Endlich wieder auf die Pauke hauen

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Yannick Krieg, Orga-Leiter der Waldstetter Lachabatscher, macht mit zwei Stoffstücken zumindest vage Andeutungen zum neuen Kostüm der Guggen.
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Die Waldstetter Lachabatscher haben in der Pandemie den Kostümwechsel vorbereitet. Zum Jubiläumsfest im September soll das Geheimnis gelüftet werden.

Waldstetten

Ich würde schon gern jeden Tag draufhauen“, das sagt Yannick Krieg nicht, weil er als Faschingsmensch gerade besonders frustrierende Zeiten erlebt. Sondern, weil es nichts bringt, allein für sich sein Instrument, die Pauke, zu üben. Bereits die dritte Fasnetssaison geht für Krieg und die Waldstetter Lachabatscher sang- und klanglos vorüber. „Es fehlt schon ein wichtiger Teil von unserer Freizeit“, sagt der Organisationsleiter der Guggen.

Fertig in der Garderobe

Wäre alles normal gelaufen, wären die Lachabatscher seit dem Start in die Kampagne am 11.11. in Charivari aufgetreten, also bunt gemischt in den Kostümen vergangener Zeiten. So machen sie das, wenn - üblicherweise alle drei Jahre - ein Kostümwechsel ansteht. Als Drachen, Elben, Steampunks, Azteken oder unter dem barock angehauchten Motto „Rock me, Amadeus“ waren die Lachabatscher schon unterwegs. Seit 2017 ist der „Dia de los Muertos“, der in Mexiko gefeierte Tag der Toten das Thema. Bei der Gugga Gaudi auf dem Kirchberg Anfang des Jahres, dem großen Konzert mit Gruppen aus anderen Orten, hätten sie ihr neues Kostüm vorgestellt. „Meins hängt fertig in der Garderobe“, sagt Krieg. Immerhin muss es da nicht bis nächstes Jahr warten. Denn in diesem Jahr soll für die Lachabatscher mit der abgesagten Saison nicht Schluss sein. Ist es in normalen Zeiten eigentlich nie, sagt Krieg. Denn die Guggen haben nicht nur während der Fünften Jahreszeit Auftritte, sondern beispielsweise auch bei den Festen der Altersgenossenvereine in Gmünd. Abgesehen davon gibt es die Lachabatscher 2022 seit 30 Jahren, und das soll gefeiert werden - mit einem Jubiläumsfest im September. Bei dem auch das gut gehütete Geheimnis um das Motto des neuen Kostüms gelüftet werden soll.

Eine Menge Arbeit liegt dann hinter den Lachabatschern. Ein bis eineinhalb Jahre Vorlauf braucht es von der Abstimmung über das Motto, der Festlegung der dominierenden Farben und Akzente, der Bestellung der Stoffe bis zum fertigen Häs, zählt Krieg auf. Viele der Lachabatscher können nähen, dennoch braucht’s auch Unterstützung von Schneidereien.

Ein bisschen Konkurrenzkampf mit anderen Guggengruppen sei bei der Wahl des Kostüms schon dabei, sagt Krieg. Wichtig ist aber auch: Die Musiker müssen darin einen ganzen Auftritt aushalten können. Der ausladende Reifrock etwa, der zum Drachenkostüm gehörte, sei für ihn als Paukenspieler „ziemlich hemmend“ gewesen, erzählt Krieg.

Was mit Walt Disney

Und so eine Saison ist lang und anstrengend. Am Ende tun die Knochen weh und sind die Lippen der Blasmusiker aufgesprungen, ist Kriegs Erfahrung. „Ich bin gelernte Trompete“, erzählt der 30-Jährige, der Fasching lange „von außen“ angeschaut und dann bei den Heubacher Schlosshexen angefangen hat. Vor neun Jahren haben ihn die Lachabatscher abgeworben. 2020 haben ihn die Mitglieder zum Orga-Leiter gewählt, seither heißt es coronabedingt vor allem abwarten. Zwar haben die Lachabatscher auch in der Pandemie Wege gefunden, sich zum Proben zu treffen - etwa an der frischen Luft und mit Abstand auf einem Gütle. Trotzdem: „Wir müssen erstmal unsere nicht gespielten Jahre aufholen“, sagt Krieg und kündigt ein straffes Programm zur Vorbereitung des Jubiläums an, mit regelmäßigen Proben möglichst auch in den Sommerferien. Für den schön schrägen Auftritt im neuen Kostüm, das, soviel verrät Krieg immerhin, etwas zu tun hat mit Walt Disney.


Die Lachabatscher mit 16 bis 20 Aktiven freuen sich über neue Mitspielende. Für jeden finde sich ein Instrument, das Spaß macht, sagt Krieg. Kontakt per E-Mail an: waldstetter-lachabatscher.de, und auf Facebook unter: Waldstetter Lachabatscher.

Als in der Pandemie nicht viel ging, haben die Waldstetter Lachabatscher coronakonform auf einem Gütle geprobt.

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