Waldstetter Interims-Rathaus fertiggestellt

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Beim Zugang zum neuen Interims-Rathaus in Waldstetten wurde auch auf Barrierefreiheit geachtet.

Das Interims-Rathaus in Waldstetten ist pfiffig und durchdacht, auch die Bürgerfreundlichkeit kommt nicht zu kurz. Am 19. Juli konnten die Gemeindeverwaltung und der Polizeiposten in das Gebäude einziehen.

Waldstetten. Es ist geschafft, nach nur 15-monatiger Bauzeit kann das Team des Waldstetter Rathauses sowie der Waldstetter Polizeiposten jetzt in seine Übergangsheimat einziehen. Nachdem bewusst wurde, dass das alte Rathaus nicht mehr zeitgemäß ist, begannen die Planungen für einen Neubau. Kein leichtes Unterfangen, denn wo sollen die Mitarbeiter und die Polizei unterkommen, wenn das Rathaus eingeebnet wird?

Interimslösung

Schnell kam die Idee auf, ein altes Gebäude in der Bettringer Straße abzureißen und an seiner Stelle einen Neubau als Interimslösung zu errichten. Um den in dem Gebäude wohnenden Personen eine alternative Wohnmöglichkeit zu bieten, erwarb die Gemeinde ein Gebäude in der Ortsmitte. Das nicht mehr sanierungsfähige Haus am Standort des Interims-Rathauses wurde abgerissen und an seiner Stelle ein Neubau errichtet, der mit Blick auf die Zukunft später in sozialverträglichen Wohnraum umgenutzt werden kann. Das neue Interims-Rathaus stehe an erster Stelle als Symbol für „ein achtsames Miteinander in der Gemeinde“, meint Bürgermeister Michael Rembold. Denn wenn am Platz des derzeitigen Rathauses ein neues Rathausgebäude entstanden ist und Fachämter und Polizeipost wieder in die Hauptstraße 1 zurückziehen, steht das Gebäude als sozialer Wohnungsbau Mitbürgern mit weniger Einkommen und Geflüchteten als Wohngebäude zur Verfügung. Damit kommt die Gemeinde Waldstetten auch ihrer Verpflichtung näher, Wohnraum für 17 Geflüchtete bieten zu können, wie es vom Landkreis vorgegeben ist, erklärt Hauptamtsleiterin Tamara Luckas dazu.

Kosten

Für diese „pfiffige Lösung“ hat die Gemeinde Waldstetten rund 3,2 Millionen Euro investiert. Eine Übergangslösung mit Containern bis zur Fertigstellung des neuen Rathauses sei als zu „teuer und aufwendig“ erachtet worden, jetzt habe man „in Steine investiert“, die später in ein Neunfamilienwohnhaus umgewandelt werden können. Das Interims-Rathaus wurde in Holzständerbauweise errichtet. Es bietet, dank der hervorragenden Planung der Ortsbaumeisterin Maren Zengerle, ihrem Mitarbeiter Benedikt Traa und dem Architekten Michael Pfeifer vom Gmünder Architekturbüro Nitsche und Pfeifer, die Möglichkeit mit wenig Aufwand aus den Büroräumen auf einer Wohnfläche von 800 Quadratmetern neun Wohnungen vom Zweizimmerappartement bis zur Fünfzimmer-Einzelwohnung in der Größe zwischen rund 40 Quadratmetern und 120 Quadratmetern umzuwandeln. Für die späteren Küchen und Bäder wurden vorausschauend bereits die Anschlüsse gelegt. Architekt Pfeifer als Bauleiter findet es erwähnenswert, dass es für eine Gemeinde in der Größenordnung wie Waldstetten nicht selbstverständlich ist, sozialen Wohnungsbau mit einem Interims-Rathaus zu verknüpfen, damit sei der Gemeinde „ein Glanzstück“ gelungen und setze einen „positiven Impuls“.

Alle Fachämter auf einer Ebene

Dank der termintreuen Arbeit der meist ortsansässigen Handwerker konnte jetzt am 19. Juli mit dem Umzug der Gemeindeverwaltung und des Polizeipostens in das Interims-Rathaus begonnen werden. Bürgermeister Rembold freut sich nicht nur darüber, dass nun alle Fachämter auf einer Ebene anzutreffen sind - dank der energetischen Maßnahmen, die das neue KfW-Haus 55 aufweist, setzt die Verwaltung nun auf ein besseres Raumklima im Gebäude. Beim Zugang zum neuen Interims-Rathaus wurde auf Barrierefreiheit geachtet.

Tag der offenen Tür: Wenn es die Bedingungen zu lassen soll das Rathaus mit einem Tag der offenen Tür am 18. September für die Bürgerschaft geöffnet werden, dabei sollen die offizielle Übergabe und eine ökumenische Segensfeier abgehalten werden, auch die Ämter stellen sich an diesem Tag vor. aro

Das Interims-Rathaus in Waldstetten ist in den letzten Zügen der Fertigstellung. Am 18.September ist für die Bürgerschaft ein Tag der offenen Tür geplant.

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