Vom Mitfahrbänkle bis zu mehr Obstbäumen

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An einzelnen Tischen konnten Ideen, Vorschläge und Anregungen vorgebracht werden

Waldstetter suchen gemeinsam Ideen für eine nachhaltige Entwicklung des Ortes.

Waldstetten. Mit einem „Weltcafé“, das gemeinsam von Bürgern der Gesamtgemeinde Waldstetten, der Verwaltung und dem Verein Nachhaltige Zukunft Waldstetten (Nazuwa) gestaltet wurde, machten sich rund 40 Teilnehmende am Samstag Gedanken um eine nachhaltigere Zukunft in und für Waldstetten. Der Bürgerdialog zu diesem Thema komme angesichts der momentanen Situation genau zum richtigen Zeitpunkt, meinte Bürgermeister Michael Rembold mit Blick auf die steigenden Energiepreise. Die „Zukunftsaufgabe“ für eine nachhaltigere Zukunft werde kein Sprint sondern ein Marathonlauf, meinte Rembold und verwies auf die begrenzten Ressourcen.

Im Fokus standen am Samstag die Themen Mobilität, Energie, Ökologie und Alltagsleben, diese tiefgreifenden Themen benötigen den Dialog mit der Bürgerschaft, der Verwaltung, dem Handwerk und der Industrie alle müssten „an einem Strang ziehen“. Rembold ist sich bewusst, dass manche Themen Zielkonflikte aufwerfen, die im Dialog mit den Bürgern aufgearbeitet werden müssen. Wichtig sei bei allen Ideen, Anregungen und Vorschlägen der Hintergedanke „Was passt in unsere Gesamtgemeinde“. Wichtig sei auch: „Wir müssen vom Reden ins Umsetzen kommen“.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Claudia Kempfert lobte in ihrer Videobotschaft, die „vorbildliche Arbeit der Nazuwa, die sich für die Natur, die Nachhaltigkeit und ein lebenswertes Waldstetten stark mache. Für die Umsetzung der gesetzten Ziele zähle „jedes Rad“, der Planet Erde stehe vor gewaltigen Aufgaben. Jetzt sei es an der Zeit „groß zu denken und mit Kleinigkeiten zu beginnen“, denn „die Zeit drängt“.

Moderatorin Rita Mager von der Nazuwa appellierte: „Der Einfallsreichtum der Bürger ist gefragt“. Über mehrere Tische verteilt, konnten sich die Anwesenden zu den einzelnen Themen austauschen, Ideen wurden sofort auf großen Bögen notiert. Nach der Auswertung wurden die „brennenden Themen“ die den Waldstettern auf dem Weg zur Nachhaltigkeit auf der Seele liegen, zusammengefasst auf Stellwänden präsentiert.

Beim Thema Mobilität standen ein Mitfahrbänkle, Tempo 30 innerorts und sichere Fahrradwege ganz oben im Ranking. Für ein nachhaltiges Alltagsleben können sich die rund 40 Beteiligten eine Reparatur-Werkstatt vorstellen. Im häuslichen Umfeld wurde das Sparen von Strom und Wasser angeregt, zudem erschien es den Beteiligten sinnvoll, öfters auf Fleischgerichte zu verzichten oder zumindest auf die Qualität statt die Quantität zu achten. Für ein funktionierendes Ökosystem wurde angeregt, Verschenktage zu initiieren, gutes Gebrauchtes verschenken statt zu entsorgen. Den gleichen Stellenwert gaben die Beteiligten einer Ökolandwirtschaft in Waldstetten, mehr gepflanzten Obstbäumen und dem Erhalt von Streuobstwiesen.

Beim Thema Energie kristallisierte sich an erster Stelle die lokale Energiegewinnung, beispielsweise durch PV-Anlagen mit Speicher, heraus. Zudem wurde mehr Information angeregt. Um eine Wende im Alltag zu erreichen, stehen etliche Veränderungen an, gab Nazuwa-Vorsitzender Thomas Schneider zu bedenken. Grundsätzlich müssten „Veränderungen nicht immer schlecht sein“. aro

An Thementischen konnten die Waldstetter Anregungen, Ideen und Vorschläge für mehr Nachhaltigkeit formulieren und diskutieren.
40 Teilnehmer erschienenzum Weltcafé
An einzelnen Tischen konnten Anregungen, Ideen und Vorschläge formuliert werden
Ein Moderatorenteam stand den Arbeitskreisen zur Seite

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