Mehr als eine letzte Ruhestätte

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Einen Baum als Mitte für Urnengrabstellen setzen Mitarbeiter der Firma Leins zum Ende der Erweiterungsarbeiten auf dem Waldstetter Friedhof, dahinter v. l. Ortsbaumeisterin Maren Zengerle, Kämmerer Gerhard Seiler, Ingenieur Stefan Kalmus, Bürgermeister Michael Rembold.
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Die Erweiterung des Waldstetter Friedhofs zeigt, dass dieser auch die Funktion eines Parks erfüllt. Und dass Urnengrabstellen immer gefragter sind.

Waldstetten

Frisch gesätes Gras wächst satt dunkelgrün entlang der neu angelegten Wege, unterm strahlendblauen Himmel leuchtet das bunte Laub im Novembersonnenschein. Besser könnte der Waldstetter Friedhof an diesem Donnerstag kaum zeigen, dass er mehr ist als eine Ruhestätte für die Verstorbenen. "Friedhöfe werden immer mehr zu Parks", sagt Waldstettens Bürgermeister Michael Rembold, der zusammen mit Stefan Kalmus vom Mutlanger Ingenieurbüro LK &P, Gartenbauer Jochen Leins und Mitgliedern seiner Verwaltung die fertiggestellte Erweiterung des Friedhofs ihrem Zweck übergibt.

Ein Friedhof sei ein Platz "für Begegnungen in sensiblen Situationen", aber auch "zum die Seele baumeln lassen", sagt der Bürgermeister. Die parkartige Anmutung habe auch damit zu tun, dass immer weniger Menschen Sargbestattungen wünschen. Entsprechend ist die Erweiterung im nordöstlichen Teil angelegt, in den die Verwaltung 385 000 Euro investiert hat.

Das Gelände wurde um gut einen Meter aufgeschüttet, sodass nun der obere Teil des Friedhofs und der untere jeweils ebenerdig begehbar sind – "nicht zu 100 Prozent barrierefrei, aber barrierefreier", sagt Rembold. 32 neue Erdgrabkammern sind für Sargbestattungen vorgesehen, die nördlich davon sanft ansteigende, mit Laubbäumen bepflanzte Fläche bietet 40 Plätze für Urnengräber rund um die Baumstämme. Ganz am nördlichen Rand des Friedhofs erweitern vier neue Urnenwände das vorhandene Stelen-Ensemble. Auf dem südöstlich gelegenen Teil des Geländes, das sich noch auf dem ursprünglichen, tieferen Niveau befindet, zeigen frisch angelegte Fußwege, wo künftig rund 200 Urnengräber Platz finden können.

Hinter verschlossenen Türen

Der Prozess hin zu mehr Urnengrabstätten hat in Waldstetten vor rund 20 Jahren begonnen. Damals haben Verwaltung und Gemeinderat nichtöffentlich diskutiert, aus Sorge, dass das Thema nicht gut bei den Bürgern ankommt, sagt Rembold. Heute gebe es in Waldstetten 70 bis 80 Prozent Urnenbeisetzungen.

"Danke an den Gemeinderat, der damals so mutig war", sagt Stefan Kalmus vom Mutlanger Ingenieurbüro LK & P, das schon damals am Waldstetter Friedhofskonzept gearbeitet hat. Dank ist ein großes Thema an diesem Vormittag. Er geht von Bürgermeister Rembold an die beteiligten Bauhofmitarbeiter und an Kämmerer Gerhard Seiler, der unter anderem den Bedarf hochgerechnet und seine Handschrift bei der Planung hinterlassen habe. Und er geht von Ortsbaumeisterin Maren Zengerle insbesondere an das Gartenbauunternehmen Leins, dessen Mitarbeiter ihre Arbeit sensibel in Bezug auf gleichzeitig ablaufende Bestattungen erledigt haben. Jochen Leins fasst die allgemeine Zufriedenheit so zusammen: "Es hat geklappt."

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