Die wichtigsten Corona-Begriffe erklärt

Die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Coronavirus - und was sie bedeuten.

  • Mit der Coronavirus-Pandemie ändert sich nicht nur das Leben massiv, sondern auch die Sprache. Symbolbild:Pixabay

Mit dem Coronavirus begegnen uns täglich neue Fachbegriffe, Zahlen, Prognosen und Kennwerte. Viele Begriffe rund um die Pandemie sind erklärungsbedürftig, und es kommen auch ständig neue Fremdwörter hinzu.

In der folgenden Übersicht finden Sie die wichtigsten Begriffe erklärt: 

Aerosole

Das sind sehr kleine Schwebeteilchen, in denen sich das Virus befinden kann. Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird nach derzeitigen Erkenntnissen vor allem direkt von Mensch zu Mensch übertragen, z. B. beim Sprechen, Husten oder Niesen. Bei der Übertragung spielen Tröpfchen wie auch Aerosole (feinste Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne kleiner als fünf Mikrometer), die längere Zeit in der Luft schweben können, eine Rolle. 

AHA-Formel

Diese Formel fasst die Maßnahmen zusammen, die zum Schutz gegen das Coronavirus dienen sollen. Das heißt: Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske (Mund-Nasen-Bedeckung) tragen. In Herbst und Winter, wenn wir uns vermehrt in geschlossenen Räumen aufhalten, ist auch das regelmäßige Lüften sehr wichtig.

Antigentest

Ein Antigen-Test kann mithilfe eines Abstriches virale Proteine nachweisen. Antigentests bieten die Möglichkeit, mehr zu testen und schneller Infektionen zu erkennen. Dieser Test wird meist gemeint, wenn von Schnelltests die Rede ist, da er in unter 30 Minuten ein Ergebnis liefern kann. Der Test basiert auf dem Nachweis von SARS-CoV-2-Eiweißen. Dazu muss ein Abstrich im Nasenrachenraum vorgenommen werden. 

Covid-19

Das Kürzel steht für die Krankheit, die der Sars-CoV-2-Errreger auslöst. "Covid" steht schlicht für Corona Virus Disease, also Coronavirus-Krankheit.

DIVI Intensivregister

Das DIVI-Intensivregister (www.intensivregister.de) ist eine digitale Plattform zur Echtzeiterfassung von Fallzahlen intensivmedizinisch behandelter COVID-19-PatientenInnen sowie Behandlungs- und Bettenkapazitäten von etwa 1300 Akut-Krankenhäusern Deutschlands. Damit ermöglicht das Intensivregister in der Pandemie, sowie darüber hinaus, Engpässe in der intensivmedizinischen Versorgung im regionalen und zeitlichen Vergleich zu erkennen. Es schafft somit eine wertvolle Grundlage zur Reaktion und zur datengestützten Handlungssteuerung in Echtzeit.

FFP2- und FFP3-Maske

FFP-Masken schützen vor partikelförmigen Schadstoffen wie Staub, Rauch und Aerosol. Es gibt sie in den drei Schutzstufen FFP1, FFP2 und FFP3. Diese Masken zählen zu den filtrierenden Halbmasken. Es gibt Modelle mit und ohne Ausatemventil. Masken ohne Ventil filtern die eingeatmete und auch die ausgeatmete Luft und bieten daduch einen Schutz für Träger und Dritte. Masken mit Ventil bieten keinen Fremdschutz, da die ausgeatmete Luft nicht gefiltert wird.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beschreibt die Zeit vom Tag der Ansteckung bis zu dem Tag, an dem sich erste Symptome zeigen. Beim Coronavirus gehen die Wissenschaftler inzwischen von einer Inkubationszeit von 5 bis 6 Tagen aus. Diese 5 bis 6 Tage sind aber ein Mittelwert. Einige wenige Patienten weisen sogar erst nach bis zu 14 Tagen nach der Ansteckung Symptome auf. 

Invasive Beatmung

Die invasive mechanische Beatmung kann Patienten mit Atemstörungen das Leben retten. Die Beatmung wird als „invasiv“ bezeichnet, wenn eine Intubation über den Mund (z. B. mit Endotrachealtubus), die Nase oder die Haut erfolgt (z. B. mit Trachealkanüle durch ein Stoma, ein durch einen chirurgischen Eingriff geschaffenes Loch in der Luftröhre), die als künstlicher Atemweg dient.

PCR-Test

Die gängigste Art, das Coronavirus nachzuweisen, ist der sogenannte PCR-Test. In einem Labor wird mit Hilfe einer Polymerase-Kettenreaktion (kurz PCR) untersucht, ob das Virus in der Probe enthalten ist. Dafür müssen die Proben nach dem Abstrich so schnell wie möglich in ein Labor transportiert werden. Bei der PCR wird das Erbmaterial der Viren so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann, auch wenn es nur in geringen Mengen vorkommt. Das Testverfahren nimmt derzeit etwa vier bis fünf Stunden in Anspruch. Hinzu kommt die Transportzeit ins Labor, die Vorbereitungszeit im Labor und gegebenenfalls eine Wartezeit wegen eines hohen Probeaufkommens.

Positiv getestet

Personen bei denen ein Corona-Test, ein positives Ergebnis angezeigt wird, sind positiv getestet. Gerade PCR-Tests können dabei auch sehr niedrige Virenansammlungen im Körper technisch nachweisen. So können auch Menschen, die sich vor Monaten mit dem Virus angesteckt haben, noch lange Zeit positive Testergebnisse produzieren. Das RKI erklärt dazu: "Dass diese positiven PCR-Ergebnisse bei genesenen Patienten nicht mit Ansteckungsfähigkeit gleichzusetzen ist, wurde in mehreren Analysen gezeigt." Infiziert ist man also dann, wenn man sich das Virus eingefangen hat und im Körper trägt.

Quarantäne

Das Robert-Koch-Institut (RKI) grenzt Quarantäne und häusliche Isolation  voneinander ab: Demnach heißt Quarantäne, dass Personen zeitweilig abgesondert werden, die Kontakt zu Menschen mit hochansteckenden Krankheiten hatten und damit unter Verdacht stehen, sich infiziert zu haben. Corona-Quarantäne wird angeordnet, weil jemand ansteckungsverdächtig ist, ohne selber krank oder krankheitsverdächtig zu sein. Das RKI empfiehlt, 14 Tage lang Zuhause zu bleiben. Die Isolierung ist laut RKI eine spezielle Form der Absonderung. Isoliert werden Personen, von denen eine "erhöhte Infektionsgefahr für die Umgebung ausgeht oder die dessen verdächtig sind". In Isolation müssen demnach "einschlägig Erkrankte". Laut Gesundheitsministerium betrifft eine Isolation Menschen, die infiziert sind und das Virus ausscheiden.

Reproduktionszahl R

Die Reproduktionszahl beschreibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt. Bei SARS-CoV-2 liegt R0 zwischen 3,3 und 3,8, das heißt jeder Infizierte steckt im Mittel etwas mehr als zwei bis etwas mehr als drei Personen an. Liegt R unter 1, ist die Pandemie rückläufig. Ist sie höher, steigt auch die Zahl der Infizierten.

Sars-CoV-2

Der Erreger wurde Anfang 2020 als Auslöser für die Covid-19-Erkrankung identifiziert. Wissenschaftlich hatte er zunächst das Kürzel 2019-nCoV erhalten.  Die Weltgesundheitsorganisation WHO gab dem Virus den Namen «Severe Acute Respiratory Syndrome»-Coronavirus-2 (übersetzt: schweres akutes Krankheitsbild, das die Atmung betrifft.), abgekürzt «Sars-CoV-2», um es vom Sars-Erreger abzugrenzen, der 2003 und 2004 zu einer Pandemie führte. 

Superspreader

Manche mit Sars-CoV-2 Infizierte stecken nur eine oder zwei Personen oder sogar gar keine an. Andere wiederum übertragen das Virus auf mehr als zwei Personen oder sehr viele andere. Diese Personen werden in der Epidemiologie auch Superspreader genannt.

7-Tage-Inzidenz

Die Inzidenz beschreibt laut Robert Koch Institut (RKI) den Zugang neu Erkrankter "in einen Bestand von Kranken/Betroffenen". Die sogenannte sieben-Tage Inzidenz gibt an, wie viele Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen geschehen sind. Damit die Daten vergleichbar sind, wird dabei auf die Anzahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern zurück gerechnet. Er dient unter anderem dem RKI und dem Bundesministerium für Gesundheit zur Einstufung von Risikogebieten.

Quellen: RKI, Bundesgesundheitsministerium, WHO, Bundesinstitut für Arbeitsmittel und Medizinprodukte

© Gmünder Tagespost 20.11.2020 13:07
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