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Handwerker verlegen Schieferplatten auf dem Dach des alten Schulhauses.

Am Kirchberg kümmern sich die Handwerker um die Sanierung des Daches des "Haus Krill".

Waldstetten. In schwindelerregender Höhe und bei sengender Hitze bringen aktuell die Zimmerleute und Dachdecker auf dem Kirchberg ihr ganzes Können ein. Bürgermeister Michael Rembold und Architekt Jürgen Rapp machten sich vor Ort ein Bild von den Bauarbeiten am "Haus Krill", die sich auf rund 200 000 Euro summieren.

Es ist eine nicht alltägliche Arbeit, auch nicht für Profis wie Dachdeckermeister Klaus Böhnlein und Zimmermeister Martin Seitzer. Bei deren Erläuterungen auf dem Gerüst ist nicht zu überhören, wie groß ihr Respekt vor der Kunst der Handwerker ist, die Ende des 19. Jahrhunderts das Haus errichteten.

Erleichterung machte sich breit, als man sich die Dachsparren anschaute, bevor die Arbeiten im Juni starteten. "Wir mussten lediglich einen Sparrenkopf ersetzen, der war verfault", beschreibt Seitzer. Böhnlein wiederum verweist auf Vorgaben des Landesdenkmalamts, die eine Neueindeckung mit Schieferplatten vorschreiben. Ortsbauamtsleiterin Maren Zengerle bemerkt hierzu, dass Schieferplatten nicht mehr allerorten erhältlich sind. "Aber im Schwarzwald wird man noch fündig." Die Eindeckung mit den Schiefertafeln ist bereits im Gange, die alten, asbesthaltigen Eternitplatten wurden entsorgt.

Ihr Stellvertreter, Benedikt Traa, ist beeindruckt von der Dachkonstruktion mit den zwei Querbauten. Er ist es auch, der sich neben Bauleiter und Architekt Jürgen Rapp vor Ort um die Sanierung kümmert. Schließlich ist er als Zimmermeister vom Fach. "So etwas sieht man nicht alle Tage", beschreibt er die historische Konstruktion.

Musikschulleiter Manfred Fischer freut sich, dass nun das "Haus Krill", in dem sich sowohl Räume der Musik-, als auch der Kunstschule befinden, saniert wird. Vor allem die Tatsache, dass auch die Eingangssituation verbessert wird, ist willkommen. Es wird eine neue Betontreppe geben, die mit Natursteinen verkleidet wird. Zudem, informiert Maren Zengerle, wird es ein Vordach für den Eingang geben. Und auch die bisherige Aluminiums-Glas-Eingangstür wird gegen eine stilgerechte Eichentür ausgetauscht.

"In den vergangenen 20 Jahren hat sich hier ein echtes Bürgerzentrum entwickelt", verweist Manfred Fischer auf die vielseitige Nutzung des Gebäudeensembles am Kirchberg. Die Sanierung sieht er als "eindeutiges Signal und Stärkung" für die kulturelle Vielfalt.

Insgesamt investiert die Gemeinde 200 000 Euro in die Dachsanierung und die neue Eingangssituation, wie Bürgermeister Rembold anfügt. Persönlich freut er sich sehr, dass die Alu-Eingangstür durch eine stilvolle Eichentür ersetzt wird. "19 Jahre musste ich diesen hässlichen Anblick ertragen", witzelt er. Und über das neue Vordach werden sich alle Nutzer freuen. Also auch der Akkordeonclub und die Landfrauen. Gefragt nach der Namensgebung des "Haus Krill" erklärt der Schultes, das dies einst der Name des Oberlehrers war, als es noch eine Schule war.

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