Wie Schule im ländlichsten Raum lebt

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Erst- und Zweitklässler der Wißgoldinger Grundschule profitieren im gemeinsamen Projekt voneinander.
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Wie der Schulalltag an der Wißgoldinger Grundschule läuft und das Zusammenspiel mit der Gemeinschaftsschule in Waldstetten funktioniert: eine Vorstellung im Verwaltungsausschuss.

Waldstetten

Große Begeisterung, das war es, was die Lehrerinnen Bärbel Herrmann und Daniela Lorösch von ihrer Arbeit in der Grundschule Wißgoldingen am Donnerstagabend dem Waldstetter Verwaltungsausschuss vermittelten. So erklärte Lorösch, was das Leitbild der Schule, ein Apfelbaum in der Praxis bedeutet. Regelmäßige Besuche auf dem Frauenholzhof im einen Jahr, bei denen die Kinder die Tiere dort versorgen und sich in einem zweiten Teil einem bestimmten Thema intensiv widmen, Getreide etwa. Im anderen Jahr stehe die Streuobstwiese auf dem Plan, dann besuchen die Kinder diese, pflanzen Sträucher oder stellen Apfelsaft her.

Lorösch schwärmte von der Leseoase, einem Raum mit Kuschelecken und vielen Büchern, die teils im Deutschunterricht, teils in der Kernzeit genutzt wird. Sie freute sich unter anderem übers seit diesem Schuljahr vorhandene WLAN, das den Grundstein für den Einsatz von Tablets gelegt habe. Und brachte in der Beschreibung des Multifunktionsraums, der zum Werken und für den Mittagstisch dient, gleich noch einen Wunsch an die Verwaltung unter, den Bürgermeister Michael Rembold prompt zu erfüllen versprach: ein Sichtschutz für die Werkzeug-Regale, damit's beim gemeinsamen Mittagessen heimeliger ist.

Klappt „wunderwunderbar“

Während Lorösch die erste und zweite Klasse zusammen unterrichtet, hat Herrmann die dritte und vierte Klasse. Dass das „wunderwunderbar“ klappt, zumal sich die Klassen zur Einführung neuer Themen dank Fachlehrerstunden trennen, erklärte Lorösch anhand eines Deutschprojekts, bei dem sich die Schüler mit ihrem unterschiedlichen Wissenstand gegenseitig unterstützen.

Darüber hinaus ist die Schule in Wißgoldingen auch ins Dorfleben integriert, beteilige sich unter anderem am Weihnachtsmarkt und am Seniorennachmittag, zählte Lorösch auf. Und Herrmann betonte, dass die Schule mit Schülerinnen und Schülern von vor und hinter dem Stuifen sich „im ländlichsten Raum“ befinde, „das nutzen wir auch“.

Und dann ist da ja noch die Verbindung nach Waldstetten, denn die Wißgoldiner Grundschule gehört zur Gemeinschaftsschule Unterm Hohenrechberg. Und beide Schulen fahren gut damit, vermittelt Schulleiterin Stefanie Bleicher. So profitiere die Wißgoldinger Schule ebenso wie die in Waldstetten von der Schulsozialarbeit. In die Gemeinschaft fördernde Aktionen während der Pandemie sei die Wißgoldinger Schule stets einbezogen gewesen. Und das monatliche Schulfrühstück, das in Wißgoldingen Mütter auf die Beine stellen, soll es nun auch in Waldstetten geben. Außerdem versorge die Mensa in Waldstetten den Mittagstisch in Wißgoldingen neuerdings mit Essen. Einziger Haken bei gemeinsamen Aktionen: die große Distanz.

Auch die Statistik bestätigt den erfolgreichen Weg: 39 Kinder gehen in die Wißgoldinger Schule. „Die Zahlen sind stabil“ sagte Martin Hofmann, Konrektor der Gemeinschaftsschule, und „in Wißgoldingen zeigen sie nach oben“. Der Zusammenschluss der Grundschule mit der in Waldstetten vor etwa zehn Jahren sei eine gute Entscheidung gewesen, resümierte Gemeinderat Volker Pitzal.

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