Wäschgölten sagen alle Veranstaltungen ab

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Der Auftakt zum Kalten Markt wurde abgesagt.
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Auch die Saison 2021/22 fällt der Corona-Pandemie zum Opfer. Der Waldstetter Verein konzentriert sich auf seinen Neubau. Und will Zeichen setzen.

  • Das fehlt den Wäschgölten-Fans
  • Abgesagt sind Guggen-Gaudi und Männerballett-Tanzturnier, der Fasching für Menschen mit und ohne Behinderungen sowie Wortgottesdienst, Wäschgöltenball, Rathaussturm zusammen mit der Gemeinde Waldstetten und Beerdigung der Fasnacht am Aschermittwoch.
    Außerdem entfallen sämtliche Besuche eventuell stattfindender Umzüge und Veranstaltungen befreundeter Fasnachtsvereine und -zünfte sowie andere Fasnachtsveranstaltungen.

"Verantwortung geht vor Spaß.“

Thomas Simmler,, Wäschgölt

Waldstetten

Zum zweiten Mal wird es nichts: Wie viele andere Fasnetsvereine sagen die Waldstetter Wäschgölten alle Veranstaltungen der Saison 2021/2022 ab. Die Wäschgölten seien sich ihrer Verantwortung in diesen schwierigen Zeiten sehr wohl bewusst, „und wenn es auch im Herzen schwerfällt, ist diese Entscheidung doch anders nicht vertretbar“, heißt es vom Präsidium. Die Wäschgölten wollen mit der Absage solidarisch mit den anderen Vereinen handeln - zum Schutz der eigenen Mitglieder sowie der Besucherinnen und Besucher von Fasnetsveranstaltungen.

Dabei war bereits alles geplant und die Vorbereitungen liefen, sagt Wäschgölten-Sprecher Thomas Simmler. Anfang Dezember allerdings haben Männerballett und Garden bereits pandemiebedingt ihre Trainings ausgesetzt. Und die Sitzung, in der die Wäschgölten die Absage aller Veranstaltung beschlossen hat, lief als Online-Meeting. Rein organisatorisch hätten es die Wäschgölten sicher hinbekommen, Veranstaltungen unter den aktuell geltenden Regelungen auf die Beine zu stellen. Doch rein praktisch hätten dann etwa beim Wettbewerb der Männerballette allein die Aktiven die zulässige Anzahl Menschen in der Stuifenhalle erreicht, Publikum hätte gar nicht mehr kommen dürfen. Abgesehen davon: „Verantwortung geht vor Spaß“, wiederholt er einen Grund für die Absagen.

Einen Trost gibt es für Freunde der Fasnet: Trotz Absage werden die Wäschgölten das Brauchtum aufrechterhalten und, sofern es die Situation erlaubt, entsprechende Zeichen in der Gemeinde setzen. Simmler erinnert: In der vergangenen Saison haben die Wäschgölten den Narrenbaum gesetzt, unangekündigt, um Menschenansammlungen vorzubeugen. Womit die Narren ihre Fans diesmal überraschen, entscheide das Präsidium in der Januarsitzung.

Genug zu tun

Gut zu tun haben die Vereinsmitglieder trotz aller Absagen. „Das Hauptaugenmerk kann man nun auf die Wächgöltenheimat richten“, sagt Simmler. Vor zwei Wochen war der Spatenstich, jetzt sitzt bereits die Bodenplatte. Sockel und Trennwand zu dem Teil des Gebäudes, der den Pfadfindern gehört, stehen auch schon, berichtet Simmler. Nun beginnen die Eigenleistungen, in der vergangenen Woche haben Pfadfinder, Wäschgölten und Profis zusammen das Gerüst gestellt.

Obwohl den Wäschgölten nun schon im zweiten Jahr die Einnahmen aus Veranstaltungen fehlen, sei das generell kein Problem, sagt Präsident Martin Ehmann. Der Neubau für rund 240 000 Euro, davon etwa 20 000 bis 30 000 Euro Eigenleistung, werde finanziert durch Mitgliedsbeiträge. Jedoch: „Unterm Strich bleibt nicht viel übrig.“ Zwar habe der Verein gerade keine Ausgaben, etwa für DJs, Hallen- und Gema-Gebühr. Die laufenden Kosten von 1500 bis 2000 Euro jährlich, etwa für die Versicherung des Festwagens und nötige Anschaffungen, bleiben. Doch: „Uns geht die Gesundheit von allen vor“, betont auch er - vor dem traurigen Hintergrund, dass auch die Waldstetter Wäschgölten Mitglieder an Corona verloren haben.

Die Waldstetter Wäschgölten sagen angesichts der Pandemielage alle Veranstaltungen für diese Saison ab und haben dennoch viel zu tun: Auf der Baustelle der neuen Wäschgöltenheimat beginnt nun die Phase der Eigenleistungen.

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