Wie Großbaustelle und Schulbetrieb sich arrangieren

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Vertreter von Gemeinde, Architekturbüro und Schule im Grundschulgebäude, wo die Deckenverkleidung fehlt, weil, dem Brandschutz geschuldet, neue Stromkabel verlegt werden.
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Brandschutz und Digitalisierung: Die Waldstetter Grundschule wird komplett neu verkabelt.

Waldstetten. Eine Steinsäge kreischt oberhalb des Waldstetter Grundschulgebäudes, drinnen zeugen die ausgebeinten Räume davon: Hier herrscht Baustellenbetrieb. Und das schon eine ganze Weile. Mittlerweile gibt es einen kompletten Grundschülerjahrgang, der gar nichts anderes kennt, als dass irgendwo an der Gemeinschaftsschule (GMS) Unterm Hohenrechberg gebaut wird, rechnet Schulleiterin Stefanie Bleicher nach.

Seit 2017 wurde die Schule für gut 10 Millionen Euro saniert und erweitert und damit das „große Versprechen gegenüber dem Land“ eingelöst, die Werkrealschule zur Gemeinschaftsschule umzubauen, blickt Bürgermeister Michael Rembold beim folgenden Baustellenbesuch zurück. Nahtlos ist nun der älteste, 1958 erbaute Teil der Schule dran, im Lauf des nächsten Jahres geht's weiter mit den Erweiterungsteilen „eins und zwei alt“, wie Rembold sie nennt. 2,5 Millionen Euro inklusive Containerunterkunft für drei Grundschulklassen investiert die Gemeinde hier. „Tagtäglich“ erwarte die Verwaltung einen Förderbescheid des Landes über etwa 45 Prozent der Sanierungskosten. Wenn die Baustellen im Innenbereich abgeschlossen sind, ist auch noch nicht Schluss. Der Außenbereich, insbesondere an der Rosensteinstraße, soll 2023 drankommen, sagt Rembold.

Digital fit in die Pandemie

Der Bund immerhin habe bereits 140 000 Euro aus dem Digitalpakt bewilligt, sagt Gemeindekämmerer Gerhard Seiler zu den aktuell laufenden Arbeiten. Die Ausrüstung mit modernen Medien bildet einen wichtigen Teil der Sanierungsarbeiten. Unter anderem einen Beamer, eine Projektionsfläche und einen Laptop soll jeder Klassenraum im Grundschulgebäude bekommen, zählt Bleicher auf. Dazu kommt WLAN im ganzen Haus. Dass die GMS dank der Sanierung bereits vor der Pandemie auf eine entsprechende digitale Ausstattung zurückgreifen konnte und der Umgang damit für Schüler und Lehrer gleichermaßen selbstverständlich war, bezeichnet sie als großes Glück. Während andere Schulen Hals über Kopf Konzepte für den Distanzunterricht aus dem Boden stampfen mussten, habe die GMS bereits problemlos mit Videokonferenzen gearbeitet.

Die Digitalisierung und die damit verbundene Verkabelung ist nicht der einzige Grund, aus dem die Deckenverkleidung in den Räumen fehlt. Sämtliche bisher nur zweiadrigen Stromleitungen müssen komplett ausgetauscht werden, erklärt Architekt Andreas Engelhardt. Denn ein Hauptgrund für die Sanierung ist der Brandschutz. Wenn das erledigt ist, erhält das Gebäude Akustikdecken, die viel Lärm schlucken, verspricht er bedeutend mehr Aufenthaltsqualität. Insgesamt gehen die Arbeiten auf der Baustelle gut voran, sagt der Architekt. Lieferschwierigkeiten, etwa bei den Kabeln, „haben wir gut überbrücken können“. Ende März soll dieser erste Bauabschnitt fertig sein.

Holzvertäfelung darf bleiben

Was entgegen ursprünglicher Annahmen bleiben kann, wie es ist: die Holzvertäfelung in den Fluren. Ein zweites Brandschutzgutachten, stets in Abstimmung mit den zuständigen Ämtern, habe ergeben, dass diese nicht herausgerissen werden müsse - „eine flächendeckende Brandmeldeanlage macht's möglich“, erklärt Ortsbaumeisterin Maren Zengerle. Sie freut sich zudem, dass die Gemeinde einiges an Kosten spart, weil die Arbeiten im gesamten Gebäude auf einmal laufen, statt, wie zunächst vorgesehen, Stockwerk für Stockwerk. Bleicher sei es gelungen, alle Schüler komplett anderweitig unterzubringen. „Natürlich ist es schwierig, weil jeder Fachraum belegt ist“, sagt diese. Andererseits wachse die Schulgemeinschaft zusammen, weil nun die Grundschulkinder auch im Sekundarbereich präsent sind. Und: „Wir wissen ja, wofür wir's machen.“ Anja Müller

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