Ein beliebter Ort der Kommunikation

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Gratulanten zum ersten Geburtstag des inzwischen gut bestückten Wißgoldinger "Märktle".

Das Wißgoldinger "Märktle" feiert seinen ersten Geburtstag. Zeit für einen Rückblick und einen Blick auf die Zukunftspläne der Beschicker und Organisatoren.

Waldstetten-Wißgoldingen

Der gesellschaftliche Wandel und der zunehmende Onlinehandel sorgten dafür, dass "immer mehr kleine Lebensmittelhändler zurückgedrängt werden. Die "schlauchen so kleine Orte wie Wißgoldingen", erklärte der Waldstetter Bürgermeister Michael Rembold, als Gratulant zum ersten Geburtstag des "Wißgoldinger Märktle".

Ein Blick zurück: Mit der Schließung der Wißgoldinger Metzgerei Lang hatte sich der letzte Nahversorger von den rund 1400 Wißgoldinger Bürgern verabschiedet. Die Chance, einen großen Lebensmittelhändler nach Wißgoldingen zu bekommen, sei gleich Null gewesen, bedauert Waldstettens Rathauschef. "Harte Bretter mussten gebohrt werden", um wenigstens den kleinen Wochenmarkt rund um das Bezirksamt auf die Beine zu stellen. 50 Firmen habe sie angesprochen, erinnert sich die Quartiersmanagerin, Magdalena Rupp, "darunter 22 Metzgereibetriebe".

Eine Metzgerei sucht man auf dem Märktle immer noch vergebens, bedauert die Waldstetter Hauptamtsleiterin Tamara Luckas, aber "wir geben nicht auf", verspricht die Quartiersmanagerin. Für die ehemalige Ortsvorsteherin Ingrid Banzhaf ist es ein "Glücksfall, dass sich der kleine Markt so gut etabliert hat". Er werde von den Bürgern gut angenommen.

Für die Ortsvorsteherin Monika Schneider ist es "schön zu sehen, wie sich der Markt wöchentlich mit Leben füllt". Es herrsche "ein ständiges Kommen und Gehen", was in der jüngsten Vergangenheit zu einer kleinen Umstrukturierung der Stände geführt habe, "um die Verkehrssicherheit der Besucher zu gewährleisten".

Mit seinem Standort, zwischen Kirche, Bezirksamt und Backhäusle sei der Markt "im Herzen der Gemeinde" angesiedelt, findet der Schultes. Mit dem Gmünder Obst- und Gemüsehändler Eda Genc, der Bäckerei Kottmann aus Winzingen und dem Käsestand Widmann ist der Markt vor einem Jahr durchgestartet, mit den Gemüsekisten der Gärtnerei Kaller, die wöchentlich ins Haus geliefert werden, sei die Grundversorgung der Bevölkerung gut abgedeckt, meint Quartiersmanagerin Rupp. Örtliche Händler, die in unregelmäßigen Abständen ihre regionalen Produkte anbieten, runden das "Marktpaket" ab.

Die Händler reagieren flexibel auf die Bedürfnisse der Wißgoldinger Kunden, lobt Magdalena Rupp, die Kunden hätten das "Märktle" liebgewonnen, der "starke Fixpunkt der Nahversorgung" sei zu einem beliebten Ort der Kommunikation geworden.

Die Händler kommen gerne nach Wißgoldingen, Eda Genc freut sich dienstags immer auf seine "freundlichen Stammkunden". Jutta Hofele von der Brauerei Hofele trifft ihre Kunden gerne auf dem Markt, "auch wenn wir nicht jede Woche da sind". Premiere hat Beate Weller mit ihrem Imbisswagen und mit Fladen und Pizza aus dem eigenen Backofen, das Märktle nimmt die Waldstetterin als Anlass ihre derzeitige Kurzarbeit zu überbrücken. Clevere Geschenkideen hat Peter Gögelein im Gepäck, seine "Stuifenkisten" können individuell bedruckt und mit regionalen Produkten bestückt werden.

Bei der Bäckerei Kottmann gibt es Kaffee to go. Ein wöchentliches Dorf Café im Bezirksamt mit Brot und Fladen aus dem hiesigen Backhäusle sei bereits gedanklich in die Wege geleitet worden, erklärt die Quartiersmanagerin. Corona bedingt wurde das Projekt auf Eis gelegt, soll aber nach der Krise umgesetzt werden.

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