„Kein normales Jahr“ für das DRK

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Symbolfoto

Der Waldstetter DRK-Ortsverein hat in seiner jüngsten Jahreshauptversammlung Bilanz nach anderthalb Jahren Corona-Pandemie gezogen.

Waldstetten. Sanitätsdienste bei sportlichen, gemeindlichen und kirchlichen Veranstaltungen, Dienstabende, Fortbildungen und Blutspendetermine füllen alljährlich den Kalender der Waldstetter DRK-Mitglieder. Doch mit Corona war plötzlich kaum mehr etwas möglich. Wer aber nun denkt, der DRK-Ortsverein hätte in Corona-Zeiten keine Aufgaben mehr gehabt, täuscht sich. Denn der Dienst am Nächsten, den sich die Organisation auf die Fahnen geschrieben hat, wurde sehr schnell bei anderen, neuen Tätigkeiten realisiert: bei den zahlreichen Corona-Testungen und Blutspendeaktion, die weiterhin angeboten werden konnten.

Diese Flexibilität war es denn auch, die Waldstettens Bürgermeister Michael Rembold begeisterte, wie er bei der Jahreshauptversammlung des DRK-Ortsvereins lobte. Seiner Meinung nach sei die Gesellschaft auf der Suche nach Vorbildern. Davon habe er viele in den zurückliegenden anderthalb Jahren in Waldstetten und seinen Teilorten gesehen. Allen voran die Blaulichtorganisationen.

Rembold dankte dem DRK-Ortsverein für die Unterstützung der Gemeindeverwaltung in den vergangenen Monaten beim Testen und den Impfaktionen. „Damit haben die Mitglieder zugleich die Bürger unterstützt“, so der Bürgermeister. Dies gelte auch für die Mitarbeit beim Testen in der Stuifen-Apotheke und auf dem Schießtalplatz, wo der DRK-Kreisverband einige Monate eine Station betrieben hat. Imponiert haben dem Bürgermeister auch die Blutspendeaktionen, bei denen der Ortsverein mit gutem Beispiel vorangegangen sei.

Sie habe Einzigartiges erlebt mit dem DRK, begann Stefanie Haas von der Stuifen-Apotheke ihr Grußwort. Ende Dezember sei es mit dem Testen losgegangen. Im Februar nahm sie Kontakt zum DRK-Ortsvereinsvorsitzenden Martin Ehmann auf. Bei einer Fünf-Tage-Woche noch ganztags zu testen, sei dann einfach zu viel geworden. Durch das DRK habe sie eine „goldene Entlastung“ samstags erfahren und der Bürgerschaft Lebensqualität geschaffen. Ihren Dank untermauerte sie mit einem Scheck in beachtlicher Höhe.

669 Blutspender

Ehmann blickte zurück auf das Corona-Jahr 2020, das „kein normales Jahr gewesen ist.“ Fanden Anfang 2020 noch wie gewohnt Sanitätsdienste an zwei Tagen beim Stuifencup wie auch bei allen Fasnachtsveranstaltungen in Waldstetten statt, kam kurz darauf der Lockdown. Blutspende-Termine wurden über die Monate immer mehr an die Pandemie angepasst: im März Fiebermessen am Eingang und wie gewohnt ein warmes Essen für die Spender. Im September die verschärfte Version, begrenzte Terminvergabe, Fiebermessen, kaltes Essen zum Mitnehmen. Dank des guten Konzeptes in der fürs Blutspenden bestens geeigneten Stuifenhalle wurde der Dezember-Termin von Straßdorf kurzfristig nach Waldstetten verlegt. Durch diese drei Termine war es möglich, 665 Spender in Waldstetten zu begrüßen, darunter 69 Erstspender.

Ende des Jahres dann eine weitere Aufgabe, auf die am Anfang im DRK-Ortsverein keiner vorbereitet gewesen sei: testen. Zuerst nur als Helfer, denn die Abstriche wurden von einem Arzt gemacht. Dann machten die DRKler – nach einer Unterweisung – die Abstriche selber, da nicht so viele Ärzte zur Verfügung standen. „Auch über die Weihnachtstage waren Helfer von uns im Kreis Gmünd beim Abstreichen unterwegs“, blickte Ehmann zurück. Nachdem erkannt wurde, wie wichtig die Schnelltests sind, hatte sich der Ortsverein nach Rücksprache mit Rembold und Haas dazu entschlossen, keine eigene Teststation aufzubauen, sondern die Infrastruktur der Apotheke zu nutzen. Allein dort wurden rund 1500 Tests gemacht.

Auch für die Jugendrotkreuzgruppe war anderthalb Jahre Pause. Dabei hatten Philipp Reissmüller und Marie-Christin Reuting viel geplant mit den Nachwuchssanitätern. Am 25. September konnte die erste Gruppenstunde wieder stattfinden. Zur Freude der Leitung sind alle Kinder dabeigeblieben und heiß darauf, dass es weitergeht.

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