Auftakt fürs Löwen-Areal im Januar

+
Auf dem Löwen Areal tun sich interessante Entwicklungsmöglichkeiten für den Teilort Wißgoldingen auf.
  • schließen

Welche Verfahrensschritte jetzt für die Nutzung des Löwen-Areals in Wißgoldingen eingeleitet werden. Wo in der Gesamtgemeinde Weiße und Graue Flecken verschwinden sollen.

Waldstetten.

Der Gemeinderat hat am Donnerstag auch über das Löwen-Areal in Wißgoldingen gesprochen. Auf 1600 Quadratmetern „stehen tolle Perspektiven und Gestaltungsmöglichkeiten“ für den Waldstetter Teilort bereit, mitten im Herzen des Ortes, sagte Bürgermeister Michael Rembold. Die Gemeinde hat die Fläche für insgesamt 600 000 Euro gekauft und größtenteils freigelegt. Ein letzter Bewohner sollte bis Ende des Jahres ausziehen.

Der Schultes zählte den Bedarf in Wißgoldingen auf: „Versorgung von älteren Menschen auf niederschwelliger Basis, Angebote für junge Familien, aber auch Begegnungsräumlichkeiten.“ Über einen Bürgerbeteiligungsprozess sollen die Menschen mitentscheiden dürfen.

Stadtplaner Albrecht Reuß erklärte, dass zuerst eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werde. Danach sondiere man die Betreiber vor, um danach „breit auf die Bürgerinnen und Bürger zuzugehen“. Die Beteiligung soll mit dem Projekt Quartier 2030 verzahnt werden. Danach werden die Ergebnisse öffentlich vorgestellt und ausgeschrieben.

Interessenten könnten direkt angesprochen werden und über ein Auswahlverfahren gewählt werden. „Auf der Zielgeraden vergibt der Gemeinderat das Grundstück.“ 46 000 Euro plus fünf Prozent Nebenkosten und Mehrwertsteuer würde die Planung erst mal kosten. Das Ergebnis der Abstimmung folgt in der Samstagsausgabe.

Zuvor wer der weiteren Breitbandausbau Thema. Einstimmig beschloss das Gremium die Ausbauplanung, die Dr. Thomas Weidlich vom Planungsbüro S&P aus Wiesbaden vorgestellt hatte. Für 4,16 Millionen Euro sollen weiße und graue Flecken in Waldstetten, Wißgoldingen und den Außengehöften mit schnellem Internet versorgt werden.

Gemeint sind Hausanschlüsse, keine ausreichende Datengeschwindigkeit haben. Davon gebe es insgesamt 297, die entlang einer kilometerlangen Trasse mit Glasfaser versorgt werden sollen. „80 Prozent davon sind erst durch eine Änderung des Förderprogramms im letzten Monat möglich geworden“, informierte Weidlich. Immer noch blieben Seitenstraßen, die jetzt nicht versorgt werden könnten, da sie nicht an der Trasse liegen. „Diese werden in einem weiteren Schritt danach angeschlossen.“ Ebenfalls nicht angefahren werde die Skihütte. Für den Ausbau des nicht bewohnten Orts hätte man zusätzliche 237 000 Euro in die Hand nehmen müssen. „Das können wir so nicht vertreten“, empfahl Rembold. Bund und Land fördern den Ausbau mit bis zu 90 Prozent der Kosten. Waldstetten hat die Zusage erhalten und muss deshalb lediglich zehn Prozent selbst bezahlen. Weidlich schätzt rund 410000 Euro.

Es ist eine Bürgerbeteiligung geplant.“

Michael Rembold,, Bürgermeister

Viel Geld, befand etwa Martin Mager (unabhängige Bürger) und fragte, ob die Anwohner den Anschluss überhaupt brauchen. „Normalerweise sind Anschlussquoten von 80 bis 90 Prozent machbar“, antwortete der Planer und betonte, dass gerade die Außengehöfte immer mehr das Internet brauchen: „In der Landwirtschaft wird immer mehr digital gearbeitet.“

Die Arbeiten werden vor Weihnachten ausgeschrieben, so dass eine Vergabe der Arbeiten in der Ratssitzung im Februar sein könnte, sagte Weidlich. Spatenstich könne im März 2022 sein, Baubeginn im April und Bauende dann Ende des Jahres 2022. Die Inbetriebnahme durch die GmündCom wäre dann Anfang 2023 möglich.

Bürgermeister Rembold kündigte an, dass es eine Bürgerinformation für die Anwohner an der Trasse geben werde. Außerdem seien Gespräche vor Ort bei den Hausbesitzern geplant. Die Leitungen würden im Gehwegbereich verlegt.

Auftakt fürs Löwen-Areal im Januar

Der Gemeinderat hat am Donnerstag der Planung für die Bebauung des Löwen-Areals in Wißgoldingen zugestimmt. Albrecht Reuß vom Planungsbüro Cityplan hatte vorgestellt, dass mithilfe von Bürgerbeteiligung ein Konzept für die brache Fläche gegenüber der Kirche gefunden werden solle.
„Die Gemeinde wird den Schwerpunkt darauf legen, das Grundstück zu vermarkten und zu entwickeln“, erklärte Bürgermeister Michael Rembold. Er könne sich dort niederschwellige Angebote für betreutes Wohnen für ältere Menschen vorstellen, aber auch Geschosswohnungen für junge Familien.
Am Sonntag, 23. Januar 2022, um 15 Uhr wird in der Kaiserberghalle eine Auftaktveranstaltung stattfinden, bei der die Bürgerinnen und Bürger näher informiert werden. Verschiedene Varianten, wie die Fläche genutzt werden könne, sollen besprochen werden: „Soll es einen klassischen Bauträger geben oder eine Bauherrengemeinschaft auf Basis der Bürgerschaft?“ Rembold rechnet damit, dass bis Januar 2023 Ergebnisse vorliegen werden.

Nahwärme mit Pellets oder Hackschnitzeln

Einstimmig hat der Waldstetter Gemeinderat einen Grundsatzentscheid für das geplante Nahwärmekonzept in der Ortsmitte getroffen. Die Anlage, die neben dem neuen Rathaus weitere Gebäude beheizen soll, wird mit Holzhackschnitzeln oder Pellets betrieben sein.

Bürgermeister Michael Rembold gab zuerst einen Überblick, was hinter dem Projekt steckt. „Nicht nur das neue Rathaus muss künftig beheizt werden, auch der neue Polizeiposten.“ Ebenso die 24 Wohneinheiten plus Sparkassen-Geschäftsstelle, die von der Essinger Wohnbau auf dem jetzigen Kreissparkassen-Areal geplant werden. Nicht zu vergessen die 18 Wohnungen der Lebenshilfe auf dem Alte-Post-Areal und die alten Schulhäuser auf dem Kirchberg – mit einem gemeinsamen Wärmekonzept spare man hier Geld und Ressourcen. Vor allem, da erneuerbare Energien verwendet werden sollen.
Ingenieur Michael Wengert vom Stuttgarter Büro Pfeil und Koch hatte dargestellt, dass drei Möglichkeiten zur Wahl standen. Neben der Variante mit dem Holzbrennstoff hinterfragte das Büro ein Gas-Blockheizkraftwerk sowie die sogenannte kalte Nahwärme, die über Erdsonden funktioniert hätte.
Die Prüfung der Wirtschaftlichkeit jeder Variante sowie der ökologischen Kennwerte spreche deutlich für den Betrieb mit Hackschnitzeln oder Pellets. Wengert rechnet mit einem Verbrauch für alle Gebäude von 460 bis 470 Megawattstunden pro Jahr, die Heizleistung werde 300 Kilowatt betragen.

Reicht auch für Anwohner

Nach der Entscheidung für das Wie folgt nun die Suche nach dem Wer. Die Gemeinde möchte die Anlage nicht selbst aufstellen und betreiben, sondern einen Experten damit beauftragen, einen sogenannten Contractor. „Jemand, der sich mit so etwas gut auskennt“, sagte Rembold. Diesen zu finden, sei nun die nächste Aufgabe. „Da ist großes Interesse da“, gibt Rembold seinen Eindruck wieder. Michael Weber (CDU) nannte das Projekt „den wichtigsten Baustein für die Ortsmitte“. Er schlug außerdem vor, dass die hiesigen Förster bei der Anschaffung des Holzbrennstoffs mit ins Boot geholt werden. „Waldstetter Wärme aus Waldstetter Holz.“ Wie Oliver Beyn (Unabhängige Bürger) bat er darum, die Anlage so zu konzipieren, dass sich in Zukunft auch Anwohner anschließen können. „Dafür werden Reserven eingebaut“, versprach Rembold. Auch er könne sich vorstellen, dass Nachbarn ihre Wärme von der Anlage beziehen wollen. Deren Standort stehe übrigens noch nicht genau fest, gab Ingenieur Wengert zu verstehen.

Zurück zur Übersicht: Waldstetten

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare