Tagestourismus bleibt feste Größe in Waldstetten

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Ein beliebter Ort ist das Franz-Keller-Haus auf dem Kalten Feld. Im Hintergrund sieht man Waldstetten mit seinem Freibad (re.).
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In manchen Bereichen geht die Zahl der Übernachtungsgäste in Waldstetten zurück. In anderen ändert sich die Zielgruppe.

Waldstetten

Waldstetten trumpft in Sachen Tourismus mit einer idyllischen Landschaft, die vor allem Tagestouristen aus dem Großraum Stuttgart anzieht. Eben die Gäste, die gern mit festem Schuhwerk und Rucksack auf dem Rücken unterwegs sind, haben jede Menge Zielorte auf ihren Touren. Etwa die Reiterleskapelle ist sehr beliebt, die sich seit 2020 im Besitz der Gemeinde befindet. Aber auch Biker kommen voll auf ihre Kosten. Etwa auf der Flow-Trail-Strecke bei der Waldstetter Skihütte, die durch das Waldstetter Skiteam betrieben wird. Oder das neue Biker-Gelände beim  Waldstetter Sportplatz, das von der TSGV-Radsportabteilung in Kooperation mit der Gemeinde unterhalten wird. 

Bürgermeister Michael Rembold zählt weitere Besuchermagneten auf, etwa das Heimatmuseum, Freibad oder Hallenbad. Erholungssuchende kommen zudem auf ihre Kosten, wenn sie auf den Glaubenswegen wandeln, oder auf den sechs neuen Themenwegen, die die Gemeinde mit 10 000 Euro unterstützte, als die Mitglieder des rührigen Schwäbischen Albvereins mit dieser Idee an die Rathaustür klopften. „Eine tolle Kooperation“, schwärmt Rembold. Neu angelegt ist außerdem eine Grillstelle am Bronnforst und gern besucht ist das Stuifenkreuz auf dem Waldstetter Hausberg. Auch dort findet sich eine Grillstelle und sogar eine Schutzhütte.

Vor Corona gab es rund 8000 Übernachtungsgäste pro Jahr in Waldstetten. Viele davon auch im Schwarzhornhaus, unterhalten von der Diözese Rottenburg-Stuttgart, das Gruppen im Rahmen von Freizeiten und Klausuren beherbergt. „Voll seit Ostern“, berichtet Leiter Bernd Foltin, dass 2022 wieder gut gebucht ist. „Bunt gemischt“ seien die Gäste. Von der Familienfeier bis zu Schulklassen. Besonders beliebt ist der dazugehörige Naturseilgarten.

Monteure statt Touristen

Dagegen hat Corona beim Landgasthof „Hölzle“ im Teilort Weilerstoffel, der 17 Zimmer für Touristen bereithält, tiefe Spuren hinterlassen. Inhaberin Dorothea Kocheisen-Schmid erzählt, dass es „kaum Nachfrage auf Übernachtungen“ gebe. „Es ist einfach nicht mehr das, was es war“, sagt sie. Vieles habe sich verändert, nicht zuletzt durch die Corona-Auflagen, mit denen auch wieder im kommenden Herbst zu rechnen ist. Oder beispielsweise durch die breitflächige Einführung des Homeoffice, auch genutzt von Vertretern, die früher Stammgäste im „Hölzle“ waren. „Die arbeiten jetzt meist von zu Hause aus.“ Ein anderer Aspekt ist, dass durch den Lockdown und die massiven Auflagen für die Hotellerie und Gastronomie viel Personal die Branche gewechselt habe.

Auch Ferienwohnungen, derer es viele in Waldstetten gibt, haben den Fokus offenbar nicht mehr so sehr auf dem Tourismus. „Bei mir sind kontinuierlich Monteure“, sagt etwa Cora Engelfried, die im Haldenhof in Wißgoldingen Unterkunft anbietet. „Dadurch ist für mich die Lage entspannt.“

Die Gemeinde Waldstetten ist Mitglied in den Tourismusverbänden „Remstal Tourismus“ und „Zwischen Wald und Alb“. Und tut gut daran, schließlich boomt der Tagestourismus nach wie vor. Davon profitiert wiederum die Gastronomie, an der es auf Waldstetter Gemarkung nicht mangelt.  Auch auf dem Kalten Feld  erwartet das Franz-Keller-Haus Tagestouristen mit kulinarischen Angeboten. Und gehört ebenfalls zur Waldstetter Gemarkung. 

Wie auch immer die Corona-Auflagen für den kommenden Herbst aussehen, die der Hotellerie das Leben schwer machen könnten, der Tagestourismus bleibt in Waldstetten und seinen Teilorten offenbar eine feste Größe.

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