Achtung Schulbeginn! Polizeikontrollen stehen an

Die Polizei zieht Bilanz zu Schulwegunfällen
  • Foto: Patrick Pleul/dpa

An diesem Mittwoch beginnt in Baden-Württemberg für viele Kinder und Jugendliche das neue Schuljahr. Die Polizei bittet daher um besondere Vorsicht für alle: Kinder, Jugendliche, Eltern und alle anderen Verkehrsteilnehmer gleichermaßen.

In Baden-Württemberg, das laut Polizei zu den Bundesländern mit den wenigsten Schulwegunfällen zählt, wurden im vergangenen Jahr 470 Verkehrsunfälle auf dem Schulweg registriert. Dabei verunglückte erfreulicherweise kein Kind tödlich, 79 Kinder wurden allerdings schwer und 393 Kinder leicht verletzt.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Aalen wurde im Jahr 2018 glücklicherweise kein Kind auf dem Schulweg getötet, meldet die Polizei. Bei insgesamt 58 Schulwegunfällen (Ostalbkreis: 16; Schwäbisch Hall: 8; Rems-Murr-Kreis: 34) gab es zehn Schwerverletzte (OAK: 3; SHA: 4; RMK: 3) und 54 Leichtverletzte (OAK: 14; SHA: 6; RMK: 34). Die Schüler verunglückten überwiegend als Radfahrer oder Fußgänger.

Die Anzahl der Schulwegunfälle im Präsidiumsbereich stieg um 11,5 Prozent von 52 auf 58 an. Die Menge von drei schwerverletzten Schülern im Ostalbkreis blieb im Vergleich zum Vorjahr gleich. Die Anzahl der leichtverletzten Kinder verringerte sich um drei auf 14 (-17,6%). Im Landkreis Schwäbisch Hall blieb die Anzahl von vier schwerverletzten Schülern gleich. Die Anzahl der leichtverletzten Verkehrsteilnehmer auf dem Schulweg gingen um ein Kind auf sechs zurück (-14,3 %). Während im Rems-Murr-Kreis sich die Anzahl der Schwerverletzten von sechs auf drei halbierte, stieg die Anzahl der leichtverletzen Personen signifikant von 21 auf 35 Verletzte an (+61,9 %).

Die Zahlen sind laut Polizei Grund genug, die Verkehrssicherheitsarbeit in diesem Bereich auch im Jahr 2019 fortzuführen. Die Polizei verstärke deshalb gerade jetzt zum Schulbeginn wieder ihre Verkehrskontrollen im Umfeld von Kindergärten und Schulen. Ziel sei es, die Alltagsroutine zu durchbrechen und den Verkehrsteilnehmern die bestehenden Verkehrsregeln in Erinnerung zu rufen. Dies bedeute auch, die Verkehrsteilnehmer entsprechend zu belehren und zu sanktionieren, wenn sie gegen diese Verkehrsregeln verstoßen.

Diese Schwerpunkte will die Polizei bei den Kontrollen setzen:

  • Überwachung der Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht
  • Geschwindigkeitskontrollen, insbesondere an Stellen mit erhöhten Unfallgefahren für Kinder und Jugendliche und im Bereich der Schulwege
  • Verhalten der Kraftfahrer gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulbussen, an Bushaltestellen sowie Fußgängerfurten und Fußgängerüberwegen
  • Ahndung von Verstößen gegen Park- oder Haltverbote und die Nutzung von Mobiltelefonen im engen Umfeld von Schulen, Kindergärten oder geschützten Überwegen
  • Überprüfung der technischen Sicherheit der von Schülerinnen und Schülern genutzten öffentlichen Verkehrsmitteln im Straßenverkehr
  • Überwachung des Schülerverhaltens auf den Schulwegen und Radschulwegen
  • Das Augenmerk der Kontrollen liegt dabei nicht nur auf einer Gruppe von Verkehrsteilnehmern. Es geht vielmehr darum, sämtliche Personengruppen, die am Straßenverkehr teilnehmen, zu Schuljahresbeginn für die Gefahren des Schulwegs zu sensibilisieren.

Was Eltern tun können, um ihren Kleinen den Start ins Schuljahr so sicher und angenehm zu gestalten?

  • Nutzen Sie die Zeit vor dem Schulstart und üben Sie mit Ihrem Kind den Schulweg. Weisen Sie ihr Kind auf die Gefahrenstellen hin und wie es sich sicher im Straßenverkehr bewegen kann. Ganz wichtig ist eine feste Route. Ein vertrauter Weg gibt den Kindern die nötige Sicherheit.
  • Lassen Sie Ihre Kinder, wenn möglich, zu Fuß zur Schule gehen. Nur so lernen sie sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen.
  • Mit dem Fahrrad sollten die Schüler erst zur Schule fahren, wenn sie die Radfahrausbildung absolviert haben.
  • Wenn es denn sein muss, dass Sie ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, dann achten Sie immer darauf, dass sie die gängigen Sicherungsmöglichkeiten beherzigen. Auch sollte das Kind nicht direkt vor den Eingang gefahren werden, da hierdurch sehr oft gefährliche Situationen entstehen.
  • Seien Sie Ihren eigenen und fremden Kindern im Straßenverkehr stets ein Vorbild.
© Gmünder Tagespost 10.09.2019 14:31
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