Wenn die Lehrkraft von zuhause aus unterrichten muss

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Lisa arbeitet in der Lernzeit per Videokonferenz mit einer Lehrerin, die von zu Hause arbeiten muss.

Wie Lernen mit digitalen Mitteln an der Waldstetter Gemeinschaftsschule gelingt.

Waldstetten. Es ist gerade mal ein Jahr her, dass der Neubau der Sekundarstufe der Waldstetter Gemeinschaftsschule Unterm Hohenrechberg offiziell übergeben wurde. Stolz waren alle Beteiligten damals über die Fortschrittlichkeit der Unterrichtsmethoden. Denn die Schule ist auf dem neusten Stand, was das Thema "Digitalisierung" angeht.

Zwar nutzen Lehrer und Schüler von Anfang an den "DiLer" – die digitale Lernplattform –, um die täglichen Aufgaben einzusehen und zu erledigen. Doch seit der Coronapandemie hat der digitale Unterricht bundesweit einen ganz anderen Stellenwert erhalten. Die Waldstetter Gemeinschaftsschule zählt dabei zu den Gewinnern. Denn Lehrkräfte und Schüler können aufgrund ihrer täglichen Routine problemlos die Schulstunden vom Klassenzimmer nach Hause verlegen.

Einblick in den Unterricht der Lerngruppe 6: Lehrerin Anna Mangold zählt aufgrund ihrer Schwangerschaft zur Corona-Risikogruppe. Was jedoch kein Grund ist, nicht wie gewohnt ihre Schüler in Mathematik und Biologie zu unterrichten - nun eben von zu Hause aus. Als Kommunikationsmedium steht dafür die Videokonferenz "Talkie" zur Verfügung. Im Raum steht bei der digitalen Tafel, dem Whiteboard, eine Kamera, mit der die Lehrerin die ganze Klasse sehen kann, während sie auf dem Whiteboard für die Kinder sichtbar ist. Da das gesamte Unterrichtsmaterial digital zur Verfügung steht, ist es kein Problem, gemeinsam mit den Kindern die Aufgaben zu lösen, als stünde Mangold selbst vor der digitalen Tafel. Wäre nun während des Lockdowns Unterricht – könnten sich die Kinder von zu Hause aus ebenfalls in die Videokonferenz einklinken und am Unterricht teilnehmen.

Aber wie kämen die Schüler an Arbeitsblätter, wenn sie zwar in der Schule wären, ihre Lehrer aber nicht präsent sein können? "Die Lehrer kommen dazu abends oder am Wochenende, wenn sonst niemand da ist, in die Schule, kopieren das Material und legen es in die Fächer der Kinder in den Lernbüros", erklären Schulleiterin Stefanie Bleicher und Konrektor Martin Hofmann. Dort können es die Schüler dann herausnehmen.

Arbeitsmaterial aus der Cloud

Und beim digitalen Unterricht von zuhause? "Wir haben sehr engagierte Kollegen", freut sich Bleicher. Da kann es auch sein, dass diese ausnahmsweise das Arbeitsmaterial den Schülern zuhause vorbeibringen. Für gewöhnlich werden den Schülern die Arbeitsmaterialien über die "DiLer"-Cloud zur Verfügung gestellt, von diesen innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes bearbeitet und anschließend erledigt wieder hochgeladen. Die Lernbegleiter prüfen die Ergebnisse und geben den Schülern eine Rückmeldung. So kennt die Lehrkraft immer den Wissenstand jedes einzelnen Schülers.

Doch der Unterricht läuft nicht nur digital, es gibt noch immer die altbewährten Bücher und Hefte, die die Schüler stets für das jeweilige Fach bei sich haben. Gibt es nun Aufgaben, die händisch gelöst werden müssen, schreiben die Schüler diese in ihr Heft. "Lehrer sind morgens in der Schule und haben mittags frei – dieser Satz gilt längst nicht mehr", räumt Hofmann ein Vorurteil aus der Welt. Die Kollegen seien nachmittags und abends für Schüler als auch Eltern über den "DiLer", die Videokonferenz "Talkie" oder telefonisch erreichbar. Auch Elterngespräche werden auf diesem Wege mittlerweile gerne geführt. "Wir haben viele Kollegen, die frischen Wind und Ideen in unsere Arbeit und den Unterricht einbringen", freut sich Bleicher.

ira

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