Pfiffige Lösung für das neue Rathaus in Waldstetten

  • Weitere
    schließen
+
Die Bauarbeiten für das Interimsrathaus in der Bettringer Straße schreiten voran. Die Bodenplatten sind verlegt und das Erdgeschoss samt Treppenhaus ist bereits erkennbar.

Der Neubau des später als Wohngebäude nutzbaren Interimsrathaus in Waldstetten schreitet voran. Ein Zwischenstandsbericht.

Waldstetten

Auf ziemlich beengtem Raum gräbt sich die Schaufel des Minibaggers in die Schotterfläche in der Bettringer Straße. Lange Zeit befasste sich die Gemeinde mit dem Gedanken an ein neues Rathaus. In der Bettringer Straße wird jetzt eine, wenn auch ungewöhnliche, aber clevere Idee verwirklicht. Auf dem rund 1200 Quadratmeter großen Areal befand sich bereits eine Wohnbebauung, hier waren die sozial schwächeren Bürger der Gemeinde untergebracht. "Das Gebäude war nicht mehr sanierungsfähig", sagt Bürgermeister Michael Rembold. Die Bewohner des Gebäudes wurden umgesiedelt, das marode Gebäude abgerissen. Nun entsteht hier das Waldstetter Interims-Rathaus, in dem die Gemeindeverwaltung eine Heimat finden wird, bis das Rathaus im Ortskern abgerissen und neu errichtet ist.

Am 8. Mai war Spatenstich dieser "pfiffigen und intelligenten Lösung", wie es der Bürgermeister nennt. Jetzt ist das Treppenhaus erkennbar, das langsam in die Höhe wächst. Die Bodenplatte im nördlichen Bereich ist bereits verlegt. Im südlichen Bereich wird die Bodenplatte derzeit installiert. Ein Haus mit zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss soll hier entstehen, die Höhe des Gebäudes passt sich der umliegenden Wohnbebauung an, sagt Ortsbaumeisterin Maren Zengerle. Die Arbeiten liegen im Zeitplan, lobt Bürgermeister Rembold und auch die geschätzten Kosten von 3,2 Millionen Euro könnten nach derzeitigem Stand eingehalten werden.

Der Neubau ist für die Gemeinde eine "Win-win"-Situation, meint der Bürgermeister. Die Investitionen blieben in der Gemeinde, die rund 25 Rathausmitarbeiter bekämen bis zur finalen Lösung, dem neuen Rathaus, geeignete Arbeitsräume und gleichzeitig werde sozialer Wohnraum geschaffen. Rembold: "Wir haben, ohne weiteren Flächenverbrauch die Lösung zu einer sinnvollen Nachnutzung gefunden." Denn neun Wohneinheiten werden später wieder an sozial schwache Bürger vergeben. "Es entstehen Zwei-Zimmer-Appartements bis hin zu Sechs-Zimmer-Wohnungen für Familien", erklärt Zengerle. Und: Alle Wohneinheiten werden mit Terrasse und Balkonen versehen – "diese dienen später als zweiter Rettungsweg und entsprechen somit der Brandschutzverordnung", erklärt die Ortsbaumeisterin.

Sämtliche Installationen für Küchen- und Sanitäreinrichtungen werden im Vorfeld angeschlossen – die Küchen und Duschwannen aber nicht eingebaut, da die Räume zuvor als Büroräume genutzt werden. "So entstehen später minimale Rückbaukosten", erklärt Zengerle dieses Vorgehen.

Für die Gemeinde Waldstetten ist das eine Win-win-Situation.

Michael Rembold, Bürgermeister

Richtfest noch dieses Jahr?

In dem neuen Gebäude in der Bettrringer Straße wird auch der Polizeiposten untergebracht sein. Aus diesem Grund entsteht neben den 14 Stellplätzen auch eine Garage – "damit werden wir auch den vorgeschriebenen 1,5 Stellplätzen pro Wohneinheit gerecht", sagt Zengerle. Richtfest für das Interimsrathaus sei, wenn der Dachstuhl errichtet ist, sagt Bürgermeister Rembold, der sich zuversichtlich zeigt, dass dies noch in diesem Jahr sein könnte.

Im Frühjahr des kommenden Jahres soll die Gemeindeverwaltung in das Interimsrathaus einziehen. Wann die Realisierung des neuen Rathauses in der Ortsmitte angegangen werden kann, ist noch nicht spruchreif: "Wir müssen erst die weitere Einnahmensituation der Gemeinde abwarten", erklärt Bürgermeister Rembold mit Blick auf die derzeitige Corona-Pandemie.

Mehr Bilder von der Rathaus-Baustelle finden Sie im Internet unter www.tagespost.de.

Zurück zur Übersicht: Waldstetten

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL