Die Wäschgölten ziehen um

+
Wie sich's gehört für Waldstetter Wäschgölten, packen die Umzugshelfer (v. l.) Rolf Martin, Thomas Simmler und Uli Meier das Faschingszubehör für den Umzug vom alten Rathaus in die neue Wäschgöltenheimat statt in Kisten in einen Waschzuber - eine Wäschgölt. Foto: Tom
  • schließen

Massive Preissteigerungen am Bau machen den Waldstetter Wäschgölten zu schaffen, das neue Domizil haben sie trotzdem pünktlich fertigbekommen.

Waldstetten

Von dem Plan, am 11. 11., dem Beginn der Fasnetssaison, die Wäschgöltenheimat, den gemeinsamen Neubau der Waldstetter Wäschgölten und des Pfadfinderstamms „Einhorn“ zu beziehen, haben sich die Wäschgölten verabschiedet, erklärt Präsident Martin Ehmann. Weil das alte Rathaus in der Waldstetter Ortsmitte abgerissen wird, mussten die bisher dort untergebrachten Pfadfinder und Wäschgölten eine neue Unterkunft suchen. In der Carl-Zeiss-Straße hat die Gemeinde ein Baugrundstück erworben, das den beiden Vereinen zur Verfügung gestellt wurde.

Im Oktober 2021 war Spatenstich, das „Bauherrenmodell“ schritt voran. Derzeit sehe es allerdings auf der Baustelle „ziemlich wild“ aus, bekennt der Präsident. Und es drängt die Zeit, zumindest für die Wäschgölten. Die haben zwar so ziemlich alles an beweglichem Mobiliar in den Neubau umgezogen. Aber Anfang September muss der große Motivwagen des Faschingsvereins sein bisheriges Domizil, das alte Rathaus verlassen. Dessen Abriss ist Anfang September vorgesehen, die Baufirma habe aber signalisiert, früher zu beginnen.

Kein kleiner Umzug

Einen kleinen „Faschings-Umzug“, wenn der Motivwagen vom verlegt wird, werde es nicht geben, meint Ehmann. Gerade in der Urlaubszeit müsse der Verein schauen, welche Helfer greifbar sind.

Das neue Domizil ist für den Motivwagen bereit, sagt Ehmann, der könne als überdimensionale Umzugskiste dienen. Bewegliche Teile, die für den Wagenbau benötigt werden, könne man dort reingepackt einfach ins neue Heim transportieren.

Während im Untergeschoss der Wäschgöltenheimat Schränke und Regale bereits Einzug gehalten haben, ist auf der zweiten Ebene bisher erst der Boden verlegt. Dieser Bereich soll später allen Vereinsmitgliedern zum Aufenthalt, für Besprechungen oder als Trainingsraum zur Verfügung stehen. Zwar sei es wichtig gewesen, den Wagenbau gut unterzubringen, das Gebäude soll aber allen Wäschgölten, wie der Name schon sagt, als Heimat dienen, erklärt Ehmann.

Teuer oder nicht zu bekommen

Alle weiteren Innenausbauten sollen in Eigenleistung erbracht werden. Dennoch macht den Wäschgölten der massive Preisanstieg bei den Gewerken zu schaffen, mit dem im Vorfeld niemand habe rechnen können. Entweder sei das Baumaterial immens teuer oder gar nicht erhältlich, sagt Ehmann und nennt als Beispiel die geplante Außentreppe, für die zunächst rund 8000 Euro kalkuliert wurden. Unter 24 000 Euro sei heute eine solche Außentreppe nun nicht mehr erhältlich. Man müsse jetzt nichts „erzwingen“ hofft der Präsident auf lange Sicht auf einen Preisverfall bei Baumaterialien. Trotzdem werden die Wäschgölten nicht um eine Nachfinanzierung herumkommen, Glück sei es, viele fähige Vereinsmitglieder an den richtigen Stellen bei Planung, Bau und Finanzierung zu haben, sagt Ehmann. Glück sei es zudem gewesen, Veranstaltungserlöse bei der Finanzierung außen vor zu lassen. Corona habe gezeigt, wie schnell sich solche erwarteten Einnahmen in nichts auflösen.

Zurück zur Übersicht: Waldstetten

Kommentare