für die Biegs. "Einen Tag bevor der erste Termin in Heidenheim gewesen wäre", erzählt Horst Bieg. In Waldstetten kommen, im Gegensatz zu den großen Impfzentren, Ehepaare gemeinsam dran. "Eine feine Sache", sagt Christa Bieg. Und nicht so schwierig, wenn man wie die Gemeinden nah dran ist an den Bürgern, findet Michael Rembold.

Hätte der Waldstetter Bürgermeister etwas zu verkaufen, müsste man jetzt sagen: Der Mann macht mächtig Werbung für seinen Laden. Weil er die Impfstraße in der Stuifenhalle als Beleg dafür anführt, dass das Impfen in der Zusammenarbeit von Gemeinden und Landkreis am besten funktioniert – als möglichst unkomplizierter Service für die Bürger. "Die kommunale Familie ist intakt, die müssen uns nur lassen." Das sieht auch sein Gmünder Kollege Christian Baron so: "Hätte man das von Anfang an in kommunale Hände gelegt, wäre es anders gelaufen." Wenn die drei Tage in Waldstetten absolviert sind, bleibt in der Stuifenhalle alles stehen. Vom 7. bis 9. Mai wird dann jeweils die zweite Impfung verabreicht.

Ärzte in die Stuifenhalle?

Das Impfzentrum in Gmünd, das sich das eingesetzte mobile Impfteam mit Waldstetten teilt, macht ab Montag allerdings kurz Pause. "Dann ist drei Tage lang Neresheim dran, ab Gründonnerstag geht es bei uns weiter", so Baron.

Wir hätten viermal nach Heidenheim fahren müssen.

Horst Bieg, Weilerstoffel

Michael Rembold sieht die Möglichkeit, dass die Infrastruktur in der Stuifenhalle noch für mehr Impfungen genutzt wird: "Wenn Mitte bis Ende April Impfstoff da ist, haben wir den Ärzten im Ort angeboten, hier zu impfen", sagt Rembold. Vier Praxen gibt es in Waldstetten, bis jetzt habe eine Interesse an dem Angebot bekundet.

Interesse an der Organisation des Impfzentrums in Waldstetten hatten auch andere Kommunen. Hauptamtsleiterin Tamara Luckas hatte kleine Delegationen zu Gast aus Heubach, Leinzell und Kernen im Remstal. "Man muss da ja das Rad nicht immer neu erfinden", sagt sie. Ihr Team hatte sich vorher in Mutlangen und Gmünd informiert.

"99 Prozent sind sehr dankbar"

Sollte es Absagen geben, wird auf die Warteliste zugegriffen. Dort stehen Waldstetter drauf, die in Kürze 80 werden. Am ersten Tag waren bis zum Mittag alle da, die einen Termin hatten. Absagen seien Einzelfälle, "99 Prozent der Leute sind sehr dankbar", erzählt Christian Baron nach sieben absolvierten Impf-Tagen mit bisher 528 Geimpften im Gmünder Zentrum in der Schwerzerhalle. Einen Fall außergewöhnlicher Art hat er erlebt: "Eine Frau hat abgesagt, weil sie einen Friseurtermin hatte."

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