Wo Waldstetten Platz für erneuerbare Energien hat

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Gerade mal vier Hektar Grünfläche zwischen Bauhof und Eichhölzle sieht der Regionalplan in Waldstetten für Photovoltaik vor. Foto: Tom
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Die Kommune setzt vor allem auf Dachflächen. Nun ist auch Windkraft im Gespräch.

Waldstetten. Was geht in Sachen erneuerbare Energien in Waldstetten und wo? Da seien sich Verwaltung, Gemeinderat und Verein Nachhaltige Zukunft Waldstetten einig, sagt Bürgermeister Michael Rembold: Photovoltaik(PV)-Anlagen auf Dachflächen von Häusern und Betrieben oder gegebenenfalls auf Parkplätzen „haben für uns Priorität vor der grünen Wiese“.

Was bereits da ist

Solaranlagen gibt es auf der Kaiserberg- und auf der Schwarzhornhalle. Bauhof, Feuerwehr, Freibad, Gemeinschaftsschule und Interimsrathaus nennt der Bürgermeister als mit PV ausgestattete kommunale Dächer. In seiner demnächst anstehenden Haushaltsrede will er Schwarzhornhalle und Kläranlage als nächste Optionen einbringen. Zwar werde Waldstetter Abwasser in Zukunft in der Gmünder Anlage aufbereitet, doch die Regenrückhaltebecken in Waldstetten brauchen weiter Strom. Bevorzugt statte die Kommune Dächer dort aus, wo sie den Strom selbst verbrauchen kann oder wo bei der Dachsanierung ein Synergieeffekt entstehe.

Private Initiative gefragt

Neben dem Engagement der Gemeinde sei es „zunehmend wichtig, dass die Bürgerschaft mitzieht“, sagt Rembold. Dass das Land bei Neubauten oder Sanierung mittlerweile die Installation von PV-Anlagen vorschreibt, „ist der richtige Ansatz“. Dass Bund und Land die Fördermaßnahmen zurückgefahren haben, sei hingegen wenig motivierend, denn in Gesprächen mit Bürgern zu Sanierungsmaßnahmen seien die Kosten oft ein schwieriger Punkt. Könne man die jedoch aufbringen, lasse sich viel sparen mit einer PV-Anlage.

Wo geht noch was?

Die Potenzialanalyse zusammen mit Gmünd – die Kommunen haben einen gemeinsamen Flächennutzungsplan - habe für Waldstetter Gemarkung ergeben: „Wir haben eigentlich null Flächen“ für Photovoltaik auf der grünen Wiese. Dafür jedoch, gemessen am Verhältnis zur Einwohnerzahl, die meisten Biotope, Natur- und Landschaftsschutzgebiete, dazu kommen Vorrangflächen für Landwirtschaft, zählt Rembold auf. Immerhin sehe der Regionalplan 4 Hektar mögliche Fläche für Photovoltaik zwischen Bauhof und Eichhölzle vor. Dort müsste das Interesse allerdings von den Grundstückseigentümern ausgehen. Der Gemeinde liege bislang lediglich eine entsprechende Anfrage seitens eines Betriebes vor.

Wind ins Spiel bringen

Darum ist nun eine weitere regenerative Energieform im Spiel: Windkraft. Die Verwaltung sondiere gerade mögliche Flächen, was schwierig sei – obwohl im Vergleich zu früheren Jahren viel mehr Flächen zugelassen seien. Und angesichts des Klimawandels und der Energiekrise sei wohl jedem klar, dass nun jegliche Möglichkeiten überlegt werden müssen. „Es darf jetzt kein Gegeneinander geben, sonst kommen wir nicht weiter.“

Für Windkraft nicht in Frage kommt für Rembold der Stuifen mit seiner kulturhistorischen Bedeutung als einer der Drei Kaiserberge. Doch an den Ausläufern oder Rändern könne sich etwas ergeben. Wann, das hänge zum einen von den Eigentümern der Flächen ab, die Verwaltung führe dazu zur Zeit Gespräche mit Privatleuten und öffentlichen Trägern. Zum anderen geht es dabei auch um Kosten von 7 bis 8 Millionen Euro, schätzt Rembold. Dafür braucht es Investoren. Das könnte unter anderem eine Bürgerenergiegesellschaft sein. Insgesamt sei es „sicher noch ein weiter Weg“, sagt Rembold, der die Bürgerschaft informieren will, sobald es Rahmendaten gibt.

Die Bürger abholen

„Wir möchten sowas machen“, sagt Thomas Schneider vom Verein Nachhaltige Zukunft Waldstetten (NaZuWa) zum Thema Bürgerbeteiligung im Allgemeinen und zu einer Windkraftanlage im Speziellen. Wie Rembold erachtet er ein kleineres Projekt zum Einstieg für sinnvoll. Zwar sei auch dazu noch nichts spruchreif, die Ideen gehen jedoch dahin, in eine Photovoltaikanlage für einige 100 000 Euro zu investieren - auf einer großen Dachfläche, wie sie beispielsweise die Stuifenhalle böte, oder auf Freiflächen wie etwa einem Parkplatz. Klar ist Schneider: „Man muss die Bürger abholen.“ Darum sammelt der Verein nun Fakten, bevor es eine Veranstaltung für die Bürger gibt. Ein solches Pilotprojekt wolle der Verein im nächsten Jahr verwirklichen. Denn, sagt Schneider angesichts Klima- und Energiekrise: „Wir können nicht mehr so lange warten.“ ⋌Anja Müller

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