Ein Loch mitten im Ortskern

+
Der Anfang vom Ende: Das bisherige Waldstetter Rathaus ist zu, im Frühjahr wird es abgerissen. dann kommt erst einmal: nichts.
  • schließen

Wo jetzt noch das Waldstetter Rathaus steht, wird es auf unbestimmte Zeit eine umzäunte Brache geben. Immerhin: Drumherum sind einige Parkplätze vorgesehen.

Waldstetten. Es wird ein großes Loch geben mitten in Waldstetten, soviel steht fest. Denn das alte Rathaus in der Ortsmitte wird im kommenden Frühjahr abgerissen, auch wenn dort nicht wie geplant im September die Bauarbeiten fürs neue Rathaus beginnen. Grund ist ein anderes Loch: jenes, das die Corona-Pandemie in den Gemeindehaushalt gerissen hat, unter anderem mit hohen Verlusten bei der Gewerbesteuer. Weil die Verwaltung nicht weiß, wie und wann sich dieses Loch wieder auffüllt, muss sie sich nun um das andere Loch, die Brache auf dem Rathausareal Gedanken machen. "Wie man mit dem Loch umgeht, muss man sehen", sagt Bürgermeister Michael Rembold. Klar ist, dass die Sicherung des alten, nun leerstehenden Gebäudekomplexes Kosten verursachen würde, die die Verwaltung sparen möchte. Dass das alte Rathaus dennoch zumindest bis kommendes Frühjahr stehenbleibt und nicht wie geplant bereits diesen Herbst abgerissen wird, hängt damit zusammen, dass auch der gemeinsame Neubau der Wäschgölten und der Pfadfinder sich momentan verzögert. Beide Vereine haben bisher ihr Domizil im Rathaus. Klar sei bisher ebenfalls: Um das eingezäunte Loch im Waldstetter Ortskern herum wird es eine Freifläche geben. Dort können, wie bisher rund ums Rathaus, kurzzeitig Autos geparkt werden. Im kommenden Jahr könne dann erneut anhand der finanziellen Entwicklungen überlegt werden, ob die Gemeinde den Start des Rathausneubaus 2023 wagen kann.

Es geht bei dem geplanten Abriss nicht nur darum, das Gelände zu sichern, sagt Ortsbaumeisterin Maren Zengerle, sondern auch um die Frage: "Was bleibt stehen?" Wahrscheinlich bleibe die Kellerwand Richtung Straße bestehen, damit letztere nicht wegrutschen kann. Außerdem sei die Kellerwand gut geeignet als Baugrubensicherung. Ob die restlichen Grubenwände angeschrägt werden, müsse noch geklärt werden.

Für die Waldstetter Verwaltung scheint der nun auf unbestimmte Zeit ausgedehnte Aufenthalt im Übergangsrathaus kein Beinbruch zu sein. Zengerle etwa ist "gottfroh im neuen Rathaus", vor allem, seit sie kürzlich bei großer Hitze nochmal ins alte musste und den Unterschied im Raumklima im direkten Vergleich gespürt hat. Da das alte Rathaus mit den undichten Fenstern und ohne Isolierung, hier das neue Interimsgebäude in Holzbauweise mit Isolierung und Lüftung, schwärmt sie. "Ein Zugewinn", sagt auch Rathauschef Rembold. Ebenso die Büros, die später einmal als Zimmer in Sozialwohnungen dienen sollen. Sie böten eine angenehme Atmosphäre und Größe für die Verwaltungsarbeit. Kein Platz ist im Interimsrathaus allerdings für größere Sitzungen wie etwa die des Gemeinderats. Der wird sich in den kommenden Jahren auf Wanderschaft begeben müssen, wie das schon pandemiebedingt der Fall war, um die Hygienevorschriften, insbesondere Abstände, einhalten zu können. Die Stuifenhalle, die Mensa der Gemeinschaftsschule oder das Feuerwehrgerätehaus böten sich dafür an, sagt Rembold.

Der Umzug der Verwaltung ist komplett abgeschlossen. Aus dem alten Rathaus sei bereits alles ausgeräumt, sagt Rembold. Lediglich Dinge wie etwa Altpapier für die nächste Vereinssammlung lagere dort noch.

Was bleibt stehen?"

Maren Zengerle ,, Ortsbaumeisterin

Zurück zur Übersicht: Waldstetten

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare