Waldstetter zeigen Flagge

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Waldstetten zeigt Flagge: Rund 350 Menschen kommen zur Mahnveranstaltung in den alten Friedhof und demonstrieren Solidarität mit der Ukraine.
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Rund 350 Menschen kommen im Waldstetter Alten Friedhof zusammen, um Solidarität mit den Menschen im Kriegsgebiet zu demonstrieren und sich gegenseitig Kraft zu geben.

Waldstetten

Für Bürgermeister Michael Rembold ist bei der Mahnveranstaltung zum Ukrainekrieg im Alten Friedhof ein Wunsch in Erfüllung gegangen: „Die Gemeindefamilie“ sah er dort am Donnerstag vereint, deren Mitglieder sich dabei gegenseitig Kraft geben, Solidarität mit den Menschen in der Ukraine bekunden und ein Ventil für ihre Sorgen und Ängste finden konnten.

Rund 350 Menschen waren nach Schätzung der Polizei gekommen, alte, junge, Kinder. Mit Plakaten gegen den Krieg, Fähnchen in den Landesfarben der Ukraine oder mit Bannern ihrer Vereine oder Institutionen, wie etwa Feuerwehr, Pfadfinder oder Kolpingsfamilie. „Wir zeigen Flagge“, meinte Rembold denn auch in einem Zug mit weiteren Mutmachern: Seit Jahrzehnten stehe Europa wieder einmal zusammen. „Das soll uns Kraft und Mut geben“, ebenso wie das Engagement zahlreicher Helfer, die hier Spenden sammeln oder diese ins Kriegsgebiet bringen.

Dort sei „das Undenkbare“ wahr geworden, sagte der Bürgermeister. Putins Aggression sei ein Angriff auf 42 Millionen Ukrainer, auf die Zivilisation, auf Frieden, Freiheit und Solidarität. Er forderte: „Herr Präsident Putin, stoppen Sie den Angriff“ und „das unsagbare Leid, das sie diesen Menschen antun“.

Wie nah Letzteres sein kann, machte Erika Hernandez-Krieg, Fünftklässlerin an der Franz-von-Assisi-Schule deutlich. Sie interviewte Anna Tumantsow, die Referendarin an der Schule ist und deren Schwiegereltern im ukrainischen Charkiv leben. Sie erzählte, wie der Alltagsstress in der Schule ihr guttue und wie es ihr schlecht gehe, wenn sie Nachrichten hört oder ihren Mann bei seinen täglichen Telefonaten mit dessen Eltern sieht, die zunächst in einem Bunker Schutz gesucht hätten und nun an den Stadtrand geflohen seien. „Sind Sie böse auf die russische Nation?“, fragte Erika. Auf die Bürger dürfe man die Situation nicht schieben, antwortete Tumantsow. Es sei „das Schlimmste“, wenn russischstämmige Menschen nun diskriminiert würden. „Der Krieg liegt nur an dieser einen Person.“

Philine Karipoglou und Lea Werz, Achtklässlerinnen der Gemeinschaftsschule, stellten einem normalen Schulmorgen mit Freunden, Langeweile, Pausenbrot einen Morgen im Kriegsbombardement gegenüber. „Während ich in der Schule war“, sagte die eine, „war anderswo Krieg“, ergänzte die andere.

Die Pfarrer Dr. Horst Walter und Jörg Krieg trugen mit Litanei und Bittgebet verbindende Momente bei. Außerdem hatte Walter das Friedenslicht aus Bethlehem mitgebracht, an dem alle ihre Kerzen entzünden konnten. „Wer hätte gedacht, dass wir dieses Licht so dringend brauchen?“, fragte der Pfarrer.

„Lasst uns einfach weiter zusammenstehen“, sprach Rembold am Ende die Gemeindefamilie an. Und meinte damit den Zusammenhalt wie auch die Hilfsbereitschaft, die die Waldstetter schon gezeigt hätten und die weiter gefragt sei, etwa wenn Wohnraum für Flüchtlinge gefragt ist.

Sich zu den Klängen der Europahymne an den Händen zu halten, ließen sich die Bürger zum Abschluss dann nicht nehmen. Maria Krieg etwa war „froh, dass ich da war“. Die Mahnveranstaltung „hat mich berührt“. Thomas Weinöhrl fand es „gut und wichtig, ein Zeichen zu setzen“. Und sein Sohn Anton, den der Krieg sehr beschäftige, wollte dabeisein. Der Achtjährige fand es „super, das so viele Leute für die Ukraine da sind“. Es sei typisch für Waldstetten, Zusammenhalt zu demonstrieren, sagte Betha Abele. Und Herbert Isabettini fand: Gegen die schlechten Nachrichten helfe es zwar nicht, „aber es tut gut, Flagge zu zeigen“.

Waldstetten zeigt Solidarität mit der Ukraine.
Waldstetten zeigt Solidarität mit der Ukraine.
Waldstetten zeigt Solidarität mit Ukraine
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