Drei Sirenen sollen warnen

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Weil etwa Handys oder Medien, was Warnungen betrifft, keine Weckfunktion haben, setzen Waldstetter Verwaltung und Feuerwehr auf drei neue Sirenen im Gemeindegebiet.
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Zu Anlagen in Waldstetten und Wißgoldingen kommt eine in Weilerstoffel. Feuerwehr muss lang auf einen von zwei nötigen Transportwagen warten.

Waldstetten

Zwei Sirenen unterhält Waldstetten – als eine von wenigen Kommunen im Ostalbkreis – im Gemeindegebiet: eine auf dem Schulhaus Kramer am Waldstetter Kirchberg, eine auf dem Feuerwehrhaus in Wißgoldingen. Die können nur Alarm, aber keine Warnungen, erläuterte Bürgermeister Michael Rembold in der Sitzung des Gemeinderats. Im Hinblick beispielsweise auf die Erfahrungen mit Hochwasser in Waldstetten - „die Reaktionszeit ist sehr, sehr kurz“ - und – etwa in Bezug zum Ukrainekonflikt - auf andere Gefahren, wolle die Verwaltung diese austauschen und eine weitere auf dem Wasserhochbehälter in Weilerstoffel installieren.

Nach den fatalen Erkenntnissen vom bundesweiten Probe-Warntag hat der Bund 2021 ein Förderprogramm für Sirenen aufgelegt. Allerdings: Damit es für die Sirenen Fördergelder gibt, müssen diese elektronisch arbeiten, erläuterte Feuerwehrkommandant Ingo Brosch. Waldstetten gehöre wohl zu den ersten Gemeinden, die von den 70 Prozent Zuschuss profitieren wollen, meinte der Bürgermeister. Im Haushaltsplan sind 48 000 Euro für die Beschaffung der drei Sirenen vorgesehen, der Bund bezuschusst 32550 Euro. Nun hat der Gemeinderat einstimmig dem Auftrag zur Lieferung und Montage der Sirenen für rund 36000 Euro zugestimmt, dazu kommen noch Kosten für Hubsteiger und weitere Funkgeräte. Und allein mit der Installation der Sirenen ist es nicht getan, das machte Brosch deutlich. Es brauche auch ein Warnkonzept, das nun die Feuerwehr ausarbeitet. Auch der Landkreis müsse sich dieses Themas annehmen.

Brosch blickte zurück bis in die Zeit des Kalten Krieges, als die Sirenen aufgebaut und in Kombination mit Radiodurchsagen genutzt wurden. 1992 wurden die Alarmierungssysteme vom Bund außer Betrieb genommen. Anfang der 1980er hat die Waldstetter Feuerwehr umgestellt auf stillen Alarm und seit der Digitalisierung der Alarmierung seien die Sirenen seit mindestens einem Jahr nicht mal mehr im Testbetrieb gewesen. Bei Gefahrenlagen soll die Gesellschaft schnell informiert werden können, jedoch haben Nachrichten über Handy, Rundfunk und Medien „keine Weckfunktion“. Drum brauche es einen Beschallungsplan. Zusätzlich zu den Sirenen könnten mobile Warngeräte in gering besiedelten Gegenden zum Einsatz kommen, Lautsprecherfahrzeuge habe die Feuerwehr bereits drei.

Das Alarmierungskonzept gehöre zu den vorbeugenden Maßnahmen antwortete Rembold auf eine Frage von Cornelia Dangelmaier (CDU). Die Sirenen werden installiert „in der Hoffnung, dass wir‘s gar nicht brauchen“.

76 Wochen warten

76 Wochen muss die Feuerwehr in Wißgoldingen auf die Lieferung ihres neuen Mannschaftstransportwagens (MTW) warten, nachdem der Gemeinderat der Vergabe des Auftrags in Höhe von knapp 84 400 Euro zugestimmt hat. Brosch erläuterte die ursprüngliche, dringliche Idee, diesen und den Waldstetter MTW zeitnah durch zwei identische Fahrzeuge zu ersetzen, weil beide erhebliche Mängel aufweisen. Doch den erwarteten Mengenrabatt gab es nicht, immerhin jedoch einen Zuschuss vom Landkreis für ein Fahrzeug in Höhe von 13 000 Euro.

Mit den Sirenen ist es nicht getan.“

Ingo Brosch, Feuerwehrkommandant

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