Wo Waldstetten investieren will

+
Haushalt Waldstetten Ausgaben 2022
  • schließen

Die Gemeinde Waldstetten muss für 2022 einen Kredit über 2,5 Millionen Euro aufnehmen, um die 8 Millionen Euro für anstehende Aufgaben aufzubringen. Das neue Rathaus muss warten bis 2023.

Waldstetten

Waldstetten lebt Familie“, unter dieses Motto stellte Bürgermeister Michael Rembold seine Rede zum Gemeindehaushalt 2022 in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Nicht nur, weil er stolz ist, wie die Gemeinschaft um den Stuifen sich anpackend durch die Pandemie hilft. Auch, weil er überzeugt ist, dass eine Gemeinde wie eine Familie funktioniert. Mit Rücksicht auf die Kleinsten und Ältesten, mit Hilfe der Jüngeren für die Älteren, mit Projekten für den Partner Wißgoldingen und mit gegenseitigem Vertrauen.

Unaufschiebbare Aufgaben

Prioritäten im „Familienbudget“ will die Verwaltung bei Investitionen in Bildung und Betreuung sowie „in all die Bereiche, die zum Lebensunterhalt notwendig sind“, setzen. Dabei stelle das Haushaltsjahr 2022 „nach der pandemiebedingten Delle“ im laufenden Jahr zwar eine gewaltige Herausforderung dar, diese sei aber mit Kompromissen zu lösen, sagte Rembold. 2022 werde geprägt von unterdurchschnittlichen Gewerbesteuereinnahmen und geringen Finanzzuweisungen, bedingt durch die finanzstarken Vorjahre. Zugleich stehen „finanzkräftige Aufgaben“ an, „die auf eine unaufschiebbare Lösung warten“- die größten 2022:

1,075 Millionen Euro für die Sanierung der Gemeinschaftsschule im Hinblick auf Brandschutz und Digitalisierung bei Gesamtkosten von 2,34 Millionen Euro,

1,93 Millionen Euro Gesamtkosten für den bereits begonnenen Neubau des Kindergartens an der Rosensteinstraße,

2.5 Millionen Euro zum Ausbau des schnellen Internets hin zu Außengehöften bei Gesamtkosten von 4,15 Millionen Euro, von denen 90 Prozent, also rund 3,74 Millionen Euro, Bund und Land bezuschussen,

330 000 Euro für die Abwasserreinigung, wobei der Anschluss der Waldstetter an die Gmünder Kläranlage in den kommenden Jahren etwa 10 Millionen Euro kosten werde,

270 000 Euro für den Abbruch des alten Rathauses. Angesichts der anstehenden Aufgaben „haben wir als Gemeinde wiederholt an uns gespart“ und den Neubau des Rathauses auf Herbst 2023 verschoben, sagte Rembold.

370 000 Euro für Sanierung und Erweiterung des Wißgoldinger Feuerwehrhauses mit Gesamtkosten in Höhe von 1,02 Millionen Euro.

60 000 Euro an Planungsleistungen für das Löwenareal sind außerdem 2022 für Wißgoldingen vorgesehen. Außerdem beginne dort 2022 ein Quartiersentwicklungsprozess, bei dem es darum geht, das Leben und Wirken im Ort attraktiv und lebendig zu gestalten. Mit Quartiersmanagerin Magdalene Rupp setze die Gemeinde dafür „erhebliche personelle Ressourcen“ ein.

Trotz Investitionen im Umfang von rund 8 Millionen Euro in Hoch- und Tiefbaumaßnahmen schlage die Verwaltung keine Steuererhöhungen vor, sagte Rembold. „Dies ist ein Zugeständnis an Betriebe und Bürgerschaft, in jener schwierigen Phase deren Geldbeutel nicht zusätzlich zu belasten.“ Allerdings gehe er davon aus, dass im Haushaltsjahr 2023 die Hebesätze bei Grund- und Gewerbesteuer angepasst werden müssen.

Bereits dieses Jahr habe sich kein Überschuss erwirtschaften lassen, aufgrund geringerer Steuereinnahmen und Finanzzuweisungen sei das auch 2022 nicht möglich, sagte Rembold. Das deute darauf hin, dass Bund und Land den Gemeinden deutlich mehr Lasten aufbürden. „Dies darf kein Dauerzustand bleiben“, mahnte er. Bereits für dieses Jahr musste die Gemeinde einen Kredit in Höhe von 2,2 Millionen Euro aufnehmen, für 2022 sei ein Kredit in Höhe von 2,5 Millionen Euro geplant.

Auch eine bedeutsame Zukunftsaufgabe sprach Rembold an: „Ich strebe das klare Ziel an, dass unsere Gemeinde bis zum Jahr 2040 klimaneutral wird.“ Unter anderem die bereits vorhandenen Radspuren, Car-Sharing-Angebote und eine Elektrotankstelle sowie die geplante Nahwärmeversorgung für einen Teil der Waldstetter Ortsmitte gehören dazu.

Wird die Kläranlage Auslaufmodell?

Trotz Corona viel erreicht

Baustelle mit Hindernissen

Kleine Querungshilfe bringt große Veränderungen

Zurück zur Übersicht: Waldstetten

Mehr zum Thema