Die Vögel stechen nun sofort ins Auge

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Netzwerker fürs zunächst unbekannte Relief (v. l.): Martin Hofmann, Michael Rembold, Dieter Engelhardt, Monika Baumhauer, Friedrich Kopper, Dietmar Burkhardt und Susanne Blessing. Foto: Tom
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Das Relief an der Waldstetter Gemeinschaftsschule ist jetzt nicht nur eindeutig dem Gmünder Künstler Sepp Baumhauer zugeordnet. Es hat, frisch restauriert, auch einen besseren Platz bekommen.

Waldstetten

Wer das Waldstetter Grundschulgebäude verlässt, hat's nun direkt vor Augen: das frisch restaurierte, zweiteilige Vogelrelief, das sich als Auftragsarbeit des Gmünder Künstlers Sepp Baumhauer entpuppt hat. „Der beste Platz“, findet der stellvertretende Schulleiter Martin Hofmann bei der offiziellen Übergabe des Werks an die Schule.

Einer, der während der Sanierungs-und Erweiterungsarbeiten an der Schule schon „gefühlt 1000 Mal“ daran vorbeigelaufen ist, als das Mosaik angegriffen von äußeren Einflüssen noch an der Außenwand hing, ist Dieter Engelhardt. Er gesteht „die Ignoranz des Architekten gegenüber der Kunst“ ein, und das, obwohl er als Fan von Sepp Baumhauer schon vor 30 Jahren eine seiner Bronzefiguren erstanden hat. So habe das Relief zu Recht seinen Platz in der Schule, nicht nur aus Gründen der Tradition, sondern weil es von dem Gmünder Künstler stammt.

Obwohl Engelhardt von der Bedeutung des Werks nicht sofort überzeugt war, hat er sich bei der Suche nach einem Restaurator eingebracht, als Dietmar Burkhardt im Herbst 2020 die Detektivarbeit um das Relief begonnen hatte. Dass dieses nun wie neu im Schulhaus hängt, „ist für mich gelebte Heimatliebe“, sagt Burkhardt. Die hatte ihn bei seiner Suche angetrieben, schließlich begegneten auch ihm die Baumhauer-Vögel mit schöner Regelmäßigkeit: als Grundschulbub; später immer dann, wenn er in die Schule kam, um sich Rat beim Papa, dem langjährigen Konrektor der damaligen Bergschule zu holen. Schließlich in seiner Lehrerausbildung beim Landschulpraktikum.

Burkhardt brachte auf seiner Recherche das Relief ins Gespräch - bei Bürgermeister Michael Rembold, dem ehemaligen Schulleiter Wolfgang Göser, Heimatvereinsvorsitzendem Rainer Barth, über einen Aufruf im Amtsblatt und einen Artikel in der Gmünder Tagespost. Am Ende war es Gemeindearchivar Friedrich Kopper, der anhand eines alten Zeitungsartikels und einer Rechnung über Kunst am Bau - von Baumhauer stammte auch das Relief „Der gute Hirte“ am Schulgiebel - die richtigen Schlüsse zog.

Monika Baumhauer freut sich, dass die Kunst ihres Vaters „so wertgeschätzt“ wird. Den Kontakt zu Sepp Baumhauers Tochter hat wiederum ihre Waldstetter Freundin Susanne Blessing hergestellt. Und er hat sich gelohnt. „Ich hatte noch dieselben Farben im Gewölbekeller“, erzählt Monika Baumhauer. So konnte der Glaser ihres Vertrauens, mit dem sie ihre eigenen Kunstprojekte umsetzt, mit den Originalfarben arbeiten und hat daraus „opakes, dichtes, mundgeblasenes Glas“ hergestellt, mit dem das Relief restauriert werden konnte.

Die Verwaltung hat für die Restauration 3100 Euro ausgegeben, sagt Bürgermeister Michael Rembold. Er freut sich, wie alle fürs gute Ganze zusammengearbeitet haben, verspricht Dietmar Burkhardt, dass zur offiziellen Übergabe des sanierten Schulgebäudes eine Infotafel zum Relief kommt und versichert Monika Baumhauer: „Das Erbe von Ihrem Vater lebt.“

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