Duftendes und blühendes Symbol der Auferstehung

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Pfarrer Dr. Horst Walter segnet die Weihbüschel beim Heimatmuseum in Waldstetten.
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150 Weihbüschel werden zu Mariä Himmelfahrt von Pfarrer Dr. Horst Walter in Waldstetten gesegnet.

Waldstetten „Ich bin total überwältigt von so vielen Gästen“, strahlte Rainer Barth am Samstagvormittag beim Heimatmuseum in Waldstetten. Die bereitgestellten Sitzgelegenheiten reichten bei weitem nicht aus, als Pfarrer Dr. Horst Walter die selbstgebundenen Kräuterbüschel weihte. Und so eine schöne Tradition ihre Kontinuität erhielt, schließlich gibt es diesen Termin seit nunmehr 21 Jahren.

Wer sich dem Heimatmuseum näherte, nahm am Samstag als Besucher den Duft der Weihbüschel wahr. Kein Wunder, waren es doch insgesamt 150 Sträuße, die zur Segnung auf Tischen drapiert waren. Die Bastelgruppe rund um Ingrid Weber hatte sich drei Tage vorher aufgemacht, um die „Zutaten“ für die Weihbüschel zu sammeln. „Am meisten findet man am Rain zwischen Metlangen und Straßdorf“, verriet Irene Weber.

Das 17-köpfige Team hatte die notwendigen Wildkräuter wie Thymian, Rosmarin, Salbei, Majoran oder auch Minze schnell zusammen. Diverse Blumen in den Weihbüscheln sind wiederum Spenden aus privaten Gärten. Was sich noch zu einem echten Weihbüschel dazugesellt? „Schalotten, Möhren, Fichsrain, kanadische Goldrute und natürlich als Glanzlicht, die Königskerze. Die darf nicht fehlen“, zählte Ingrid Weber auf. Dann ging es ans Säubern und Sortieren und Binden der Sträuße. „Wenn man bedenkt, wie viele Handgriffe dafür nötig sind“, sprach Dr. Horst Walter den Macherinnen und Machern der Weihbüschel große Anerkennung aus. Und erinnerte an die Legende vom Grab Mariens. Das durch die Jünger geöffnet worden war, der Leichnam der Mutter Jesu hatte allerdings nicht mehr darin gelegen. Stattdessen habe man Kräuter und Blumen gefunden. „Somit erinnern und auch diese Kräuter und Blumen hier an die Auferstehung, die uns allen zugesagt ist“, schilderte der Pfarrer.

In seiner kurzen Andacht ging der Geistliche auf den ersten Brief des Apostel Paulus an die Korinther ein. In diesem beschreibe der Apostel, dass in Christus alle lebendig gemacht werden. „Alle, die zu ihm gehören.“ An die vielen Besucher der traditionellen Weihe gewandt, kündigte er an: „Auch wir werden einmal dort sein, wo es grünt und blüht. Und nicht mehr im Grab sein. Wir haben das Versprechen der Auferstehung.“

Nach dem gemeinsamen Lied „Es blüht eine Blume ...“, segnete er die Büschel. Und bemerkte schmunzelnd: „Trotz der hohen Stimmlage haben alle ihr bestes gegeben.“

Die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Waldstetten-Wißgoldingen haben bereits eine nächste Aktion fest im Blick. Denn im Gespräch mit dieser Zeitung informierte Vorsitzender Rainer Barth über den Termin Mitte September, wenn zu „Mosten wie früher“ eingeladen wird. An der eigenen Presse wird der köstliche Saft hergestellt wie einst bei den Vorfahren. Zudem hängt bereits an der Fassade des Museums der Schriftzug „Erhard“, der auf die Sonderausstellung neugierig macht mit dem Namen „Die wunderbare Welt der Firma Erhard & Söhne“. Die Weihbüschel fanden reißenden Absatz. Die Tische unter dem alten Kastanienbaum leerten sich zusehends. Natürlich wurden auch die Weihbüschel gesegnet, die selbstgebunden von Zuhause mitgebracht worden waren. Anja Jantschik

Auch die vielen Gäste der Weihe segnet der Pfarrer.
Nach der Veranstaltung können die Büschel mitgenommen werden.

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