Die Bratwurst aus dem Pop-up-Imbiss

+
Tatjana Weingard mit Vater Peter Hafner (l.) und Onkel Walter Hafner junior im Imbiss am alten Waldstetter Rathaus, der als Ersatz für den Einsatz auf dem Gmünder Weihnachtsmarkt gute Dienste tut.
  • schließen

Wie die Pandemie „Hafner's Imbiss“ vom Gmünder Weihnachtsmarkt zum Waldstetter Rathaus brachte.

Waldstetten.Das 11-Uhr-Hunger-Loch tut sich auf, vormittags neben dem alten Waldstetter Rathaus. Denn dort duftet es neuerdings um diese Zeit appetitanregend nach Bratwurst und Pommes. „Hafner's Imbiss“ hat dort seinen Stand aufgeschlagen. Nicht dauerhaft, sondern als Ersatz für den Einsatz beim kurzfristig coronabedingt abgesagten Gmünder Weihnachtsmarkt, wo „Hafner's Imbiss“ in normalen Jahren den Bereich am Prediger dominiert. Während einige der Marktbeschicker in leerstehenden Gmünder Läden Pop-up-Stores eröffnen konnten, musste für den Imbiss eine andere Lösung her. In Waldstetten steht nun ein kleinerer Stand, hinterm Bedientresen Tatjana Weingard, ihr Vater Peter Hafner und ihr Onkel Walter Hafner junior, die das Essen für die Kundschaft vorbereiten.

„Hafner's Imbiss“ gehört bei Festen, Krämermärkten und beim Weihnachtsmarkt ins Gmünder Stadtbild und ist auch stets beim Waldstetter Herbst dabei. Tatjana Weingard hat schon mit zwölf Jahren im Imbiss geholfen, den einst ihr Opa begründet hat. Im Januar 2020 hat sie das Geschäft zusammen mit ihrem Mann Daniel übernommen. „Und dann kam Corona“, sagt Tatjana Weingard. Bereits im vergangenen Jahr hatte ihr Mann bei der Waldstetter Verwaltung angefragt, ob der Imbiss von Gmünd auf den Platz neben dem Waldstetter Rathaus ausweichen könne. Damals ging's nicht, denn es kam der zweite Lockdown und im alten Rathaus lief sowieso noch das Alltagsgeschäft. Doch seit die Verwaltungsmitarbeiter im Sommer ins Interimsrathaus umgezogen sind, werden die Parkplätze am alten Rathaus nicht mehr gebraucht.

Zwei Wochen aufgebaut

Zwei Wochen lang hatte die aus Waldstetten stammende Familie, die das Imbissgeschäft bereits in dritter Generation betreibt, zunächst den Stand für den Gmünder Weihnachtsmarkt aufgebaut und dekoriert. Um dann - wie alle anderen - wieder abzubauen. Denn mit dem Eröffnungstermin trat die 2G-plus-Regelung in Kraft - nur Geimpfte oder Genesene mit aktuellem negativem Coronatest durften in den Genuss des gastronomischen Angebots kommen. Und das funktioniere im Imbissgeschäft nicht. „Wir leben von der Laufkundschaft“, erklärt Tatjana Weingard. Bis die kontrolliert sei, sei deren Mittagspause schon vorbei.

Am Stand in Waldstetten gibt's keinen Aufenthaltsbereich für Kunden, Bratwurst und einige Imbissspezialitäten mehr to go sind hier angesagt. Tatjana Weingard war anfangs etwas skeptisch, ob der Imbissstand angenommen würde. Das Angebot ist etwas kleiner, als üblicherweise auf dem Gmünder Weihnachtsmarkt, dafür gebe es ein Tagesgericht. Die Resonanz „hat unsere Erwartungen übertroffen“, freut sich Tatjana Weingard. Nicht nur Waldstetter holen sich hier Essen, kürzlich seien Imbiss-Fans aus Bartholomä angereist. Manche haben schon nach einem dauerhaften Stand gefragt. Doch die Imbiss-Familie ist zwar traditionell bei den großen Gmünder Festen und Märkten und beim Waldstetter Herbst präsent, aber die Weingards haben Hauptberufe, denen sie nachgehen, und lassen sich jeweils für die Festeinsätze freistellen, erklärt Tatjana Weingard.

Noch bis zum 8. Januar öffnen Tatjana Weingard und ihre Familie montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 14.30 Uhr, außer sonn- und feiertags und an Silvester, den Imbissstand am alten Waldstetter Rathaus. Und am letzten Tag, „bis alles weg ist“. Anja Müller

Wir leben von der Laufkundschaft.“

Tatjana Weingard, Imbissbetreiberin

Zurück zur Übersicht: Waldstetten

Mehr zum Thema

Kommentare